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Kommentar

Trotz Niederlage gegen Leverkusen
Eine intakte FC-Mannschaft, die ihr Ziel erreichen wird

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Rene Wagner Koeln instruiert Felipe Chavez Koeln 27 25.04.2026  Fussball  1. FC Koeln vs Bayer Leverkusen, Rheinenergiestadion, Koeln, DFB/DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO *** Rene Wagner Koeln instructs Felipe Chavez Koeln 27 25 04 2026  Soccer  1 FC Koeln vs Bayer Leverkusen, Rheinenergiestadion, Koeln, DFB DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND OR QUASI VIDEO Copyright: xpepphotox/xHorstxMauelshagenx pep00321, pep_20260425_hm_344984

Letzte Anweisungen: FC-Trainer René Wagner bereit den jungen Felipe Chavez auf seine Einwechslung vor.

Der FC präsentiert sich erneut nicht wie ein künftiger Absteiger. Allerdings hätte die Kölner schon längst sorgenfreier sein können.

So, wie der 1. FC Köln am Samstag gegen Bayer 04 Leverkusen aufgetreten ist, spielt kein künftiger Absteiger. Trotz der unglücklichen Niederlage gegen den Rivalen konnte der FC nicht nur von der Einstellung her, sondern auch spielerisch überzeugen. Obwohl er am Ende mit leeren Händen dastand, darf er noch etwas zuversichtlicher in Richtung Klassenerhalt blicken. Was natürlich auch mit den Ergebnissen der Konkurrenz zu tun hatte: St. Pauli verlor in Heidenheim, Wolfsburg kam nicht über ein torloses Remis gegen Gladbach hinaus. Das Polster der Kölner ist gleich geblieben, die Spieltage werden weniger.

Aber die Zuversicht speist sich auch aus dem Auftritt der Kölner. Die Mannschaft bewies erneut, dass sie intakt ist. Und die Leistung spricht auch für den neuen Cheftrainer René Wagner, der die Spieler offenbar erreicht und weitere Argumente für eine Weiterbeschäftigung sammelte. Wagner hatte die Mannschaft gut ein- und aufgestellt. Die Trainerfrage müssen die Verantwortlichen um Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler indes nicht jetzt beantworten, sondern können das nach dem hoffentlich schon in Kürze erreichten Ziel mit aller gebotenen Ruhe tun. Kessler wird mehrere Faktoren in seine Entscheidung einfließen lassen; nach der verlorenen Wette mit Lukas Kwasniok, den er verpflichtet hatte, will diese Entscheidung wohl überlegt sein.

Überhaupt präsentierte sich der FC zuletzt nur einmal wie ein Absteiger – das war beim uninspirierten Auftritt in der Woche zuvor bei St. Pauli, als der FC mit Glück nicht verlor. Bereits 45 erzielte Tore sprechen zudem dafür, dass sich die Kölner den Klassenerhalt nicht ermauern wollen. Kein anderes Team in der unteren Tabellenhälfte hat so viele Treffer erzielt.

Die Kölner Spieler waren wohl selbst überrascht, wie dominant sie waren

Dass der FC am Samstag den Klassenerhalt nicht zwar noch nicht rechnerisch, aber praktisch besiegelt hat, dafür sollte er sich an die eigene Nase fassen. Die Kölner müssen ein träges Leverkusen bezwingen, das nie die richtige Einstellung zum Derby fand. Man hatte den Eindruck, dass die Kölner Spieler selbst davon überrascht waren, wie dominant sie gegen den Doublesieger von 2024 und Champions-League-Teilnehmer waren. Es war kaum zu fassen, wie viele hochkarätige Chancen der FC vergab und sich so um den Lohn für den Aufwand brachte. Überhaupt sind 31 Punkte nach 31 Spielen zu wenig; der Kader, obwohl der eines Aufsteigers, gibt mehr her. Zu oft stand sich der FC in dieser Saison selbst im Weg.

Der Schiedsrichter muss sich in der Review-Area die Szene angucken

Nach dem Derby stand wieder einmal der Schiedsrichter im Blickpunkt, eine Tatsache, die dem Sport nicht guttut. Robert Hartmann hatte einen fragwürdigen Elfmeter nach angeblichem Handspiel gegen Eric Martel gepfiffen. Das gesamte Regelwerk ist ohnehin extrem undurchsichtig; man hat den Fußball unnötig verkompliziert und ihm die Emotionen genommen. Aber wenn dieses Regelwerk nun einmal besteht, dann ist wiederum nicht zu verstehen, warum Hartmann, der trotz bester Sicht eine andere Wahrnehmung hatte, von Video-Assistent Guido Winkmann nicht in die Review-Area beordert wurde. Wenn der DFB im Nachgang Martels Handspiel selbst nicht als strafbar ansieht und Hartmann nach dem Abpfiff auch noch einräumte, dass er besser hätte weiterspielen lassen, fasst man sich nur noch an den Kopf.