Die deutsche Mannschaft startet furios gegen Schweden, erlebt dann aber eine erste Halbzeit zum Vergessen. Am Ende jubeln die Skandinavierinnen.
EM 2025Deutschland verliert in Unterzahl – Schweden holt den Gruppensieg

Flog im ersten Durchgang vom Platz: Carlotta Wamser. /Elyxandro CEGARRA
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Deutschland hat bei der EM in der Schweiz den erhofften Platz eins in Gruppe C verpasst. Das Wück-Team unterlag Schweden mit 1:4 und muss sich mit dem zweiten Platz begnügen.
Dabei erwischte Deutschland einen Start nach Maß. Jule Brand erzielte nach acht Minuten die Führung für das DFB-Team. Doch Stina Blackstenius (12. Minute), Smilla Holmberg (25.) und Fridolina Rolfö (34., Handelfmeter) drehten die Partie noch vor der Pause zu Gunsten der Schwedinnen. Vor Rolfös Elfmeter zum 3:1 hatte Carlotta Wamser aufgrund eines Handspiels die Rote Karte gesehen, sodass Deutschland gut 60 Minuten in Unterzahl agieren musste.
Im zweiten Durchgang mühte sich das DFB-Team vergebens. Im Gegenteil: Schweden erhöhte durch Lina Hurtig sogar noch auf 4:1. Damit ist auch klar: Deutschland trifft am kommenden Samstag in Basel auf den Sieger der Gruppe D. Stand jetzt wäre das Frankreich. Zudem droht der Nationalelf in einem potenziellen Halbfinale Spanien.
So lief das Spiel der DFB-Frauen gegen Schweden
Bundestrainer Christian Wück, dessen Team zuvor gegen Polen (2:0) und Dänemark (2:1) gewonnen hatte, veränderte seine Startelf im Vergleich zum Spiel gegen die Däninnen auf einer Position. Laura Freigang rückte für Linda Dallmann ins offensive Mittelfeld. Zwischen den Pfosten stand Ann-Katrin Berger, die aufgrund ihrer riskanten Spielweise in den vergangenen Tagen in den Fokus gerückt war.
„Ich habe vollstes Vertrauen in Anne“, sagte Wück kurz vor dem Anpfiff im ZDF. Von der Reservebank aus wurde die Mannschaft von Kapitänin Giulia Gwinn unterstützt, die trotz ihrer Knieverletzung und dem damit verbundenen EM-Aus ins Teamquartier zurückgekehrt ist.

Jule Brand von der Deutschen Frauennationalmannschaft im Zweikampf mit Filippa Angeldahl (Schweden)
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Die rund 6.000 deutschen Fans im Letzigrund, darunter Vizekanzler Lars Klingbeil, hätten schon nach 16 Sekunden fast die Führung der DFB-Elf gesehen. Brand vergab die erste gute Chance. Nach 90 Sekunden war es Lea Schüller, die aus der Distanz für Gefahr sorgte. Keine Minute später tauchten die Schwedinnen vor dem deutschen Tor auf, Kapitänin Kosovare Asllani konnte nicht vollstrecken (3.).
Kurioser Treffer zum 1:2 – Gegentor verunsichert deutsches Team
Die Partie beruhigte sich nicht. Brand brachte den Olympiadritten des Vorjahres nach einem blitzsauberen Konter über Schüller und Gwinn-Ersatz Wamser in Führung. Die Deutschen blieben überlegen, kassierten aber ihrerseits einen Konter. Beim Ausgleich durch Blackstenius war die komplette Mannschaft viel zu weit aufgerückt, die frühere Schweden-Legionärin Rebecca Knaak machte als letzte Abwehrspielerin keine gute Figur.
Klara Bühl (18.) hätte Deutschland wieder in Führung bringen können, stattdessen wurde es auf der anderen Seite kurios. Sarai Linder schoss Holmberg an, der Ball prallte über Berger hinweg ins Netz. Das Gegentor verunsicherte das deutsche Team inklusive Berger vollkommen. Den Schwedinnen boten sich mehrere Topchancen nach groben Fehlern der Wück-Schützlinge.

Sjoeke Nüsken tröstet Carlotta Wamser nach der roten Karte.
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„Wir sind sehr gut ins Spiel gestartet. Waren voll drin, hatten Chancen. Auf dem Niveau musst du die Dinger machen. Wir geben das Spiel dann in 15 Minuten her”, analysierte Flügelspielerin Bühl nach dem Match im ZDF.
Wamser verhinderte einen schwedischen Treffer zunächst noch per Hand und wurde von Schiedsrichterin Silvia Gasperotti (Italien) vom Platz gestellt. Rolfö verwandelte den fälligen Strafstoß. Weitere schwedische Tore vor der Pause waren möglich, Berger leistete sich mehrere Aussetzer.
Zu Beginn des zweiten Durchgangs kamen Kathrin Hendrich und Sydney Lohmann für Knaak und Freigang, Wück stellte auf eine Dreier-Abwehrkette um. Es ging über weite Strecken nur noch um Schadensbegrenzung. Hurtig sorgte schließlich für die historische Dimension der Niederlage. (rnd mit sid)
