Abo

Absturz der „Löwen“Investor Ismaik verweigert Zahlung für die Drittliga-Lizenz

3 min
TSV 1860 München

Die Fans des TSV 1860 München trauern. (Archivbild)

Weil Investor Hasan Ismaik eine Zahlung verweigerte, muss der TSV 1860 München in die Regionalliga absteigen.

Der TSV 1860 München muss in die Regionalliga absteigen, weil eine Übereinkunft mit Geldgeber Hasan Ismaik nicht zustande kam. Die Zukunft des Klubs ist offen.

Eine vom kontroversen Investor Hasan Ismaik verweigerte Zahlung hat für den TSV 1860 München den Verbleib in der 3. Fußball-Liga gekostet. Dem Traditionsklub gelang es nicht, bis zur Frist am Mittwoch um 17.00 Uhr die erforderliche Zahlungsfähigkeit gegenüber dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu belegen, da eine Übereinkunft mit Ismaik ausblieb. Vor der Geschäftsstelle des Vereins äußerten Anhänger ihren Zorn und ihre Enttäuschung. „Alle zurücktreten! Sofort raus!“, lauteten ihre Forderungen.

Während Investor Ismaik erklärte: „Dieser Verein ist größer als eine einzelne Saison und größer als jede Krise.“, bezeichnete Vereinspräsident Gernot Mang die jüngsten Ereignisse bei einer Pressekonferenz als „sehr, sehr enttäuschend“. Im Unterschied zum Abstieg des Jahres 2017 fehlt bei den „Löwen“ aktuell eine optimistische Grundhaltung. Seinerzeit schaffte das Team unter der Leitung von Trainer Daniel Bierofka und mit der damaligen zweiten Mannschaft als Basis den direkten Wiederaufstieg.

Lizenzstreit spitzte sich vor Fristende zu

Die Lage kurz vor dem Stichtag gestaltete sich turbulent. Nach der Kündigung von Darlehensverträgen durch Ismaik Ende Mai fehlten Berichten zufolge 2,7 Millionen Euro für die Lizenz. Der Geldgeber knüpfte weitere Zahlungen an Bedingungen, die für den Stammverein aus juristischen wie auch wirtschaftlichen Erwägungen inakzeptabel waren. Obwohl schlussendlich zwei Vertragsentwürfe existierten, konnte keine Einigung zwischen den Gesellschaftern – Ismaiks Unternehmen HAM International Limited und dem TSV München von 1860 e. V. – erzielt werden.

Hasan Ismaik

Hasan Ismaik empfindet nach eigener Aussage «große Traurigkeit». (Archivbild)

Die Budgetverantwortung der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) obliegt seit 2021 allein dem Aufsichtsrat, in welchem die HAM-Seite von Ismaik über eine Stimmenmehrheit verfügt. Präsident Mang kommentierte die Situation mit den Worten: „Fakt ist, dass wir komplett überrascht wurden, dass die Darlehen gekündigt wurden“. Die Geschäftsführung hat rechtliche Schritte gegen die Kündigung eingeleitet.

Finanzielle Schieflage als Begründung Ismaiks

„Das grundlegende Problem ist seit vielen Jahren bekannt: wiederkehrende finanzielle Defizite, die daraus entstehen, dass die Ausgaben die tatsächlichen Möglichkeiten des Vereins übersteigen“, so die Erläuterung des jordanischen Investors zu seinem Handeln. Der seit 2011 bei den „Löwen“ aktive Geldgeber bekundete nach dem Scheitern der Gespräche „große Traurigkeit“ und sprach von der Hoffnung auf eine „ehrliche Bestandsaufnahme“.

Ismaik hält 60 Prozent der Anteile und beabsichtigt einen Verkauf, nachdem er laut eigener Aussage fast 80 Millionen Euro in den Klub investiert hat. Eine geplante Transaktion mit einem Unternehmer aus der Schweiz im Sommer 2025 kam nicht zustande. Interesse an einer Übernahme signalisierte unlängst der ehemalige Nationalspieler Thomas Hitzlsperger.

Offene Zukunft für Mannschaft und Klub

Die sportlichen Konsequenzen sind erheblich. Einem Bericht der „Bild“ zufolge besitzen lediglich acht Spieler einen gültigen Vertrag für die Regionalliga, deren Saison schon Ende Juli startet. Das Team mit prominenten Akteuren wie Kevin Volland, Florian Niederlechner und Toptorjäger Sigurd Haugen steht vor dem Zerfall. Ein personeller Neuanfang könnte sich auf die U21 stützen, die ihre Saison in der 5. Liga als Tabellenführer beendete. Deren Coach Alper Kayabunar gilt als potenzieller Nachfolger für Markus Kauczinski.

Der Rückzug des Münchner Vereins macht einen Startplatz in der 3. Liga vakant. Diesen könnte der TSV Havelse als bestplatzierter Absteiger beanspruchen. Sollten die „Löwen“ ihre vorhandene Zulassung für die Regionalliga Bayern wahrnehmen, würde die Liga auf 19 statt der üblichen 18 Mannschaften erweitert werden.

Kevin Volland

Der «Löwen»-Kader wird ein anderes Gesicht bekommen. (Archivbild)

Ein Start in der vierten Spielklasse ist jedoch nicht garantiert. Offen ist, ob Ismaik den veranschlagten Anteil von circa einer Million Euro für den Spielbetrieb in der Regionalliga bereitstellen wird. Sollte dies nicht geschehen, steht der KGaA eine Insolvenz bevor. Erschwerend kommt hinzu, dass Hauptsponsor „Die Bayerische“ sein vertraglich zugesichertes Sonderkündigungsrecht nutzte, was für den Klub den vorläufigen Verlust der bedeutendsten Einnahmequelle bedeutet. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.