Eine Ära im Tischtennis geht zu Ende: Nach 26 Jahren und zehn WM-Titeln in Folge ist Chinas Dominanz gebrochen.
Chinas Mythos ist dahinTischtennis-Team verliert bei WM erstmals seit 26 Jahren

Nicht mehr aktiv: Chinas große Tischtennis-Generation mit den Olympiasiegern Fan Zhendong (2.v.l.) und Ma Long (4.v.l.). Das Foto entstand nach dem Sieg bei der Team-WM 2022 in Chengdu im Finale gegen Deutschland.
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Im Tischtennis markiert dieses Wochenende eine Zäsur: Nach 26 Jahren und zehn aufeinanderfolgenden Weltmeistertiteln endete die Erfolgsserie des chinesischen Nationalteams. Bei der Jubiläums-WM in London, exakt ein Jahrhundert nach der Premiere, musste die führende Nation des Sports zwei Niederlagen in unter 20 Stunden hinnehmen. Einer 1:3-Niederlage im Gruppenspiel gegen Südkorea schloss sich ein 2:3 gegen Schweden an. Es waren ebenfalls die Schweden, die China zuletzt bei einer Mannschafts-WM im Jahr 2000 in Kuala Lumpur bezwingen konnten.
Richard Prause, der deutsche Sportvorstand, bewertet die Lage mit den Worten: „Ich will nicht sagen, dass der Serien-Weltmeister China ins Straucheln geraten ist. Aber er wirkt ein bisschen angreifbarer“. Er fügte hinzu: „Die Chinesen sind nicht unkaputtbar.“ Obwohl sie Niederlagen erlitten, qualifizierte sich das chinesische Team für die K.o.-Phase der Weltmeisterschaft. Dies geschah wegen eines neuen und kontrovers diskutierten Modus. Dennoch hat ihr Ruf der Unbesiegbarkeit Schaden genommen.
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Mehrere Faktoren tragen zum Ende dieser Vormachtstellung bei. Die Nationalmannschaftskarrieren von Ma Long und Fan Zhendong, den Olympiasiegern und Einzel-Weltmeistern zwischen 2015 und 2024, sind beendet. Inzwischen ist Fan Zhendong für den 1. FC Saarbrücken in Deutschland aktiv. Die neue Generation wird als leistungsschwächer eingeschätzt, sowohl qualitativ als auch quantitativ. Neben dem aktuellen Weltmeister Wang Chuqin ist momentan nur ein zusätzlicher Athlet aus China unter den besten zehn der Welt platziert.
Der volle Terminkalender seit der Etablierung der globalen WTT-Turnierserie stellt eine zusätzliche Ursache dar. „Wenn es eine so große Wettkampfdichte gibt und wenn dadurch immer weniger Zeit bleibt zum Trainieren: Dann ist der Wissensvorsprung irgendwann etwas aufgebraucht“, erläutert Prause. Früher lag der maßgebliche Vorzug Chinas in den langen Trainingscamps des Nationalteams, die bis zu 100 Tage jährlich dauerten. „Das gibt es heute nicht mehr“, so Prause.
Die K.o.-Runde der WM startet an diesem Montag. Im Wettbewerb der Herren gilt China nach wie vor als einer der Top-Favoriten. Jedoch ist das Team neben Frankreich, Japan, Schweden, Südkorea sowie Deutschland nur noch einer unter mehreren Titelkandidaten. (dpa/red)
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