Der 1. FC Köln hat das konkrete Angebot von Brighton für Ausnahmetalent Said El Mala abgelehnt. Das birgt Chancen und Risiken zugleich.
Angebot abgelehntSaid El Mala und der riskante Spagat des 1. FC Köln


FC-Trainer Lukas Kwasniok spricht Said El Mala vor dessen Einwechslung im Spiel gegen Wolfsburg (1:0) gut zu.
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Der 1. FC Köln hat mit Said El Mala ein Ausnahmetalent in seinen Reihen, das enorme Begehrlichkeiten weckt. Zwar hat der Klub seit vielen Jahren eine herausragende Nachwuchsarbeit, doch dass andere Vereine bereit sind, eine Summe von 25, 30 oder am Ende noch deutlich mehr Millionen für einen jungen Spieler des FC auszugeben, der beim Klub auch langfristig unter Vertrag steht, das hat es zuvor nicht gegeben. Und wenn sich doch mal ein im Verein ausgebildetes Talent bei den Kölnern in den Vordergrund spielte, dann verlor es der FC wie im Fall von Tim Lemperle, der mit 15 ans Geißbockheim kam, zum Nulltarif.
Das Interesse an El Mala ist für den FC somit grundsätzlich etwas Positives. Doch das Thema ist auch ein Spagat für den Klub. Es geht um eine sorgfältige Abwägung von Chance und Risiko. Der Klassenerhalt steht für den Aufsteiger klar an erster Stelle. Und ein El Mala in der Form der Hinserie würde die Chance auf diesen noch einmal erhöhen. Die Verantwortlichen haben zudem mehrfach klar kommuniziert, dass sie das Ausnahmetalent nicht im Winter abgeben wollen.
1. FC Köln: Ablehnung des Brighton-Angebots überrascht nicht
Es ist deshalb nicht überraschend, dass sie die konkrete Offerte aus Brighton abgelehnt haben – auch wenn El Mala frühestens im Sommer gegangen wäre. Zumal sie auch darauf spekulieren oder sogar damit rechnen, dass noch höher dotierte Angebote folgen könnten.
Die FC-Verantwortlichen um Trainer Kwasniok werden jetzt aber auch daran gemessen, wie sie mit El Mala umgehen und wie geschickt sie alles moderieren. Es gilt, die fußballerischen Waffen des 19-Jährigen im Sinne aller Beteiligten am besten einsetzen und so zur Geltung zu bringen, dass alle davon profitieren. Gelingt das, entwickelt sich El Mala also zum Stammspieler, trifft er weiterhin regelmäßig und empfiehlt sich somit für die WM, dann würde auch sein Marktwert weiter steigen.
Klubs bewerten noch mehr das Potenzial als die Form des Talents
Doch sollte der 19-Jährige nur begrenzt zum Einsatz kommen, wie es zuletzt schon der Fall war und vielleicht sogar in ein Loch fallen, dann dürfte das auch Einfluss auf seinen Marktwert haben. Allerdings auch nicht in dem Ausmaß, das manche vielleicht befürchten.
Denn interessierte Klubs bewerten bei einem 19-Jährigen vielmehr das Potenzial als die Form eines Teenagers, die auch Schwankungen unterlaufen ist. Sie wissen, welche Fähigkeiten der Spieler hat und dass er den Unterschied ausmachen kann. Nicht umsonst wurde er bereits erstmals in den DFB-Kader berufen. Und diese Vereine wären sicher bereit, auch dann noch tief für El Mala in die Tasche zu greifen, sollte der bis dato so steile Aufstieg des Teenagers zwischenzeitlich gebremst sein. Zwischenzeitlich – wohlgemerkt.

