Das 0:2 in Piräus in der Königsklasse war die dritte Niederlage in Folge. Der Start in 2026 wurde gründlich in den Sand gesetzt.
0:2 bei OlympiakosBayer 04 schlittert tiefer in die Krise

Leverkusens Lucas Vazquez beim Spiel gegen Olympiakos Piräus
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Griechische Siegeshymnen dröhnten durch das Georgios-Karaiskakis-Stadion, ließen den Hexenkessel in Piräus fast in seinen Grundfesten erschüttern. Olympiakos hatte dem Namensgeber der Arena, einem Freiheitskämpfer der Griechischen Revolution, alle Ehre gemacht und Bayer 04 Leverkusen am siebten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase verdient mit 2:0 (1:0) niedergerungen. „Wir wollten oft die Tiefe belaufen. Das haben wir auch umgesetzt, aber die Chancen eben nicht reingemacht“, sagte Ibrahim Maza. „Wir haben nicht schnell genug durch die Mitte gespielt, bei langen Bällen waren wir in den Duellen dann nicht bissig genug.“
Für den Werksklub war es die dritte Pleite im dritten Spiel des neuen Jahres. Aus dem Fehlstart ist nach der Pleite am Dienstagabend eine handfeste Krise geworden. Denn Leverkusen droht wieder das Vorrunden-Aus in der Königsklasse. Durch die Niederlage in Piräus kommt es am 28. Januar in der Bay-Arena (21 Uhr) gegen den FC Villarreal zu einem Endspiel, das niemand wollte.
Trainer Kasper Hjulmand wurde zu einer großen Umstellung gezwungen. Für den am Knie verletzten Stammkeeper Mark Flekken kam der im Sommer verpflichtete Janis Blaswich zu seinem Startelf-Debüt. Für die zuletzt enttäuschenden Patrik Schick, Malik Tillman und Arthur rückten Christian Kofane, Ibrahim Maza und Lucas Vazquez in die Mannschaft.
Grandiose Atmosphäre
Bayer 04 begann mit den ohrenbetäubend lauten Olympiakos-Ultras im Rücken – und schienen beeindruckt. Denn wieder einmal ging in der Anfangsphase mehr oder weniger alles schief. Nach eineinhalb Minuten schenkte Loic Badé einen Eckball her, was den Anhang sofort in Wallung brachte. Bei der folgenden Hereingabe standen sowohl der Franzose als auch Stürmer Kofane schlecht, was Costinha einen unbedrängten Kopfball und den Griechen die frühe Führung bescherte (2.). Schon gegen den VfB Stuttgart (1:4) hatte die Werkself in der siebten Minute das 0:1 kassiert, gegen Hoffenheim (0:1) war es Minute neun.
Angetrieben vom dauersingenden Anhang stellte sich Piräus trotz der frühen Führung nicht hinten rein, sondern presste bis in Leverkusens Fünfmeterraum auf Ballgewinne – die immer wieder gelangen. Doch Bayer 04 konnte die Reihen mehrfach überspielen und lief dann mit viel Tempo auf die Olympiakos-Abwehr zu. Im letzten Pass oder dem Abschluss fehlte allerdings stets die letzte Überzeugung. Badé, Vazquez, Kofane, Grimaldo und Poku ließen teils beste Ausgleichschancen ungenutzt. Piräus hingegen zeigte sich eiskalt. Nachdem Piräus kurz vor der Pause abermals einen Kofane-Abschluss erfolgreich geblockt hatte, landete der Ball bei Rodinei, der über die rechte Seite den Sprint anzog. Badé und Andrich deckten gemeinsam Mehdi Taremi – und ließen den einzig möglichen Pass auf den iranischen Angreifer zu. Badé hob dazu das Abseits auf, Andrich kam nicht hinterher. Und die gnadenlos effizienten Griechen erhöhten mit der zweiten Chance auf 2:0.
Wer nach dem Seitenwechsel eine dominante und auf die Wende drückende Werkself erwartet hatte, wurde enttäuscht. Wenn Leverkusen in Ballbesitz war, dann in der Regel in ungefährlichen Räumen, da Olympiakos die Pressing-Intensität hochhielt. Die Absage des Ligaspiels am vergangenen Wochenende gegen Asteras Tripolis hatte sich ausgezahlt – die Gastgeber wirkten schier unermüdlich kampfeslustig. Kapitän und Abwehrchef Panos Retsos, einst Transferflop von Bayer 04, hielt seine Defensive erfolgreich zusammen.
Die größte Leverkusener Gelegenheit der zweiten Hälfte hatte Joker Schick, der nach einer Hereingabe des ebenfalls eingewechselten Arthur am herausragenden Olympiakos-Schlussmann Kostas Tzolakis scheiterte (80.). Kurz vor Mitternacht Ortszeit begann das Georgios-Karaiskakis-Stadion dann zu beben.
Olympiakos: Tsolakis - Costinha, Retsos, Pirola (74. Biancone), Ortega - Hezze, Mouzakitis (75. Garcia) - Rodinei, Chiquinho (82. Scipioni), Martins (79. Onyemaechi) - Taremi (75. El Kaabi); Leverkusen: Blaswich - Quansah, Andrich, Badé - Fernandez, García - Vazquez (58. M. Tillman), Maza (70. Arthur), Grimaldo, Poku (81. Culbreath) - Kofane (70. Schick); Schiedsrichter: Mariani (Italien); Zuschauer: 33.000; Tore: 1:0 Costinha (2.), 2:0 Taremi (45.+1).


