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Reaktion auf Kölner Traumtor„Mister Fallrückzieher“ gibt Ache einen Rat

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Das Jahrhundert-Tor: Klaus Fischer trifft 1977 per Fallrückzieher gegen die Schweiz.

Klaus Fischer kennt sich mit Fallrückziehern aus. Hier erzielt er 1977 das Tor des Jahrhunderts. 

Ragnar Aches Fallrückzieher-Tor für den 1. FC Köln sorgt für Aufsehen. Nun äußert sich auch Experte Klaus Fischer.

Die Reaktionen auf das Tor waren überwältigend. Mitspieler wie Cenk Özkacar zeigten sich fassungslos, während sich die Fans auf den Rängen ungläubig die Augen rieben. Ragnar Ache selbst lief nach seinem Treffer jubelnd mit rotierenden Armen zur Eckfahne, um den Moment mit den Anhängern und Anhängerinnen zu teilen.

Mit seinem akrobatischen Treffer zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung im Spiel gegen die TSG Hoffenheim am Samstag (21. Februar 2026), das 2:2 endete, gelang dem 27-jährigen Angreifer ein Tor von besonderer Qualität. Dieser Treffer sichert ihm einen besonderen Platz in der Vereinshistorie des 1. FC Köln.

Klaus Fischer über Aches Tor: „Ein wirklich tolles Tor“

Wenn es um Fallrückzieher geht, fällt im deutschen Fußball unweigerlich ein Name: Klaus Fischer. Der heute 76-Jährige erwarb sich während seiner zwei Jahrzehnte andauernden Karriere bei Vereinen wie 1860 München, Schalke 04, dem 1. FC Köln und dem VfL Bochum den Beinamen „Mister Fallrückzieher“.

Sein Treffer am 16. November 1977 im Länderspiel gegen die Schweiz, der zum 4:1-Endstand führte, wurde nicht nur zum Tor des Jahres, sondern auch zum Tor des Jahrzehnts und Jahrhunderts gewählt. Unvergessen ist ebenfalls sein Fallrückzieher im WM-Halbfinale 1982 gegen Frankreich.

Im Gespräch äußerte sich die FC-Legende, die zwischen 1981 und 1984 in 115 Spielen 46 Tore für Köln erzielte, beeindruckt von Aches Leistung. „Den Treffer habe ich natürlich gesehen. Da leuchten die Augen, ein wirklich tolles Tor, wo alles gepasst hat. Das muss es ja auch bei so einem Treffer. Für mich hat Ache beste Chancen, damit das Tor des Monats und Tor des Jahres erzielt zu haben.“

Auf die Frage, ob eine solche Aktion trainierbar sei, antwortete Fischer: „So etwas trainiert man nicht, weil man ja nicht ins Spiel geht, um Fallrückzieher zu produzieren. Wenn sich allerdings eine solche Situation ergibt, dann versucht man sie zu nutzen.“

Dennoch gab es Momente, in denen er die Bewegung gezielt ausführte. Fischer erinnert sich: „Zu meiner Schalker Zeit waren oft 2000 Fans beim Training. Danach kamen einige gelegentlich zu mir und fragten: ‚Kannst du uns noch einmal einen Fallrückzieher zeigen?‘ Ich habe dann Rüdiger Abramczik gebeten, zu flanken, und hab den Fans dann den Fallrückzieher demonstriert.“

Neben der nötigen Technik und Athletik erfordert ein Fallrückzieher auch Mut, da auf die Aktion in der Luft eine harte Landung folgt. Fischer teilt seine Erfahrung: „Man verletzt sich selten, kommt auf dem Ellbogen auf und rollt dann ab.“ Entscheidend sei jedoch, den Ball richtig zu treffen.

Er berichtet von einem missglückten Versuch, der die Risiken aufzeigt: „Bei einem Spiel mit dem VfL Bochum in Mönchengladbach war es sehr windig. Als ich zum Fallrückzieher ansetzte, habe ich den Ball nicht getroffen. Bei der Landung habe ich mir das Schultereckgelenk gesprengt. Wenn der Fixpunkt nicht da ist, wird es gefährlich.“

Bei Aches Aktion sei glücklicherweise alles optimal verlaufen. Trotz des Lobs hat Fischer noch einen Ratschlag für den Kölner Stürmer: „Für Ragnar ist es wichtig, weiterhin viele Tore zu erzielen. Das muss nicht schön sein. Egal ob Fallrückzieher oder Abstauber – Hauptsache, der Ball ist drin. Denn nur darauf kommt es für einen Stürmer an.“ (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.