Abo

TransferstreitStaatsanwaltschaft sucht Beschuldigten im Fall Potocnik

3 min

FC-Leihgabe Jaka Cuber Potoncik im Trikot von Rot-Weiss Essen.

Die Ermittler vermuten die gesuchte Person in Osteuropa. Währenddessen will der 1. FC Köln den 2027 auslaufenden Vertrag mit Jaka Cuber Potocnik vorzeitig verlängern.

Zweieinhalb Jahre nachdem der 1. FC Köln im Transferstreit mit Olimpija Ljubljana um Sturmtalent Jaka Cuber Potocnik Strafanzeige wegen eines möglichen versuchten Betrugs gestellt hatte, sucht die Staatsanwaltschaft Köln nach Informationen dieser Redaktion nach einem der Beschuldigten. Die Ermittler vermuten, dass sich die gesuchte Person im osteuropäischen Raum aufhält. „Die Ermittlungen in dem Fall dauern an“, teilte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer auf Anfrage mit.

Dies liege „insbesondere daran, dass zur weiteren Aufklärung des Sachverhalts die Vernehmung eines Verfahrensbeteiligten erforderlich ist, dessen Aufenthaltsort wir zunächst in Bosnien und Herzegowina vermutet haben. Die dortigen Behörden haben uns nun als Antwort auf unser Rechtshilfeersuchen mitgeteilt, dass sich die betreffende Person offenbar dauerhaft in Kroatien aufhalte, weshalb wir nun ein weiteres Rechtshilfeersuchen nach Kroatien gesteuert haben, um dort den Aufenthaltsort zu ermitteln und eine Vernehmung zu veranlassen“, erklärte Bremer, und weiter: „Dieses länderübergreifende Prozedere nimmt naturgemäß viel Zeit in Anspruch, weshalb sich die Ermittlungen noch etwas hinziehen werden.“

Dieses länderübergreifende Prozedere nimmt naturgemäß viel Zeit in Anspruch, weshalb sich die Ermittlungen noch etwas hinziehen werden.
Ulrich Bremer, Oberstaatsanwalt

Der FC hatte im Herbst 2023 nach der Anhörung vor dem Internationalen Sportgerichtshof (Cas) Strafanzeige gegen drei Vertreter von Potocniks Ex-Klub Olimpija Ljubljana gestellt. Unklar blieb zunächst, ob es sich bei dem gesuchten Beschuldigten um einen Vertreter Ljubljanas handelt. Der Kölner Vorwurf lautet, dass der slowenische Klub durch ein gefälschtes Angebot versucht haben soll, die Ablöse für Potocnik in die Höhe zu treiben. Ljubljana verlangte damals 2,5 Millionen Euro Entschädigung. Als Grundlage nannte der Klub eine angebliche Offerte von Dinamo Zagreb für Potocnik in derselben Größenordnung.

Der Cas sprach Olimpija im Dezember 2023 allerdings nur 60.000 Euro zu. Am Urteil des Weltverbands Fifa, der im Frühjahr 2023 eine einjährige Transfersperre gegen den FC verhängt hatte, hielt das Schweizer Schiedsgericht fest. Der Cas sah es als erwiesen an, dass Potocnik vor seinem Wechsel nach Köln im Januar 2022 seinen Vertrag in Ljubljana nicht rechtswirksam aufgelöst hatte.

Noch keine Gespräche zwischen RW Essen und Jaka Cuber Potocnik

Der slowenische U-21-Nationalstürmer ist noch bis Saisonende an den Drittligisten Rot-Weiss Essen ausgeliehen. Nach einer von Verletzungspech geprägten Hinrunde befindet sich Potocnik nunmehr in einem deutlich stabileren Zustand. In den jüngsten zwölf Drittligaspielen kam er elfmal zum Einsatz. Derzeit steht er bei drei Toren und einer Vorlage. Während Potocnik auf seinen Durchbruch bei den Kölner Profis noch wartet, möchte der FC den im Sommer 2027 auslaufenden Vertrag vorzeitig verlängern. Nach Informationen dieser Redaktion weilte Potocnik vor kurzem für Verhandlungen am Geißbockheim. Beim FC spricht man von „guten Gesprächen“.

Die Planungen sehen vor, den Stürmer erneut zu verleihen. Ob die Leihe nach Essen verlängert wird, ist offen. Bislang fanden offenbar keine Gespräche zwischen RWE und Potocnik statt. Ein Grund dafür ist wohl die unklare zukünftige Ligazugehörigkeit der Essener – Dritte Liga oder 2. Bundesliga. Nach zwei Niederlagen in Folge ist das Team des früheren Fortuna-Köln-Coaches Uwe Koschinat auf den Relegationsplatz abgerutscht. Drei Spieltage vor Saisonende beträgt der Rückstand auf den Tabellenzweiten Energie Cottbus zwei Punkte.