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Zverevs Mission in ParisSo will der Deutsche den scheinbar unbesiegbaren Sinner stoppen

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Alexander Zverev

Nimmt einen erneuten Anlauf für seinen Grand-Slam-Traum: Alexander Zverev. (Archivbild)

Vor seinem 41. Anlauf auf einen Grand-Slam-Titel holt sich Alexander Zverev Tipps von Novak Djokovic gegen Jannik Sinner.

Alexander Zverev hört nach einer anstrengenden Übungseinheit mit Novak Djokovic den Ausführungen des serbischen Tennisprofis zu, entspannt am Netz lehnend und mit einem weißen Handtuch über den Schultern. Er folgt den gestenreichen Erklärungen aufmerksam, denn der Rekordchampion kann ihm zwei Sachverhalte hervorragend vermitteln: die Methode zum Gewinn eines Grand-Slam-Turniers und die Strategie, um den übermächtigen Jannik Sinner zu besiegen.

„Ich versuche immer noch, von Novak Djokovic zu lernen“, schrieb Zverev als Kommentar zu einem Social-Media-Clip der French Open, der das gemeinsame Training kurz vor Beginn des Pariser Sandplatz-Events an diesem Sonntag dokumentiert.

Der 29-Jährige startet nach einer fast zweiwöchigen Pause mit neuer Energie und gestärkter Motivation seinen 41. Versuch, den lang erhofften ersten Grand-Slam-Triumph zu erringen. Er war in Roland Garros bereits zweimal dem Sieg sehr nahe, einmal vor seiner gravierenden Fußverletzung im Jahr 2022 und dann bei der dramatischen Fünf-Satz-Niederlage im Finale 2024 gegen Carlos Alcaraz. Dieses Mal dürfte Zverev jedoch den anscheinend unbezwingbaren Sinner aufhalten müssen. Dieser ist seit 29 Partien siegreich und hat Zverev neun Niederlagen in Folge beigebracht, die teilweise zermürbend waren.

Zverev zeigt sich kämpferisch

Auf die Frage nach seiner Zuversicht reagierte Zverev mit Zweckoptimismus. „Ich muss einfach daran glauben, dass ich ihn schlagen kann“, sagte der Olympiasieger von 2021. Er ergänzte: „Ich muss es glauben – sonst können wir ihm die Trophäe auch einfach so überreichen, ohne das Turnier überhaupt zu spielen.“

Tatsächlich startet Zverev als der wohl stärkste Widersacher des italienischen Führenden der Weltrangliste in den Wettbewerb. Weil der spanische Titelverteidiger Alcaraz verletzungsbedingt ausfällt, ist Zverev an Position zwei gesetzt und meidet somit eine Begegnung mit Sinner bis zu einem eventuellen Endspiel. „Ich glaube nicht, dass Zverev bei den French Open gegen jemanden außer Jannik Sinner verlieren wird“, äußerte der ehemalige Weltranglistenerste Mats Wilander gegenüber dem „Tennis Magazin“.

Gesundheitliche Aspekte und die Rangliste

Obwohl der gebürtige Hamburger ein durchweg solides Jahr absolviert, konnte er den Abstand zu Sinner trotz seiner Anpassungen hin zu einer offensiveren und proaktiveren Spielweise bisher nicht verringern. Im Gegenteil, circa 9.000 Punkte liegen zwischen den beiden in der Weltrangliste, was im Tennis eine enorme Distanz darstellt. Sinner befinde sich momentan „zwei Stufen über allen anderen“, gestand Zverev ein. Aus realistischer Perspektive kann Sinner, der bei ausgedehnten Partien häufiger mit Krämpfen Probleme hat, wohl nur durch einen physischen Leistungseinbruch aufgehalten werden.

Allerdings hatte Zverev selbst kürzlich mit gesundheitlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Er war in Rom angeschlagen und sagte seine Teilnahme am Heimturnier in Hamburg aufgrund von Rückenproblemen ab, die ihn laut eigener Angabe bereits die gesamte Sandplatzsaison über behinderten. Zverev hofft, die von Medizinern angeordnete Wettkampfpause könne „in dieser schwierigen Phase für mich vielleicht ja ein kleiner Segen“ sein.

Becker bleibt bei „Zverev 2.0“ zuversichtlich

Djokovic, der fast ein Jahrzehnt älter ist, verfolgt eine deutlich radikalere Turnierplanung. Er nimmt fast ausschließlich an den bedeutenden Turnieren teil und behauptet sich trotzdem stetig in den Top Vier der Weltrangliste. Der 24-fache Grand-Slam-Champion zeigte bei den Australian Open mit seinem Sieg im Halbfinale gegen Sinner, dass der Italiener nicht unschlagbar ist. Dies war eine der lediglich zwei Niederlagen, die Sinner in diesem Jahr hinnehmen musste.

Bei seinen vier Niederlagen gegen Sinner in der laufenden Saison konnte Zverev keinen einzigen Satz für sich entscheiden. Nach der deutlichen Finalniederlage in Madrid mit 1:6 und 2:6 bat er sogar die Zuschauer um Entschuldigung. In den direkten Konfrontationen mit dem Ausnahmetalent zeigte sich nur selten der „Zverev 2.0“, der kühner auftreten und nicht bloß auf den Gegner reagieren möchte. Tennis-Legende Boris Becker äußerte, nur auf diese Weise könne Zverev „auch bald ein Grand-Slam-Turnier gewinnen“. Becker fügte hinzu: „Ich bin überzeugt. Er muss es nur weitermachen.“

Auszeichnung als geringer Trost

Zverev wartet seit über einem Jahr auf einen Turniersieg, erhielt aber dennoch eine Ehrung: Sein Tweener-Volley in München im Spiel gegen den Serben Miomir Kecmanovic wurde von der ATP zum „Hot Shot“ des Monats April gekürt. Dies ist jedoch nur ein geringer Trost, da Zverev nicht für spektakuläre Schläge spielt, sondern um seinen Grand-Slam-Traum zu verwirklichen. Diesen möchte er sich in Paris endlich erfüllen, auch wenn Jannik Sinner in herausragender Form ist. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.