Didier Deschamps' letzte Mission als Frankreich-Coach: Gelingt ihm zum Abschied noch einmal der große WM-Triumph?
Deschamps' letzte MissionTrainer-Ära endet nach der WM – Mbappé will den Titel

Könnten den ersten WM-Titel gemeinsam holen: Kylian Mbappé und Didier Deschamps. (Archivbild)
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Für Didier Deschamps ist es die finale Aufgabe als Coach der Nationalelf. Gelingt ihm der erneute WM-Sieg mit Frankreich oder wird der immense Druck zur Stolperfalle?
Die bevorstehende Weltmeisterschaft markiert für Didier Deschamps (57) das abschließende Kapitel seiner Tätigkeit als französischer Fußball-Nationaltrainer. Seine Zeit bei der Équipe Tricolore, die gemeinsam mit Argentinien und Spanien zum engsten Favoritenkreis gehört, neigt sich dem Ende zu. Im Anschluss an das Eröffnungsspiel am Dienstag (21.00 Uhr/MagentaTV) gegen Senegal stehen die Partien gegen den Irak und Norwegen in der Gruppenphase an. „Ich zähle nicht jeden Tag, ich genieße jeden Tag“, äußerte Deschamps, der schon 1998 als Aktiver mit „Les Bleus“ den Weltmeistertitel errang.
Außer ihm haben lediglich Franz Beckenbauer und Mário Zagallo das Kunststück vollbracht, als Spieler und später als Trainer Weltmeister zu werden. Vor 14 Jahren hat der heute 57-Jährige die Leitung der französischen Nationalelf übernommen. Er führte das Team 2018 in Russland zum WM-Triumph und erreichte 2022 in Katar das Endspiel. Sollte ihm ein weiterer Sieg gelingen, wäre er der erste Coach seit Vittorio Pozzo 1938, der zwei Weltmeistertitel erringt.
Abschied mit dem Weltmeisterpokal als Ziel
Am 19. Juni beabsichtigt Deschamps, sein Amt mit dem goldenen Pokal in den Händen niederzulegen. Die Zeitung „L'Equipe“ formulierte es so: „Jetzt hat er eine letzte Gelegenheit, seine Legende zu festigen“. Ein solcher Triumph wäre der Höhepunkt einer schon jetzt sehr erfolgreichen Amtszeit. Zusätzlich zu den WM-Erfolgen erreichte er mit Frankreich 2016 das Finale der Europameisterschaft und sicherte sich 2021 den Sieg in der Nations League.

Kapitän Kylian Mbappé will Trainer Didier Deschamps mit einem WM-Titel verabschieden. (Archivbild)
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„Spieler und Trainer, die das geworden sind, egal aus welchem Land, haben ihren Vor- und Nachnamen behalten. Aber man hat dieses eine Wort hinzugefügt: Weltmeister“, erklärte Deschamps. „Aber ich bin nicht der Typ, der zurückschaut. Mich interessiert das Hier und Jetzt – und vor allem das, was noch kommt.“ Es bleibt abzuwarten, ob seine Amtszeit mit einem Triumph endet oder in einer herben Enttäuschung, wie etwa einem möglichen Achtelfinal-Aus gegen die deutsche Mannschaft.
Starke Offensive mit Mbappé und Bayern-Profi Olise
Die Mannschaft ist entschlossen, ihrem Coach einen idealen Abschied zu ermöglichen. „Die beste Art, ihm Tribut zu zollen, ist der WM-Sieg. Denn er liebt es zu gewinnen. Deshalb werden wir dafür sorgen, dass er die beste WM aller Zeiten erlebt“, kündigte Kapitän und Top-Angreifer Kylian Mbappé (27) an. Die größten Erwartungen für eine erfolgreiche WM-Teilnahme lasten auf ihm, obgleich er eine komplizierte Saison bei Real Madrid hinter sich hat und kritisiert wurde.
An der Seite von Mbappé agieren im Sturm Weltfußballer Ousmane Dembélé, der mit Paris Saint-Germain die Champions League gewann, sowie Michael Olise vom FC Bayern. Diese Angriffskonstellation wird als besonders schlagkräftig eingeschätzt. Mbappé fehlen lediglich vier weitere Tore, um die WM-Bestmarke von Miroslav Klose (16 Treffer für Deutschland) zu erreichen. Um den Rekord von Olivier Giroud für die französische Nationalelf (57 Tore) zu egalisieren, braucht der Angreifer nur noch einen einzigen Treffer.

Seit 2018 immer mindestens im WM-Finale: Frankreichs Fußball-Nationalmannschaft. (Archivbild)
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Diskussionen um Taktik und die Zeit nach Deschamps
Trotz der starken Offensive wird in Frankreich die Taktik von Deschamps kritisiert. Ihm wird vorgeworfen, einen zu zögerlichen und defensiv ausgerichteten Fußball spielen zu lassen, wodurch das Offensivpotenzial des Teams ungenutzt bleibe. Seine Ankündigung aus dem Vorjahr, sich nach der Weltmeisterschaft zurückzuziehen, interpretierten zahlreiche Beobachter als eine Folge dieses beständigen Drucks.
Gegenüber dem „Guardian“ äußerte er unlängst, dass die Wertschätzung im Ausland möglicherweise größer sei als in seiner Heimat. Sein Nachfolger scheint mit Zinédine Zidane so gut wie bestimmt. Zwar gibt es hierzu keine offizielle Bestätigung, doch eine verbale Übereinkunft zwischen dem französischen Verband und der Fußball-Legende soll bereits existieren. Deschamps hegt seinerseits Pläne, dem Fußballgeschäft erhalten zu bleiben; jüngst kursierten Spekulationen über ein mögliches Engagement in Italien.
Mbappé trat diesen Gerüchten allerdings entgegen: „Angesichts seiner Leistungen werden ihn sicher viele Nationalmannschaften haben wollen. Sollen die Italiener doch einen Italiener nehmen! Didier ist Franzose, er gehört zu uns.“ (dpa/red)
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