Der Kölner Dauerbrenner gefällt auch auf der Doppel-Sechs – das hat Folgen für Ausnahmetalent Said El Mala.
Kölner AllzweckwaffeKaminski bleibt auch gegen Mainz Verbindungsspieler im FC-Zentrum

Gewohnt dynamisch: Kölns Jakub Kaminski (M.)
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Der 1. FC Köln sucht nach spielerischen Lösungen. Und hat sie – auch wenn die Ergebnisse zuletzt ausblieben – im eigenen Kader gefunden. Jakub Kaminski, eigentlich für die linke Außenbahn geholt, hat sich jüngst zum Taktgeber im Zentrum entwickelt. Trainer Lukas Kwasniok setzte den 23-Jährigen in den vergangenen beiden Spielen auf der Doppelsechs ein – und verlieh so dem Kölner Spiel eine neue Struktur.
In der zweiten Halbzeit in der Partie beim 1. FC Heidenheim (2:2) rückte Kaminski für Denis Huseinbasic ins Mittelfeldzentrum und sorgte dort für mehr Kontrolle und Dynamik. Der FC gewann an Stabilität, es wurde flüssiger nach vorne gespielt. Und gegen den FC Bayern (1:3) setzte Kwasniok von Beginn an auf den Polen – und wurde erneut bestätigt.
Kaminski spulte 12,4 Kilometer ab, gewann 83 Prozent seiner Zweikämpfe, schloss immer wieder die Räume. Gleichzeitig schaltete er sich mutig in die Offensive ein und suchte aus der Distanz den Abschluss. Der Pole war der zuvor vergeblich gesuchte bewegliche Verbindungsspieler zwischen Defensive und Angriff, er sorgte für mehr Balance im Zentrum, Tempo im Umschaltspiel und mehr Optionen im Aufbau. Kaminski gefiel die neue Rolle: „Ich bin ein Flexibilitäts-Spieler. Es ist kein Problem, eine andere Position zu adaptieren. Ich mache alles für diese Mannschaft.“
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Gegen Mainz (Samstag, 15.30 Uhr) spricht vieles dafür, dass Kaminski erneut im Zentrum beginnt. Neben Tom Krauß, der gegen Bayern mit Aggressivität und vielen Ballgewinnen überzeugte, könnte er wieder die Rolle auf der Doppelsechs übernehmen. Eric Martel wird nach abgesessener Gelbsperre voraussichtlich erneut in der Dreierkette gebraucht, während Said El Mala auf dem linken Flügel zum Einsatz kommt – wenn Kwasniok das Ausnahmetalent von Beginn an bringt.
FC zieht vereinbarte Kaufoption
Der Kölner Dauerbrenner, der in allen 17 Ligaspielen in der Startelf stand, schließt damit gleich mehrere Lücken im System. Trainer Lukas Kwasniok deutete diese Perspektive bereits an. „Wenn Said El Mala spielen soll, muss Kuba ja irgendwo hin“, sagte er mit einem Schmunzeln – und wurde ernst: „Er ist unfassbar spielintelligent. Das ist durchaus ein Modell für die Zukunft.“ Das heißt aber auch, dass Huseinbasic oder der formschwache Isak Johannesson vorerst das Nachsehen haben.
Die Entwicklung von Kaminski in dieser Saison hat auch Auswirkungen über den Sommer hinaus. Der 23-Jährige ist bis dann vom VfL Wolfsburg ausgeliehen. Der FC wird die vereinbarte Kaufoption in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro ziehen. Eine wohlüberlegte Investition: Kaminski, in Wolfsburg noch ein Mitläufer, hat seinen Marktwert mehr als verdoppelt, dieser wird auf rund zwölf Millionen Euro taxiert.

