Macron als VorbildInitiative fordert Lauterbach zu Endometriose-Bekämpfung auf

Frankreichs Präsident Emanuel Macron.
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Nach der Aufklärungskampagne des französischen Präsidenten Emmanuel Macron über Endometriose haben Frauen auch die Bundesregierung zu einer nationalen Strategie für die Bekämpfung dieser millionenfach diagnostizierten, aber tabuisierten Unterleibserkrankung aufgefordert.
„Wir haben die Aussagen von Macron zum Anlass genommen, deutschlandweit Endometriosebetroffene aufzurufen, Nachrichten an Herrn Scholz und Herrn Lauterbach zu schreiben. Endometriose soll auch in Deutschland zur Chefsache werden“, sagte Anja Moritz, Geschäftsführerin der Endometriose-Vereinigung dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Selbst unter Ärzten ist die Krankheit noch viel zu unbekannt, weswegen wir besonders bei Allgemeinmedizinern, Kinder- und Jugendärzten und selbst bei Gynäkologen für viel mehr Aufklärung sorgen müssen.“ Obwohl allein in Deutschland mindestens zwei Millionen Frauen an Endometriose litten, sei die Krankheit in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt.
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Eine der Initiatorinnen der am vergangenen Freitag gestarteten Petition zur Endometriose-Bekämpfung, Theresia Crone, sagte dem RND: „Die Bundesregierung muss die medizinische Versorgung sichern, damit Betroffene schneller an einen Behindertenausweis und kostenlose Medikamente kommen.“ Mehr als 69.000 Menschen haben die Petition bereits unterzeichnet.
Enge Kooperation mit dem Gesundheitsminister
Damit sind Grundvoraussetzungen erfüllt, dass sich die Politik mit dem Thema beschäftigt. Über eine öffentliche Petition wird in dem dafür zuständigen Ausschuss des Bundestags beraten, wenn sie innerhalb von vier Wochen von mehr als 50.000 Menschen unterstützt wird. Crone sagte: „Wir machen so lange weiter, bis wir gemeinsam mit Karl Lauterbach verkünden, dass sich etwas verändert.“
„Endometriose soll endlich als lebenseinschränkende Krankheit anerkannt werden“, forderte die Gynäkologin und Endometrioseforscherin Sylvia Mechsner (Charité Berlin). Sie sagte dem RND: „Es ist überfällig, dass man diese wichtige Erkrankung nicht wie bisher ignoriert.“ Zentrale Forderungen sind eine umfassende Aufklärungs- und Informationskampagne sowie jährliche Investitionen in die Forschung von 14 Millionen Euro. Den Frauen müsse der Alltag erleichtert werden. Betroffene sollten häufiger Homeoffice machen oder sich per Telefon krankschreiben lassen können.
Macron hatte in einer Videobotschaft via Twitter erklärt, Endometriose sei nicht nur ein Problem für die betroffenen Frauen – „es ist ein Problem der Gesellschaft“. „Die nationale Strategie, die wir auf den Weg bringen, gibt Millionen von Mädchen und Frauen Hoffnung auf eine bessere Lebensqualität“, erklärte der Präsident. Sie seien „erschöpft von Schmerzen, die bis zur Ohnmacht führen können“. Zu den Hauptzielen der französischen Regierung gehöre jetzt eine umfassende Versorgung im ganzen Land, die Ausbildung von Gesundheitsfachkräften und Investitionen in die Forschung. (RND)



