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„Sport wird zur Nebensache“Schiedsrichterassistent stirbt nach Landesliga-Spiel in NRW

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Blick auf die Tribüne beim FC Marl.

Auf dem Vereinsgelände des FC Marl ist am Sonntag (8. März 2026) ein Linienrichter nach dem Landesliga-Spiel gegen Herne-Süd kollabiert.

Die Landesliga Westfalen ist in Trauer: Ein Schiedsrichterassistent ist nach einer Partie zusammengebrochen und gestorben.

Ein Landesliga-Spiel in Nordrhein-Westfalen hat ein dramatisches Ende genommen. Am Sonntag (8. März 2026) starb einer der Assistenten des Schiedsrichters. Dies geschah am Abend nach der Begegnung zwischen dem FC Marl und dem BV Herne-Süd (0:2).

Etwa 45 Minuten nach dem Schlusspfiff brach der Assistent laut eines Berichts der „Marler Zeitung“ zusammen, als er gerade den Bereich der Kabinen verließ. Demnach wurden sofort unter der Terrasse des Vereins Erste-Hilfe-Maßnahmen eingeleitet. Daran war auch der Torhüter von Marl, Florian Kraft (27), beteiligt. Er ist von Beruf Feuerwehrmann.

Einsatzkräfte kämpften um das Leben des Linienrichters

Die Atmosphäre auf dem Vereinsgelände hatte sich nach dem intensiven Spiel bereits wieder normalisiert. Zuvor war die Partie wegen Unruhen auf der Tribüne kurzzeitig unterbrochen worden. Die tragischen Ereignisse fanden statt, nachdem die Pressekonferenz schon vorbei war.

Die Einsatzkräfte bemühten sich etwa eine Stunde lang, das Leben des des Mittfünfzigers zu retten. Anschließend wurde er zur weiteren Behandlung in eine Klinik transportiert. Von dort kam gegen 20 Uhr jedoch die schreckliche Nachricht. Nach dem medizinischen Notfall konnte dem Schiedsrichterassistenten nicht mehr geholfen werden.

Trauer in der Landesliga: „Das hat uns alle sehr getroffen“

Klaus Overwien, der Staffelleiter der Landesliga Westfalen 3, sagte gegenüber der „Marler Zeitung“: „Der FC Marl hat sich sehr fürsorglich verhalten. Wie alle habe ich gehofft, dass die Sache gut ausgeht. Dass es dann anders gekommen ist, hat uns alle sehr getroffen“.

Schiedsrichter Noah Bode, sein anderer Assistent und zwei Vertreter vom Fußballkreis Bochum warteten im Clubheim des Sechstligisten. Sie blieben auch nach dem Abtransport ihres Kollegen. Die Todesnachricht erreichte sie erst etwa drei Stunden nach dem Ende des Spiels.

Auf Instagram reagierte der Account der Bochumer Schiedsrichter auf die Anteilnahme des FC Marl. In dem Kommentar hieß es: „Im Namen der gesamten Fußballfamilie und des Kreises Bochum möchten wir uns für das schnelle Handeln bei der Ersten Hilfe sowie für die Betreuung nach den Geschehnissen herzlich bedanken. In solchen Momenten wird der Sport zur Nebensache. Mit Horst haben wir einen Menschen, eine Geschichte und einen Charakter verloren.“ (red)