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Angst- und Ekelraum KloNeues Portal soll gegen Ekel und Vandalismus helfen

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Toilettenschild

In vielen Schulen sind die Toiletten verschmutzt, beschädigt und unhygienisch - was viele Kinder davon abhält, sie zu benutzen.

Ekelige Schultoiletten sind ein Problem. Eine neue Online-Plattform will das ändern und zeigt, wie WCs zu Wohlfühlorten werden.

An zahlreichen Lehranstalten sind die Sanitäranlagen ein „Angst- und Ekelraum“ oder werden sogar als No-Go-Area betrachtet. Eine neue Online-Plattform möchte diesen Zustand jetzt beenden. Die Webseite „Toiletten machen Schule“ demonstriert Heranwachsenden und dem Lehrpersonal anschaulich, wie sich das WC gemeinschaftlich in einen Platz umgestalten lässt, den jeder gerne aufsucht. Auf der Homepage der Plattform, die Wissenswertes, Ratschläge zur Organisation sowie Erfolgsbeispiele vorstellt, lautet die Devise: „Schluss mit Einhalten und ekeligen Erlebnissen“.

Die German Toilet Organization ist der Verein, der diese Initiative ins Leben gerufen hat. Svenja Ksoll, eine Vertreterin des Vereins, unterstreicht, dass schon mit einem kleinen Budget eine große Wirkung erzielt werden kann. Beispielsweise könnten die Stimmung durch Pflanzen, Duftverteiler, Wandgemälde, eine angenehme Beleuchtung oder Musik aus einem Radio aufgewertet werden. Die Mission „Rette die Toilette!“ richtet sich an die Gesamtheit der etwa 33.000 Schulen bundesweit, was somit auch die Standorte in Köln und im Umland einschließt.

Mitbestimmung als Mittel gegen Zerstörung

Die andauernde Problematik des Vandalismus kann laut Ksoll zwar nicht gänzlich behoben, jedoch erheblich reduziert werden. Auf der Webseite der Initiative wird dazu ausgeführt: „Sind Räume stark vernachlässigt, stinken, wirken alt oder beschädigt, sinkt häufig die Hemmschwelle, weiteren Schaden anzurichten oder Frust dort auszuleben.“ Im Gegensatz dazu entwickle sich ein größeres Verantwortungsbewusstsein, sobald Lernende die Möglichkeit erhalten, die Örtlichkeiten mitzugestalten und persönliche Vorschläge einzubringen.

Das Portal empfiehlt allen, die an ihrer Schule eine Veränderung anstreben, zuerst eine Arbeitsgruppe zu bilden, um die Effektivität zu steigern. Daraufhin könne eine Analyse des Ist-Zustandes erfolgen, beispielsweise mittels einer Befragung und einer Inspektion. Leitfragen könnten dabei sein: Welchen Eindruck macht es hier? Welcher Geruch liegt in der Luft? Aus welchem Grund halte ich mich hier nicht gerne auf?

Gesundheitliche Gefahren und zusätzliche Anliegen

Des Weiteren macht der Verein auf gesundheitliche Gefahren aufmerksam. Sind die Sanitäranlagen in einem mangelhaften Zustand, führt dies dazu, dass Schülerinnen und Schüler den Toilettengang vermeiden und infolgedessen weniger Nahrung und Flüssigkeit zu sich nehmen. Bauchschmerzen, Verstopfung, Harnwegsinfekte oder auch Schwierigkeiten bei der Konzentration können die Konsequenzen sein.

Laut Jakop Zierep von der Bundesschülerkonferenz wird die Thematik zwar seit Jahren thematisiert, jedoch nicht mit dem nötigen Ernst behandelt. Er plädierte dafür, dass zusätzlich zur Hygiene in sämtlichen Toiletten unentgeltlich Menstruationsartikel bereitliegen sollten. Überdies sei die Einrichtung von genderneutralen WCs an jeder Schule erforderlich.

Sanierung und Reinigung als Strategien zur Lösung

Berlin wird als Vorbild für die Modernisierung von Schulimmobilien angeführt. Torsten Kühne, der zuständige Staatssekretär für Schulbau, erläuterte, dass die Metropole daran arbeite, den Modernisierungsbedarf an den etwa 700 Schulstandorten abzubauen. Ungefähr sieben Milliarden Euro seien in den letzten sieben Jahren dafür aufgewendet worden, und es seien über 40 Schulneubauten entstanden.

Darüber hinaus belegt die Webseite der Initiative, dass Lehranstalten, in denen die Toiletten mindestens zweimal täglich gesäubert werden, von einem besseren Zustand berichten. In manchen Kommunen wird getestet, Personal für die Reinigung fest an eine Schule zu binden. Die Säuberung erfolgt dann nicht nur, wie sonst gängig, am späten Abend, sondern auch am Tag im laufenden Schulbetrieb. Die Tätigkeit der Reinigungskräfte rückt so wieder ins Bewusstsein, was die Anerkennung dafür und zugleich die Hürde für Verunreinigungen erhöht. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.