Die Kölner Mannschaft und ihr Trainer Lukas Kwasniok haben beim 2:1-Sieg gegen Mainz bewiesen, dass sie mit Drucksituationen umgehen können.
1. FC KölnBerechtigte Hoffnung auf die Wende zum Guten


FC-Trainer Lukas Kwasniok herzt nach dem Abpfiff den Kölner Matchwinner Ragnar Ache, der beim 2:1-Sieg gegen Mainz doppelt traf.
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Spieler, die sich freudestrahlend umarmten, lachten und mit den Fans feierten. Verantwortliche und Mitarbeiter des Klubs, die einfach nur erleichtert wirkten. Ein Trainer, von dem eine gehörige Portion Druck abgefallen sein dürfte, der allerdings nicht triumphierte, was ohnehin nicht angebracht gewesen wäre, sondern betont um eine sachliche Einordnung bemüht war.
Doch allein Blicke in die Gesichter reichten schon aus, um zu erkennen, dass allen beim 1. FC Köln am Samstag nach dem Abpfiff tonnenschwere Steine vom Herzen gefallen waren. Der 2:1-Sieg gegen Mainz könnte für den Bundesliga-Aufsteiger bereits ein Schlüsselerlebnis auf dem Weg zum Klassenerhalt gewesen sein.
Der FC war auf jeden Fall im Abstiegskampf der Gewinner des Spieltags. Mainz hätte durch einen Sieg bis auf zwei Punkte an den FC herankommen können, nun haben die Kölner den Konkurrenten auf acht Punkte distanziert, sieben Zähler Vorsprung sind es auf den Relegationsplatz. 20 Punkte hat der FC auf dem Konto, womöglich reichen in dieser Saison 34, 35 Zähler zur Rettung, dem Hauptziel der Kölner. Diesem sind sie durch den Sieg einen größeren Schritt nähergekommen. Und ganz wichtig: In einer zuvor angespannten Lage verschafft der Erfolg dem zuvor acht Spiele sieglosen FC dringend benötigte Ruhe.
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Die Partie lieferte einige Erkenntnisse. Eine Wahrheit, die bei aller Erleichterung und Freude nicht verschwiegen werden sollte: Die erste Halbzeit war ein Offenbarungseid. Mut-, ideen- und konzeptlos hatten sich die Kölner gegen einen personell arg dezimierten Gegner präsentiert. Der FC hatte in den Abgrund geblickt. Die Stimmung drohte zu kippen. Hätte Mainz in der 36. Minute zum 2:0 getroffen, so wäre wohl in Müngersdorf ein derart toxisches Klima entstanden, in dem eine Wende kaum noch möglich gewesen wäre.
Doch es kam anders. Stattdessen kam es in der zweiten Halbzeit zum Schulterschluss zwischen den Fans und der Mannschaft, als diese endlich die Leidenschaft zeigte, die man sich bereits von Anfang von ihr erwartet hätte. Das Stadion war sofort da, als mutig und engagiert gespielt wurde. Mannschaft und Trainerteam bewiesen, dass sie mit enormen Drucksituationen umgehen können. Lukas Kwasniok fand zur Pause in der Kabine offenbar nicht nur die richtigen Worte, sondern traf auch die richtigen Entscheidungen. Er revidierte einige seiner personellen Maßnahmen, die nicht gefruchtet hatten. Sein Dreifach-Wechsel ging ebenso auf wie sein Umdenken, Verantwortung an die Spieler abzugeben.
So tritt keine Mannschaft auf, die gegen ihren Trainer spielt
Viel war zuvor von atmosphärischen Störungen zwischen dem Trainer und Teilen der Mannschaft die Rede. Doch in der zweiten Halbzeit zeigte sich: So tritt keine Mannschaft auf, die gegen ihren Trainer spielt.
Dafür hat es allerdings einiger Aussprachen bedurft. Der Samstag könnte die Wende zum Positiven eingeleitet haben. Könnte, denn die Protagonisten haben sich in den 95 Minuten natürlich nicht komplett verändert. Doch diese Mannschaft hat Potenzial, ihr Trainer ebenso. Sie müssen es allerdings auch heben.

