Der 1. FC Köln kann im Breisgau seine frühe Führung nicht halten und erlebt eine unglückliche Niederlage – Schwäbe hält Elfmeter, Ache vergibt die beste Chance für den Aufsteiger
Kölner 1:2 in FreiburgViel Aufwand, keine Punkte

Igor Matanovic scheitert mit seinem Elfmeter an FC-Keeper Marvin Schwaebe.
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Als Schiedsrichter Bastian Dankert das Spiel zwischen dem SC Freiburg und dem 1. FC Köln um 19.26 Uhr abpfiff, haderten einige Spieler der Gäste sichtlich mit dem Ergebnis. Dann trotteten sie kurz in Richtung des FC-Fanblocks und holten sich Applaus ab. Es wäre mehr drin gewesen für den Aufsteiger. Die Mannschaft von Trainer Lukas Kwasniok verlor eine über weite Strecken ausgeglichene Partie beim Europa-League-Teilnehmer, der am Donnerstagabend noch im Einsatz gewesen war, mit 1:2. Die frühe Führung nach einem Eigentor von Max Rosenfelder (10.) reichte den Gästen nicht. Freiburg drehte die Partie durch Tore von Derry Scherhant (11.) und Igor Matanovic (44.). „Wir haben verloren, weil sich der Fußball über Momente entscheidet“, sagte Kwasniok nach dem Schlusspfiff. „Ich fand die Leistung mehr als ordentlich, aber am Ende geht es um Punkte – und die haben wir heute nicht sammeln können. Mit einem Punkt hätten beide Mannschaften leben können, das hätte den Leistungen entsprochen.“
Nach dem erlösenden 2:1-Sieg am vergangenen Wochenende gegen Mainz gab es nun wieder zumindest vom Ergebnis her einen Rückschlag für die Kölner, die allerdings nicht enttäuschten, sich durch Unkonzentriertheiten in der Defensive aber das Leben selbst schwer machten. Erneut viel Aufwand, aber wieder keine Punkte. Von den vergangenen zehn Punktspielen hat der FC neun nicht gewonnen – ein Lauf ist etwas anderes. Mit 20 Punkten sind die Kölner Tabellenzehnter, der Vorsprung auf den Relegationsrang ist aber auf fünf Punkte geschmolzen.
Kwasniok hatte im Vergleich zur Partie gegen Mainz gleich fünf Veränderungen in der Startelf vorgenommen. Gezwungenermaßen musste der Coach auf den bisher so überzeugenden Neuzugang Jahmai Simpson-Pusey verletzungsbedingt verzichten, freiwillig setzte er Cenk Özkacar, Isak Johannesson, Said El Mala und überraschend auch Eric Martel auf die Bank. Erstmals überhaupt unter Kwasniok war Martel nur Ersatz.
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Dass Ausnahmetalent El Mala ebenfalls erst einmal auf der Bank saß, verwunderte nicht wirklich, da der 19-Jährige in der vergangenen Woche aufgrund eines Infekts mehrere Tage nicht trainiert hatte.
Von Beginn an liefen Rav van den Berg, Kristoffer Lund, Tom Krauß, Jan Thielmann sowie Ragnar Ache auf, der mit zwei Toren gegen Mainz der Kölner Matchwinner gewesen war. Lund und van den Berg bildeten mit Sebastian Sebulonsen und Alessio Castro-Montes in der 4-4-2-Grundordnung die Viererabwehrkette.
Die Gäste waren bei eisigen Bedingungen sofort auf Betriebstemperatur und hatten durch Linton Maina und Marius Bülter in den ersten sechs Minuten gleich zwei gute Abschluss-Gelegenheiten. Der FC trat mutig und druckvoll auf, und so war die frühe Führung keine Überraschung, sondern Resultat der guten Anfangsphase. Maina hatte auf den in den Strafraum mitgelaufenen Ache geflankt. Der Mittelstürmer kam zwar nicht mehr an den Ball, erzwang aber den Fehler. Freiburgs Max Rosenfelder bugsierte das Leder unglücklich ins eigene Tor (10.).

Die Freiburger jubeln, FC-Torhüter Marvin Schwäbe ist geschlagen.
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Die Kölner jubelten, doch ihre Freude währte nur 92 Sekunden. Denn postwendend kassierten sie den Ausgleich. Nach mehreren Kopfballduellen kam Eggestein an den Ball, leitete auf Suzuki weiter. Der Japaner steckte in den Lauf auf Derry Scherhant durch, der mit einem Lupfer FC-Keeper Marvin Schwäbe überwand (11.). Ein sehenswerter Spielzug, allerdings wirkte die gesamte Kölner Abwehr nicht auf der Höhe. Nach vorn spielte der FC allerdings weiterhin mit Überzeugung. Und wieder war es Maina, der in der 37. Minute gefährlich wurde, unter Bedrängnis aber keinen Druck auf den Ball bekam, so dass Torhüter Atubolu ohne große Mühe parieren konnte.
Vollkommen unnötig war allerdings, dass der FC den Gegner kurz vor der Pause erneut zum Toreschießen einlud. Nach einer Hereingabe von Beste schraubte sich Matanovic in die Höhe, köpfte Mitspieler Ginter an den Oberschenkel. Doch kein Kölner griff ein, so dass Matanovic erneut an den Ball kam, sich nicht bitten ließ und zum 2:1 einschoss (44.). Der FC hatte gegen einen Gegner, der am Donnerstag noch in der Europa League im Einsatz gewesen war, nicht viel zugelassen – und lag dennoch zurück.
Wir hatten ordentliche Möglichkeiten, hatten aber auch Glück, dass die Freiburger uns nicht die Lichter ausschießen mit dem Elfmeter
Zu Beginn der zweiten Halbzeit spielte Kwasnioks Mannschaft wieder mutig und druckvoll nach vorne. Und kam sofort zu Chancen, doch weder Ragnar Ache per Kopf noch Marius Bülter, der von Kübler gerade noch geblockt wurde, nutzten ihre Möglichkeit. Wieder kratzte der FC am Ausgleich, der fiel allerdings nicht.
In der 64. Minute dann wieder ein Nackenschlag für die Gäste: Denn Freiburg bekam einen zweifelhaften Hand-Elfmeter zugesprochen. Matanovic schoss Castro-Montes an die Hüfte, von dort prallte der Ball an den allerdings weit abgespreizten Arm des Belgiers. Der Videoschiedsrichter griff nicht ein. Doch Schwäbe hielt sein Team im Spiel, der Keeper antizipierte stark und hielt den flach geschossenen Elfmeter von Matanovic. „Wir hatten ordentliche Möglichkeiten, hatten aber auch Glück, dass die Freiburger uns nicht die Lichter ausschießen mit dem Elfmeter“, gab Kwasniok später zu Protokoll.
Das Spiel blieb ausgeglichen. In der 82. Minute bekam der FC noch einen Freistoß in aussichtsreicher Position zugesprochen, doch Castro-Montes zielte deutlich über das Tor. In der 88. Minute verhinderte Schwäbe die Vorentscheidung, als er einen Kopfball von Höler stark parierte. Doch nach vorne konnten die Kölner nicht mehr zusetzen.

