Ist die Hoffnung auf eine WM-Teilnahme für Said El Mala nach den klaren Worten von Julian Nagelsmann vorbei? Lothar Matthäus gibt seine Einschätzung ab.
Nach Nagelsmann-InterviewSo schätzt Matthäus El Malas WM-Chancen ein

Lothar Matthäus hat das Interview von Julian Nagelsmann mit Interesse gelesen.
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Julian Nagelsmann hat mit seinen deutlichen Aussagen Richtung Said El Mala für Unruhe bei Fans des 1. FC Köln gesorgt. Für das Kölner Top-Talent scheint die Hoffnung auf die Weltmeisterschaft zu schwinden.
Der Bundestrainer nominierte El Mala im November zum ersten Mal für die DFB-Auswahl. Allerdings kam der Spieler nicht zum Einsatz und wurde wieder zur U21-Mannschaft geschickt. Seither ist Nagelsmann mit den Fortschritten des Talents nicht vollends zufrieden.
„Kwasniok vielleicht auch umdenken“
In einem Gespräch mit dem „Kicker“ äußerte Nagelsmann: „Ich finde, dass er es bei uns im November ordentlich gemacht hat. Aber es ist noch mal ein Unterschied, ob du bei Bayern oder bei Köln bist. Er muss einfach mehr Spielzeit bekommen in Köln.“
Er ergänzte seine Ausführungen: „Diese Ansage richtet sich nicht an Lukas Kwasniok, weil ich ihn als einen Trainer kennengelernt habe, der genau beobachtet, was er für sein Spiel benötigt, auch in der Defensive. Said muss den Anspruch haben, dass er in Köln Stammspieler ist und immer spielt. Aber er spielt 50 Prozent, das ist zu wenig. Und das liegt nicht am Trainer, was man dann oft meint, sondern es liegt an ihm selbst, wie stabil er in der Defensive arbeitet.“
Bedeutet dies das endgültige WM-Aus für El Mala? Der Rekordnationalspieler des DFB, Lothar Matthäus, glaubt nicht, dass die Tür schon ganz zu ist.
In seiner Kolumne für Sky spekulierte der Fernsehexperte, El Mala bleibe ein „erweiterter Kandidat für Nagelsmann“. Demnach hat der Kölner Akteur noch eine kleine Chance, doch noch an der WM teilzunehmen. Bedingung dafür ist, dass er häufiger spielt. Matthäus meinte: „Jetzt, wo der FC im Abstiegskampf steckt, wird Kwasniok vielleicht auch umdenken und ihm mehr Einsatzzeit geben.“
Nagelsmann ist jedoch der Ansicht, dass dies allein von El Mala abhänge. „Es liegt letztendlich am jungen Spieler, dem Trainer zu zeigen: Du kannst dich immer auf mich verlassen! Und dann wird ein Trainer dieses Top-Talent auch spielen lassen“, erklärte der DFB-Trainer. Er hob außerdem hervor: „Ich finde, da muss man Tom Bischof, Lennart Karl oder Aleks Pavlovic ein bisschen anders bewerten, weil die Kaderstruktur bei Bayern eine andere ist als in Köln.“
Matthäus: Karl hat die Nase vorn
Das bedeutet: El Mala muss sich in der weniger starken Kölner Mannschaft durchsetzen, um für das Nationalteam infrage zu kommen. Die Lage bei Lennart Karl gestaltet sich aufgrund des stärkeren Wettbewerbs beim FC Bayern anders. „Ich habe nicht den Anspruch, dass er Stammspieler wird, um dann bei der WM dabei zu sein. Denn das wird er nicht. Aber er muss schon einen gewissen Rhythmus sammeln, bei jungen Spielern geht es viel ums Selbstvertrauen“, erläuterte Nagelsmann. Damit hielt er die Tür für Karl wesentlich weiter offen als für El Mala.
Matthäus sieht im Zweikampf der beiden Bundesliga-Senkrechtstarter ebenfalls einen eindeutigen Gewinner. Der Weltmeister von 1990 und frühere Weltfußballer hält Karl aufgrund dessen „vielseitigen Fähigkeiten“ für einen sicheren WM-Kandidaten – anders als El Mala: „Karl hat sein Niveau auch schon auf international höchstem Niveau gezeigt und ist El Mala eine Nasenlänge voraus.“ (red)

