Der Adidas-Laufschuh, mit dem Sebastian Sawe in London Geschichte geschrieben hat, war innerhalb kürzester Zeit vergriffen.
Riesiger HypeAdidas-„Wunderschuh“ sofort ausverkauft – Schwarzmarkt-Preise explodieren

Der Adizero Adios Pro Evo 3 von Adidas ist ein Verkaufsschlager.
Copyright: IMAGO/i Images
Wie zu erwarten war, ist der neue „Superschuh“ von Adidas ein Verkaufsrenner geworden. Der Adizero Adios Pro Evo 3, mit dem Sebastian Sawe am Sonntag die Zwei-Stunden-Marke beim London-Marathon erstmals unterbot, war nur wenige Minuten nach Verkaufsstart vergriffen. Und der Hype kennt keine Ende.
Der deutsche Sportartikelriese hatte das begehrte Modell für 500 Dollar (rund 460 Euro) am Montagvormittag um 10 Uhr in der eigenen adidas-App angeboten. Nach weniger als zwei Minuten war der „Wunderschuh“ ausverkauft.
Anschließend explodierten die Preise für den Adizero Adios Pro Evo 3 auf gängigen Schuhbörsen. Auf dem Wiederverkaufsportal „StockX“ werden Paare in verschiedenen Größen inzwischen für bis zu 1600 Euro gehandelt – mehr als das Dreifache des Originalpreises. Und die Preise steigen weiter.
Der Adizero Adios Pro Evo 3 ist mit nur 97 Gramm der leichteste Rennschuh, den Adidas je produziert hat. Er basiert auf einer weiterentwickelten Lightstrike-Pro-Evo-Schaumstoffmischung und einer extrem dünnen, aber stabilen Carbonplatte. Das Modell wurde bewusst als limitierte Auflage konzipiert und soll erst im Herbst in größerer Stückzahl verfügbar sein.
Der Verkaufserfolg kommt für Adidas zur idealen Zeit. Nur einen Tag zuvor hatten die Adidas-Athleten Rhonex Kipruto (1:59:30 Stunden) und Yomif Kejelcha (1:59:41 Stunden) in London als Erste offiziell die Zwei-Stunden-Marke unterboten. Auch die Frauen-Weltrekordlerin Tigist Assefa trug den Schuh.
Dieser historische Erfolg hat einen enormen „Halo-Effekt“ ausgelöst und die Nachfrage zusätzlich angeheizt. Für Adidas ist der schnelle Ausverkauf ein klarer Imagegewinn im harten Wettbewerb mit Nike.
Während Nike mit der Alphafly-Serie lange dominierte, zeigt der Erfolg der Adizero-Linie, dass der deutsche Konzern im Hochleistungs-Running wieder voll konkurrenzfähig ist. Experten sehen darin einen strategischen Marketing-Coup: Selbst wenn nur ein kleiner Teil der Käufer den Schuh tatsächlich für Wettkämpfe nutzen wird, stärkt der Hype die gesamte Running-Sparte des Unternehmens.
Allerdings bemängeln Kritiker die extreme Limitierung und den hohen Preis. Der Schuh ist in erster Linie für Elite-Athleten konzipiert und soll laut Hersteller nur für wenige Marathon-Einsätze halten. Dennoch zeigt der große Ansturm, wie sehr die Technologie-Debatte um „Superschuhe“ die Lauf-Community bewegt. (mbr)
