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Kommentar zum DFB-Team Deutschland zeigt endlich wieder Resilienz

Der deutsche Mittelfeldspieler Leon Goretzka (r.) grätscht den Spanier Nico Williams ab. Goretzka trägt ein weißes Trikot und eine weiße Hose.

Ein Signal: In der Nachspielzeit zeigt Leon Goretzka (r.) eine sagenhafte und wichtige Grätsche gegen Spaniens Nico Williams

Mit dem Rücken zur Wand bestand die deutsche Mannschaft den Charaktertest gegen Spanien. Einiges macht Hoffnung und ist anders als beim WM-Debakel 2018, doch ebenso bleiben einige Probleme.

So mancher deutscher Fußball-Fan dürfte am Sonntagabend dann doch seinen WM-Boykott unterbrochen haben und feierte zumindest insgeheim das Tor von Niclas Füllkrug zum 1:1-Endstand in einem hochklassigen Spiel gegen Spanien. Einen Treffer, der Ausdruck von Entschlossenheit, Durchsetzungsvermögen, Willen und Klasse war. Mit dem Rücken zur Wand zeigte Deutschland Resilienz. Die schien dem DFB-Team zuletzt abhandengekommen. Doch diesmal bestand es den Charaktertest.

Die letzten Minuten waren wie eine Botschaft: Mit Deutschland, von vielen nach der Auftaktpleite gegen Japan bereits abgeschrieben, könnte im Verlauf des Turniers doch noch zu rechnen sein. Die letzte Aktion, die sagenhafte Grätsche von Leon Goretzka gegen Nico Williams, taugte sogar als Signal. Doch so wie nach dem Japan-Spiel nicht alles schlecht war, so ist jetzt nicht alles gut. Selbst wenn der Gegner ein starker war, hat das Flick-Team erneut nicht gewinnen, sondern gerade noch den Totalschaden abwenden können.

Die Probleme bleiben

Zur Wahrheit gehört zudem, dass Deutschland nur durch den Coup von Costa Rica gegen Japan überhaupt noch die Chance aufs Weiterkommen hat. Und die Defizite bleiben: Große hinten rechts, gewisse in der Innenverteidigung und bis zur Einwechslung von Füllkrug unübersehbare in der Sturmspitze. Auch während der WM 2018 hatte Deutschland einen emotionalen Höhepunkt im zweiten Spiel. Damals hielt Toni Kroos mit seinem Freistoßtor zum 2:1-Sieg gegen Schweden die Hoffnungen am Leben. Die Euphorie war groß, der Absturz mit dem 0:2 gegen Südkorea noch größer.

Doch es gibt Unterschiede zu 2018: Die Spanien-Partie ordneten die Spieler überwiegend selbstkritisch und realistisch ein. Erst einmal gilt es, Costa Rica mit am besten zwei Toren Differenz zu bezwingen. Zudem ist Deutschland darauf angewiesen, dass Japan gegen Spanien nicht gewinnt. Und: In Russland enttäuschte Deutschland in jeder Partie, in Katar war die Leistung gegen Japan teilweise in Ordnung und gegen Spanien sogar streckenweise gut. Das Team wirkt geschlossener. Vielleicht hat Deutschland durch das Füllkrug-Tor den Knoten gelöst, vielleicht wird es noch zum Schlüssel für das Turnier. Vielleicht aber auch nicht.