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Schändung auf muslimischem Friedhof: Grabsteine umgeworfen

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Düsseldorf – Bei der Schändung eines muslimischen Friedhofs in Iserlohn zwischen Silvester und Neujahr sind laut Innenministerium acht Grabsteine umgeworfen worden, von denen sechs zerbrochen sind. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten in ihrer Mitteilung am 1. Januar von rund 30 umgeworfenen Grabsteinen gesprochen. Der Fall hatte bundesweit für Empörung gesorgt.

Wie das Ministerium in einem Bericht an den Innenausschuss des Landtags ausführt, wurden an weiteren Grabstellen Pflanzen, Trauergegenstände und Dekorationselemente beschädigt, „so dass nach bisherigem Erkenntnisstand insgesamt zwölf Gräber betroffen sind”.

Konkrete Spuren zu dem Täter oder den Tätern gebe es noch nicht. Man gehe unter anderem Hinweisen auf einen betrunkenen Mann sowie auf eine Gruppe Jugendlicher nach, die sich jeweils in der Tatnacht in Tatortnähe aufgehalten haben sollen.

Das Integrationsministerium betonte in einem Bericht an den Landtag, der am Dienstag veröffentlicht wurde: Die Landesregierung bewerte die Taten in Iserlohn „als besonders schwerwiegende Angriffe auf die Würde und die religiöse Identität der Verstorbenen und ihrer Angehörigen”. Die Grabschändungen seien „ein Angriff auf den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt und das friedliche Zusammenleben.”

© dpa-infocom, dpa:220118-99-752551/2 (dpa/lnw)