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„Ein Super-Gau“Fortuna Köln ist nach der Pokalblamage im Krisen-Modus

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Markus von Ahlen, Trainer des SC Fortuna Köln, nach der Pokal-Niederlage beim FC Hürth

Markus von Ahlen, Trainer des SC Fortuna Köln

Der SC Fortuna Köln hat das Saisonziel DFB-Pokal durch die peinliche Niederlage in Hürth frühzeitig begraben. Auch in der Meisterschaft läuft es schlecht – dennoch bleibt Trainer Markus von Ahlen im Amt.

Bei Hanns-Jörg Westendorf waren Enttäuschung und Ärger auch einen Tag nach dem blamablen Erstrunden-Pokalaus des SC Fortuna Köln beim FC Hürth (1:3 n.V.) nicht im Ansatz verraucht. „Nach so einem Spiel kann man nicht zur Tagesordnung übergehen, ein „Weiter so“ kann es nicht geben“, sagte der Präsident des Regionalligisten am Montag nach der Niederlage beim klassenniederen Mittelrheinligisten. „Für den Verein ist es schlimm, ein Super-Gau. Natürlich ist auch ein wirtschaftlicher Schaden entstanden“, sagte Westendorf. Er müsse eine klare Analyse der sportlichen Führung folgen.

Minimalziel der Fortuna dürfte das Erreichen des Finals gewesen sein, was in der Vorsaison gelungen war. Der Unterschied zwischen Erstrundenaus und Einzug ins Endspiel beläuft sich auf mindestens 40.000 Euro. Ein Titelgewinn und die Qualifikation für den DFB-Pokal hätten mehr als 200.000 Euro eingebracht. Doch dies ist nur noch Stoff für Alpträume.

Markus von Ahlen bleibt Trainer des SC Fortuna Köln

Trotz des Nackenschlags in Hürth und der zuletzt wieder dürftigen Ergebnisse in der Regionalliga West (ein Sieg aus vier Spielen) ist laut Präsident Westendorf eine Trennung von Trainer Markus von Ahlen kein Thema. „Er wird definitiv bleiben. Wir wollen unsere Probleme zusammen mit ihm lösen“, sagte der Klubchef. Während der Profifußball eine WM-Pause einlegt, geht der Spielbetrieb in den Vierten Ligen weiter. Bis zum Jahresende absolviert die Fortuna Partien in Wuppertal (19. November, 14 Uhr), Lippstadt (26. November, 14 Uhr), im Südstadion gegen Ahlen (2. Dezember, 19.30 Uhr) und in Rödinghausen (10. Dezember, 14 Uhr).

Für Westendorf liegen die Gründe für das Pokalaus und die schlechten Ergebnisse auf der Hand. „Wir haben mal wieder einen Chancenwucher sondergleichen betrieben, wir hatten unfassbar viele Möglichkeiten“, kritisierte der Präsident. „Auf der anderen Seite sind wir seit einigen Spielen wieder nicht mehr in der Lage, gut zu verteidigen. Selbst gegen einen Oberligisten lassen wir uns Tore einschenken, das geht nicht. Das ist zu schlecht.“

Hitzige Diskussionen zwischen Fans und Spielern von Fortuna Köln

Nach Abpfiff hatte es in Hürth teils hitzige Diskussionen zwischen dem Fortuna-Anhang auf der einen sowie Trainer und Spielern auf der anderen Seite gegeben. „Keine Handgreiflichkeiten“, wie Westendorf klarstellte. Doch der Frust ist gewaltig. Verwöhnt werden die Fans schon seit Monaten nicht mehr. Mit nur neun von 27 möglichen Punkten ist Fortuna Köln in der Heim-Tabelle auf dem drittletzten Rang.

Sportdirektor Matthias Mink wurde nicht ganz so deutlich, teilte aber die Haupt-Kritikpunkte von Präsident Westendorf. „Im Verwerten von Torchancen sind wir im Verlauf der Saison nicht wirklich besser geworden. Gleichzeitig läuft es defensiv wieder schlechter“, sagte Mink. Allerdings, so schränkte der Sportdirektor ein, selbst in den punktereichen Monaten September und Oktober sei nicht alles Gold gewesen, was glänzte.

So seien die Leistungen der Nachwuchskräfte, mit denen der Klub den Kader zu Saisonbeginn aufgefüllt hatte, nicht da, wo man es sich erhofft hatte. Jedoch waren in Hürth fast ausschließlich gestandene Regionalliga-Spieler auf dem Feld. Hier verwies Mink auf viele Verletzungen und fehlenden Spielrhythmus. Sein Fazit fiel trotz aller Begleitumstände eindeutig aus: „Wir haben es verbockt.“