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Kritik an DFB-FansNagelsmann und Spieler beklagen Pfiffe gegen Sané

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Deutschland - Ghana

Leroy Sané bereitet das Siegtor mit einer Kopfballvorlage vor.

Leroy Sané wurde beim Länderspiel gegen Ghana vom Publikum ausgebuht. Dies sorgte für Unverständnis bei Trainer Nagelsmann und Mitspielern.

Die Unmutsbekundungen gegen Leroy Sané während des 2:1-Erfolgs im WM-Vorbereitungsspiel gegen Ghana haben bei Bundestrainer Julian Nagelsmann und mehreren Nationalspielern für Kritik gesorgt. Laut dpa wurde der Offensivakteur bei seiner Hereinnahme in der 78. Minute von einem Teil der Zuschauer in Stuttgart mit Pfiffen empfangen.

„Generell finde ich es aber wichtig, dass wir, egal, ob man jetzt zufrieden ist mit der Leistung oder nicht, den Spieler zumindest bei der Einwechslung so lange unterstützt, wie er den Adler auf der Brust trägt“, äußerte Nagelsmann. Er stellte klar, dass er nicht pauschal Anhänger kritisieren möchte.

Undav plädiert für Unterstützung der Fans

Eine besonders klare Haltung vertrat Torschütze Deniz Undav, der in seinem Heimstadion nach einer Vorarbeit von Sané das späte entscheidende Tor markiert hatte. „Ich appelliere noch mal an die Fans: Wir brauchen jeden Spieler, egal ob man Leroy mag oder nicht, wir werden ihn brauchen. Wir wissen um seine Qualität. Und wir sind eine Mannschaft, wir sind eine Nation, wir müssen zusammenhalten, da darf man keinen ausgrenzen“, so der Appell des Stuttgarter Stürmers.

Schon davor hatte Undav das Geschehen von sich aus in einem Interview mit der ARD thematisiert. „Ich finde es sehr schade, dass ich so einen Support kriege und ein Mitspieler von mir bei der Nationalmannschaft ausgepfiffen wird“, führte der Angreifer aus, der seinerseits vor seiner Einwechslung mit Gesängen bejubelt worden war.

Kimmich verteidigt Sanés Einsatz

Auch Mannschaftskapitän Joshua Kimmich würdigte Sané für seinen einsatzfreudigen Kurzeinsatz. „Er ist eigentlich einer, der überhaupt nicht egoistisch ist. Und deswegen wird ihm das auch nicht immer gerecht, diese Sichtweise von außen“, unterstrich der Kapitän des DFB-Teams. Bei der 4:3-Niederlage in der Schweiz hatte der 30-jährige Sané als Teil der Startformation eine unterdurchschnittliche Performance geboten. Sein volles Leistungsvermögen konnte er auch bei vergangenen WM- und EM-Turnieren nicht abrufen.

Im zurückliegenden November hatte Nagelsmann den Angreifer von Galatasaray Istanbul öffentlich gerügt und zu verstehen gegeben, dass dessen Gelegenheiten im DFB-Kader begrenzt seien. Sané lieferte als Antwort darauf zwei Treffer beim bedeutsamen 6:0-Sieg über die Slowakei im Rahmen der WM-Qualifikation.

Deutschland - Ghana

Leroy Sané (l) jubelt mit Leon Goretzka und Torschütze Deniz Undav nach dem späten Siegtor gegen Ghana.

Nagelsmann fordert im Vorfeld der WM im Sommer Rückhalt für alle Akteure der Nationalmannschaft. „Ich finde schon, wenn wir anfangen, uns gegenseitig zu zerfleischen, in Anführungszeichen, wird es garantiert nicht besser. Das ist in meinen Augen der falsche Weg“, sagte der Nationaltrainer. Er hob hervor, dass Sané den Siegtreffer vorbereitet hatte und die Anhänger in diesem Augenblick jubelten. Hinsichtlich der sportlichen Leistung attestierte er Sané eine Verbesserung: „Ich glaube, Leroy hat heute deutlich besser gespielt.“ (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.