Gegen den VfL Wolfsburg reicht Linton Mainas Treffer zum 1:0-Sieg – Torhüter Marvin Schwäbe rettet den Erfolg
1:0-Sieg über Wolfsburg1. FC Köln malocht sich zu drei Punkten

Marvin Schwäbe und seine Kollegen feiern den Sieg, den der Torhüter in der Schlussphase retten musste.
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Schön anzusehen war es nicht, dafür aber erfolgreich – und das zählt für den 1. FC Köln derzeit mehr als alles andere. Der Aufsteiger gewann das Freitagsspiel der Fußball-Bundesliga und rehabilitierte sich für die 1:2-Niederlage in Freiburg aus der Vorwoche. Gegen den VfL Wolfsburg gelang dem Aufsteiger auf schwer bespielbarem Rasen dank Linton Mainas Treffer in der 29. Minute ein 1:0 (1:0)-Sieg über einen insgesamt enttäuschenden Gast. „Wenn die Kinder vorher Handball geschaut haben, kommen sie nach so einem Spiel eher nicht zum Fußball, aber darum ging es heute nicht“, sagte Lukas Kwasniok nach einer Partie, in der seine Mannschaft „in der zweiten Halbzeit das Fußballspielen eingestellt“ habe: „In der Schlussphase war es ein Überlebenskampf, aber wir sind happy über den Sieg“, sagte der Coach, „wäre ich heute Fernsehzuschauer gewesen, ich hätte wohl ausgemacht. Aber ich bin Trainer dieser Mannschaft und deswegen stolz auf den Kampf.“
Martel und Krauß im Zentrum
Kwasniok hatte im Vorlauf des Spiels angedeutet, dem spielstarken Wolfsburger Mittelfeld etwas entgegensetzen zu wollen. Dass er dann die Frage nach Eric Martel oder Tom Krauß beantwortete, indem er beide in die Startelf stellte, überraschte nach den Debatten der vergangenen Woche ein wenig. Doch folgte die Berufung zweier Zweikämpfer einer gewissen Logik, wenngleich sich vor dem Anpfiff die Frage stellte, aus welcher Position die Kölner nun ihr Spiel am Ball gestalten wollten. Die Innenverteidigung bildeten Sebastian Sebulonsen und Cenk Özkacar, Rav van den Berg erlebte den Anpfiff auf der Bank. Der Niederländer hatte beim 1:2 in Freiburg nicht souverän ausgesehen – außerdem hatte er schon im Hinspiel gegen Wolfsburg (3:3) ein entscheidendes Kopfballduell verloren. Damals traf Mohamed Amoura, der am Freitag allerdings aus disziplinarischen Gründen im Wolfsburger Kader fehlte.
Viel Spielkultur gab es auf dem mit Sand aufgefüllten Kölner Winterrasen nicht zu bewundern, zumindest nicht aus dem Zentrum. Auf den Flügeln hatte der FC allerdings früh ein paar Aktionen, weil die Außenverteidiger keinen Weg in die Wolfsburger Hälfte ausließen und einige gute Flanken schlugen. Zweimal kam Ragnar Ache im Zentrum gefährlich zum Abschluss. Einmal schlug er nach einer Flanke von Castro-Montes, die Bülter abgelegt hatte, in sehr guter Position über den Ball. Dann köpfte er Lunds Vorlage genau auf VfL-Keeper Grabara. Es war erneut ein schwieriger Abend für den Mittelstürmer.
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Köln war überlegen und hätte früher in Führung gehen müssen. In der 29. Minute rückte Linton Maina die Dinge zurecht: Nach einem Einwurf kam Krauß an den Ball und steckte fein durch auf Maina, der mit dem linken Fuß leicht abgefälscht zum 1:0 traf. Ein „Gurkentor“, wie VfL-Kapitän Maximilian Arnold später befand. Es war der verdiente Zwischenstand gegen eine Gästemannschaft, die offenbar ohne Willen und Auftrag angereist war, während die Kölner eine zwar nicht glanzvolle, aber extrem geschlossene Leistung boten. Müngersdorf war zur Pause zufrieden.
Wolfsburg wechselte zur zweiten Halbzeit zweimal, die Werkself wurde stärker. Die Kölner haben zuletzt zu selten zu null gespielt, um sich auf nur einem eigenen Treffer auszuruhen. Ein zweites Tor tat Not, um die Nerven im bibbernden Stadion zu beruhigen. Der FC nahm zwar durchaus bewusst Tempo aus dem Spiel, offenbar hat die Mannschaft gelernt, dass sie zuletzt zu viele Führungen zu leicht hergab. Doch angesichts des steigenden Wolfsburger Drucks wuchs auf den Rängen der Pessimismus.

Said El Mala kam spät, blieb aber ohne entscheidende
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Köln brachte kaum eine Kontersituation zustande, in der 68. Minute schloss Maina einen Alleinsprint mit einem etwas kläglichen Schuss neben das Tor ab, der Weg von Strafraum zu Strafraum war zu weit geworden für den sprintstarken Stürmer. Ansonsten blieb der FC viel zu ungefährlich. Wolfsburg dagegen hätte fünf Minuten nach Mainas Versuch durch Daghim beinahe ausgeglichen, doch Sebulonsen blockte den Versuch des Dänen in höchster Not. „Das Problem aus unserer Sicht war, dass wir in der zweiten Halbzeit die Balance nicht mehr hinbekommen haben. Deswegen mussten wir zittern, aber dafür müssen wir uns nicht schämen. Am Ende war es hart, aber das gehört dazu“, sagte Kwasniok, der eine Viertelstunde vor Schluss Said El Mala gebracht hatte, um die Räume für die Entscheidung zu nutzen.
Doch die im zweiten Durchgang deutlich weniger schwachen Wolfsburger hatten die Großchancen. Marvin Schwäbe rettete in der Nachspielzeit gleich zweimal. Dann war Schluss, Köln hatte den Sieg ins Ziel gebracht. „Es ist wichtig für uns, dass sich der Aufwand lohnt vor den nächsten Wochen, die schwierig werden“, sagte Matchwinner Maina.
1. FC Köln: Schwäbe - Sebulonsen, Martel, Özkacar - Castro-Montes, J. Kaminski (75. S. El Mala), Krauß, Lund Hansen (86. van den Berg) - Bülter (66. Johannesson), Maina (75. Thielmann) - Ache (86. Niang); VfL Wolfsburg: Grabara - K. Fischer (74. Kumbedi), Vavro, Jenz, Gerhardt (90.+1 Zehnter) - Vini Souza (46. Daghim), Arnold - Eriksen, Majer (46. Shiogai), Wimmer (74. Lindström) – Pejcinovic; Schiedsrichter: Petersen (Stuttgart); Zuschauer: 50.000 (ausv.); Tor: 1:0 Maina (29.).
