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Unwetter in KönigswinterMehr als zehn Stunden im Einsatz

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Die Wassermassen bahnten sich ihren Weg durch die Stadt.

Königswinter – Besonders hart traf es die Altstadt in Königswinter: Eine dicke Schlamm- und Geröllschicht bedeckte die Gleise am Bahnhof nach dem schweren Unwetter am Donnerstag. Der Bahnverkehr war in der Folge stundenlang blockiert. Die Fußgängerunterführung lief sogar bis unter die Decke voll. Der über die Ufer getretene Nachtigallenbach bahnte sich seinen Weg durch die Altstadt und überschwemmte dabei auch einen Industriebetrieb. Doch auch in den übrigen Teilen von Königswinter hatten die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun.

Gegen 12.30 Uhr ging der erste Hilferuf aus Königswinter in der Leitstelle des Rhein-Sieg-Kreises ein. Im Anschluss wurden alle acht Einheiten der Feuerwehr alarmiert. Die Technische Einsatzleitung koordinierte vom Lagezentrum in Oberdollendorf aus bis zum Abend etwa 130 Einsätze. Etwa 100 ehrenamtliche Helfer waren im Einsatz und kämpften mehr als zehn Stunden lang gegen die Wasser- und Schlammmassen. In allen Stadtteilen mussten Keller leergepumpt werden. Auch über- und unterspülte Straßen und umgestürzte Bäume hielten die Retter in Atem.

Auch Oberdollendorf stellte die Wehrleute vor eine Herausforderung: Als die Einsatzkräfte mehrere vollgelaufene Keller leerpumpten, konnte die Kanalisation des Mühlenbaches die Unmengen an Wasser nicht mehr aufnehmen. An der Bachstraße sprudelte das Wasser aus den Kanalschächten und sammelte sich auf dem Gelände und in den Hallen eines dortigen Industriebetriebs. Wohnhäuser standen zum Teil bis ins erste Obergeschoss unter Wasser. Erst um 23 Uhr konnte die Feuerwehr ihren Einsatz beenden.