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Kölner Team und Trainer unter DruckKwasniok bleibt sich auch in der Krise treu

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Trainer Lukas Kwasniok 1.FC Koeln, Said El Mala 1. FC Koeln, v.re. 06.12.2025, Fussball 1. Bundesliga, Saison 2025/2026, 13. Spieltag, 1. FC Köln - FC St. Pauli 1:1 DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video Koeln RheinEnergieStadion Nordrhein Westfalen Deutschland *** Coach Lukas Kwasniok 1 FC Koeln , Said El Mala 1 FC Koeln , v re 06 12 2025, Football 1 Bundesliga, Season 2025 2026, 13 Matchday, 1 FC Köln FC St Pauli 1 1 DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and or quasi video Koeln RheinEnergieStadion Nordrhein Westfalen Germany Team2

FC-Trainer Lukas Kwasniok plant, Said El Mala gegen Dortmund von Beginn an zu bringen.

Der FC-Trainer sagt, dass ihn die Diskussion um seine Person nicht berührt. Er sei überzeugt, dass sein Team den Klassenerhalt schafft. El Mala in der Startelf.

Lukas Kwasniok, das versicherte der Cheftrainer des 1. FC Köln am Donnerstag erneut, ist ein Coach, der nach eigenen Angaben nicht viel liest, was um ihn herum geschrieben wird. Das betrifft offenbar lokale und regionale Medien ebenso wie soziale Netzwerke. Er lasse sich deshalb vor Pressekonferenzen von der Medienabteilung informieren, welche Themen zuletzt diskutiert wurden. Schließlich wolle er nicht immer dasselbe sagen oder in Floskeln antworten, sagte Kwasniok.

Auch wenn es derzeit sportlich nicht läuft, gelingt dem 44-Jährigen das auch in der Krise: Pressekonferenzen mit Kwasniok sind selten langweilig und oft unterhaltsam – zwei Tage vor dem Heimspiel des kriselnden Bundesliga-Aufsteigers gegen Borussia Dortmund (Samstag, 18.30 Uhr) folgte keine Ausnahme. Doch Kwasniok dürfte kaum entgangen sein, dass nach nur zwei Siegen aus den vergangenen 15 Spielen auch über ihn diskutiert wird. Konkret geht es um die Frage, ob Kwasniok noch der Richtige ist, um die Mannschaft wieder in die Spur zu bringen. Beim 0:2 in Augsburg hatten die Kölner jedoch auf ganzer Linie enttäuscht, der Druck auf den Trainer ist spürbar. In den drei Spielen bis zur Länderspielpause muss das Ruder herumgerissen werden – von einem Job-Ultimatum wollte Kwasniok jedoch nichts wissen.

Vizepräsident Ulf Sobek und Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler hatten nach dem Augsburg-Spiel erklärt, dass sie weiter hinter dem Trainer stehen. Kessler machte jedoch klar, dass nun Ergebnisse folgen müssen: „Wir reden nichts schön, weil am Ende Ergebnisse zählen. Entsprechend konsequent analysieren wir unsere Spiele und leiten daraus unsere Entscheidungen ab. Wir haben die Qualität, unser Saisonziel zu erreichen.“ Und Kessler erhöhte den Druck: „Wir wissen, was gefordert ist, und ich erwarte, dass wir das entsprechend umsetzen.“

Mein Auftrag ist, dauerhaft gut mit den Jungs zu arbeiten und immer daran zu glauben, dass ich die Situation verändern kann. Wenn ich das Gefühl nicht mehr habe, dann weiß ich, wo die Büros der Verantwortlichen sind.
FC-Trainer Lukas Kwasniok

Kwasniok selbst bewertet die Situation nüchtern: „So ist es in der Bundesliga und in Köln. Wir gehen auf den Platz, um nach Möglichkeit Spiele zu gewinnen. Wenn du über eine längere Zeit nicht gewinnst, kommen andere Themen auf. Mein Auftrag ist, dauerhaft gut mit den Jungs zu arbeiten und immer daran zu glauben, dass ich die Situation verändern kann.“ Sollte dieses Gefühl einmal fehlen, deutete er indirekt Konsequenzen an: „Wenn ich das Gefühl nicht mehr habe, glaubt mir, dann weiß ich, wo die Büros der Verantwortlichen sind. Ich werde euch nicht damit plagen, dass die Mannschaft hier eine Grütze zusammenkickt.“

