Der Aufstiegstrainer spricht über seinen Nachfolger, Sportchef Thomas Kessler und Toptalent Said El Mala.
1. FC KölnFriedhelm Funkel sieht sich in Meinung über Lukas Kwasniok bestätigt

Ex-FC-Trainer Friedhelm Funkel
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Friedhelm Funkel verfolgt die Situation beim FC weiterhin genau. Der Kölner Aufstiegstrainer hat mitbekommen, dass sich rund ums Geißbockheim die Stimmung zuletzt gedreht hat, ist aber um eine realistische Einschätzung der sportlichen Situation bemüht.
„Für einen Aufsteiger sind 16 Punkte nach 15 Spielen absolut in Ordnung. Das Problem ist der Negativtrend nach einem starken Start. Wäre es andersherum verlaufen, also wäre nach einem schwachen Start ein starkes Jahresende erfolgt, würde die Stimmung eine andere sein. Jetzt ist eine gewisse Unzufriedenheit da, die sachlich betrachtet nicht ganz gerechtfertigt ist. Am Anfang der Saison hatte der FC auch etwas Glück, am Ende verließ ihn dann dieses wieder. Der FC steht zurecht da, wo er steht“, sagt Funkel im Gespräch mit dieser Zeitung.
Tendenz und Stimmung zeigen nach unten
Das ist aktuell Platz elf, die Tendenz zeigt ebenso nach unten wie die Grundstimmung im Verein. Dazu kommt ein angespanntes Verhältnis zwischen Trainer Lukas Kwasniok und Teilen der Mannschaft. „Ein Murren ist nicht zu überhören. Um es verstummen zu lassen, braucht man gegen Heidenheim und Mainz schon mal vier Punkte“, sagt Funkel.
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Von Sportdirektor Thomas Kessler hat der Coach bekanntlich eine hohe Meinung. Und das nicht nur, weil Kessler ihm in der vergangenen Saison die Aufstiegs-Rettungsmission zugetraut hatte. „Ich bleibe dabei: Thomas Kessler leistet eine sehr gute Arbeit und hat insbesondere für einen Aufsteiger durch kluge Verpflichtungen einen sehr guten Kader zusammengestellt. Er hat einen Kader bereitgestellt, mit dem der Klassenerhalt geschafft werden muss“, legt sich Funkel fest.
„Auch mal die Faust in der Tasche ballen“
Zu seinem Nachfolger Kwasniok hatte der 72-Jährige bereits im vergangenen Sommer eine klare Meinung. Zusammenfassend: Der neue FC-Coach passe auch aufgrund seiner emotionalen Art zum Klub, zur Mannschaft und zur Stadt. Aber Funkel sagte bereits damals, dass der FC im Vergleich zu Kwasnioks früheren Vereinen eine „ganz andere Hausnummer“ sei. Kwasniok habe zwar bereits erfolgreich bei anderen Klubs gearbeitet, doch „jetzt muss er zeigen, dass er auch die Bundesliga und den 1. FC Köln kann. Der Druck, wie er in Köln entstehen kann, wäre für ihn eine neue Erfahrung. Trotz aller Emotionalität muss man in diesen Phasen besonnen bleiben. Auch mal die Faust in der Tasche ballen und nicht immer öffentlich die Wahrheit sagen“, befand Funkel damals.
Der erfahrene Coach sieht sich in seiner Meinung von damals bestätigt. „Ich bleibe dabei: Lukas passt zum FC und zu Köln. 16 Punkte sind eine ordentliche Ausbeute. Jetzt erlebt er eine schwierigere Phase – doch das ist auch nichts Ungewöhnliches. Ich hoffe, dass er ruhig und besonnen bleibt. Er wird merken: Manchmal ist weniger oft mehr, manchmal muss man diplomatischer sein. Gelingt ihm das, wird er auch beim FC Erfolg haben.“
Doch es gibt gleich mehrere unzufriedene Spieler in der Mannschaft. Einer von ihnen ist Neuzugang Ragnar Ache. Mit Ache hatte Funkel 2024 beim 1. FC Kaiserslautern zusammengearbeitet. „Ragnar hat sicher Luft nach oben. Aber er kann Tore erzielen und vorbereiten, ich kenne fast keinen besseren Kopfballspieler als ihn. Er ist allerdings ein sensibler Spieler, den man besonders führen muss“, weiß der Trainer-Altmeister.
Funkel sieht Said El Mala in der Startelf
Im Gegensatz zu Ache ist Said El Mala der Durchstarter der Saison. Funkels Wunsch: „Said hat alle Anlagen für eine große Zukunft. Für seine Entwicklung wäre es aber wichtig, dass er 25 bis 30 Saisonspiele von Anfang an macht. Wir wissen alle, dass er irgendwann den nächsten Schritt machen und der FC auch eine große Summe kassieren wird. Doch ich würde mir wünschen, dass er noch eine weitere Saison in seiner gewohnten Umgebung beim FC bleibt, und hoffe, dass alle in seinem Umfeld das realistisch einschätzen können.“
Immerhin: Funkels Ausblick sollte den Kölner Anhang wieder etwas zuversichtlicher stimmen: „Der FC hat mehr Potenzial als einige Klubs, die unten stehen. Drei Mannschaften wird man auf jeden Fall hinter sich lassen. Ich bin deshalb vom Klassenerhalt des FC überzeugt.


