Lionel Messi startet in seine sechste WM. Gelingt Argentinien die Titelverteidigung oder endet die Mission in Enttäuschung?
Messis Jagd nach UnsterblichkeitDer Argentinier startet in seine sechste Weltmeisterschaft

Hält Lionel Messi die Trophäe am 19. Juli wieder hoch? (Archivbild)
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Lionel Messi bestreitet sein 200. Spiel für Argentinien zum Auftakt seiner sechsten WM. Gelingt die Titelverteidigung oder endet die Mission in einer Enttäuschung?
Mit seinem 200. Auftritt für Argentinien startet für Lionel Messi die letzte große Aufgabe, den WM-Titel zu verteidigen. Persönliche Anfeuerung für den Spielführer der Albiceleste kam von Staatspräsident Javier Milei: „Los, Messi, verdammt“. Messi selbst äußerte sich mit einem Bekenntnis zur Einheit: „Los geht’s, aber zusammen wie nie zuvor.“
Der Kader der Argentinier, der in die USA gereist ist, umfasst 17 Spieler des Weltmeisterteams von Katar. Das Eröffnungsspiel gegen Algerien wird in Kansas City ausgetragen und ist in Deutschland in der Nacht zum Mittwoch (03.00 Uhr, ARD und Magenta TV) zu sehen.
Schiedsrichter des WM-Endspiels 2022 leitet Auftaktpartie
Als positives Vorzeichen könnte ein Umstand gelten: Die Begegnung wird von Szymon Marciniak geleitet, dem Unparteiischen des WM-Finales von 2022. Die entscheidende Frage lautet jedoch, ob Argentinien das wiederholen kann, was in der beinahe hundertjährigen WM-Historie nur zwei Nationen vollbrachten. Bislang konnten lediglich Italien (1934 und 1938) sowie Brasilien mit Pelé (1958 und 1962) einen Weltmeistertitel verteidigen.
Falls Messi, der am 24. Juni 39 Jahre alt wird, das Team zu einem weiteren Sieg führt, zöge er mit dem dreifachen Weltmeister Pelé gleich. Bedeutender wäre jedoch, dass er damit die argentinische Legende Diego Maradona in Bezug auf die Zahl der WM-Titel überholen würde.

Diego Maradona und Lionel Messi, hier gemeinsam bei der WM 2010, werden in Argentinien immer wieder verglichen. (Archivbild)
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Fallhöhe nach dem Triumph von Katar
Bei einem Scheitern der Mission dürfte die Frage laut werden, weshalb Messi nach dem Erfolg von 2022 überhaupt zu seiner sechsten WM angetreten ist. „Es gibt ein großes Risiko, dass er mit einem Tiefpunkt abtritt, mit einem Anti-Höhepunkt, der Argentinien an all die Weltmeisterschaften vor Katar erinnert“, analysierte der britische „Guardian“.
Kurz vor Turnierbeginn veröffentlichte Messi selbst Bilder seiner vergangenen fünf WM-Teilnahmen. Bis zum Titelgewinn waren diese hauptsächlich von Niederlagen und dem Ringen um Anerkennung in seinem Geburtsland bestimmt, zumal er Argentinien schon im Alter von zehn Jahren verlassen hatte und nie für einen heimischen Verein aktiv war.
Anspruchsvolle Gruppe und hochmotivierte Kontrahenten
Die Vorrundengruppe bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko ist nicht ohne Tücken. Im Anschluss an das Eröffnungsspiel gegen Algerien steht die Begegnung mit Österreich und dessen deutschem Coach Ralf Rangnick an. Als letzter Kontrahent in Gruppe J wartet Jordanien. Auch bei der WM 2022 begann Argentinien mit einem verlorenen Spiel gegen Saudi-Arabien, woraufhin ein entschlossener Messi die Mannschaft zum Turniersieg führte.
Es ist jedoch offensichtlich, dass Erfolge gegen den Titelverteidiger und Messi für die Kontrahenten einen besonderen Stellenwert haben. Aus diesem Grund kann Argentinien in dieser Gruppe sowie im weiteren Turnierverlauf beinahe nur verlieren.
Fragezeichen hinter der Fitness des Teams
Darüber hinaus bestehen Zweifel an der körperlichen Verfassung mancher Akteure. Obwohl sich Torhüter Emiliano Martínez von Aston Villa im Endspiel der Europa League gegen Freiburg einen Fingerbruch zugezogen hatte, wird seine Einsatzfähigkeit erwartet. Eineinhalb Wochen vor dem ersten Spiel zeigte sich Trainer Lionel Scaloni beunruhigt: „Viele Spieler sind noch nicht hundertprozentig fit.“
Messi selbst bleibt die entscheidende Variable. Sein Zustand und seine Stimmung gelten als Indikator für Sieg oder Niederlage. Als gutes Signal wird interpretiert, dass er vor kurzem bei einem Auftritt des argentinischen Musikers Carlos „La Mona“ Jiménez in der vordersten Reihe mitsang.
Zuletzt brillierte er auch in der nordamerikanischen Liga MLS bei Inter Miami mit diversen Rekorden. Dort wie auch im Nationalteam wird er von Rodrigo de Paul unterstützt, der ihm defensive Aufgaben abnimmt.
Messi benennt andere Mannschaften als Favoriten
Messi persönlich äußert sich zurückhaltend. „Man muss sich bewusst sein, dass es meiner Meinung nach andere Favoriten gibt, die besser in Form sind“, erklärte er und zählte Frankreich, Spanien, Brasilien, England, Portugal sowie Deutschland auf. Es bleibt abzuwarten, ob es sich dabei um Understatement handelt.
Auch einen individuellen Rekord könnte Messi aufstellen: Mit drei weiteren Toren würde er die WM-Bestmarke von Miroslav Klose (16 Treffer) egalisieren. Er beteuerte allerdings in einem Gespräch, dass derartige Bestmarken für ihn keine Rolle spielen.
Beim Auftritt von Messi in Kansas wird die Weltöffentlichkeit auf ihn schauen. Zusammen mit Cristiano Ronaldo aus Portugal und dem Mexikaner Guillermo Ochoa gehört er zu den ersten Akteuren, die an sechs Weltmeisterschaften teilnehmen. Falls ihm am 19. Juli 2026 in New Jersey tatsächlich der erneute Titelgewinn glückt, wäre ihm ein Ehrenmal in Argentinien wohl gewiss. (dpa/red)
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