Dennoch bleibt Kwasniok überzeugt von der Leistungsfähigkeit seines Teams: „Die Mannschaft ist zu gut, um das Ziel nicht zu erreichen. Sie hat in den vergangenen Spielen gezeigt, dass sie über dem Strich stehen kann. Die Phase ist nur im Moment nicht die beste. Diese Phasen musst du aber aushalten. Wir werden unser Ziel erreichen“, sagte der Trainer. Kwasniok macht deutlich, dass er und seine Spieler sich nicht von der aktuellen Diskussion um seine Person oder Kritik aus der Ruhe bringen lassen: „Es ist nicht nur in Köln so, dass es Diskussionen gibt, wenn du Spiele nicht gewinnst. Hier sind sie nur etwas intensiver. An mir geht das vorbei, mir geht es einzig und allein um die Arbeit mit der Mannschaft.“

Die Mannschaft ist zu gut, um das Ziel nicht zu erreichen. Die Phase ist nur im Moment nicht die beste. Diese Phasen musst du aber aushalten. Wir werden unser Ziel erreichen
Lukas Kwasniok über den Klassenerhalt

Dabei unterstrich er, dass es in Phasen wie dieser auf Geduld und Konstanz ankomme. Und mit einer Prise Humor fügte Kwasniok hinzu: „Wenn ihr nichts zu schreiben habt, schreibt über mich. Es ist nicht so, dass ich zusammenbreche. Ganz im Gegenteil.“ Auch über die medialen Debatten denkt er pragmatisch: „Die Jungs haben bisher gezeigt, dass wir es schaffen, über dem Strich zu sein. Das werden wir auch in den nächsten Spielen unter Beweis stellen.“

Personell kann Kwasniok wieder auf Alessio Castro-Montes zurückgreifen, der auf der rechten Schiene beginnen soll. Maina hingegen, den nach dem Rippenbruch noch eine Krankheit geplagt hatte, soll als Joker kommen. „Bei Linton ist es so, dass er drei, vier Tage ausgefallen ist mit Magen-Darm-Problemen und wirklich abgenommen hat. Er hechelt ein wenig hinterher und ist keine Startelf-Option – aber eine Waffe, um von der Bank aus nachzulegen“, sagte Kwasniok und sendete „liebe Grüße“ an Maina: „Die zwei, drei Kilo weniger stehen ihm sehr gut.“ Ein Mann in seinem Element.

El Mala kehrt in Startelf zurück

Nach den deutlichen Worten von Bundestrainer Julian Nagelsmann stellte Kwasniok zudem Said El Mala eine Rückkehr in die Startelf in Aussicht: „Said ist diese Woche die ganze Zeit marschiert. Das ist entscheidend für mich. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er gegen Dortmund beginnt.“

Nagelsmann hatte zuvor gefordert, dass El Mala in Köln mehr spielen müsse, um Chancen auf eine WM-Teilnahme zu haben. Kwasniok reagierte zurückhaltend: „Said bekommt sehr viele Informationen von sehr, sehr vielen Menschen – soziale Medien, Trainerteam, Verein, Berater. All das zu verarbeiten, ist nicht einfach. Jetzt hat sich der Bundestrainer geäußert“, sagte er mit einem Schmunzeln, ohne die Aussagen bewerten zu wollen: „Ich schätze Julian sehr, muss aber keinen täglichen Austausch mit ihm haben.“

Trotz der mageren Ausbeute seines Team zeigte sich Kwasniok optimistisch: „Ich spüre im Training, dass die Jungs daran glauben und die Vision haben, tatsächlich diesen Samstagabendfluch zu brechen.“ Für Köln ist es bereits das siebte Samstagabendspiel – bisher stehen sechs Niederlagen. „Im Leben brauchst du immer Visionen“, sagte Kwasniok. Und als Bundesliga-Trainer Punkte. Auf jeden Fall mehr als zuletzt.