Der FC Barcelona geht juristisch gegen Real-Präsident Pérez vor und fordert einen Widerruf seiner Korruptionsvorwürfe.
Eskalation im Negreira-FallFC Barcelona verklagt Real-Präsident Florentino Pérez

Florentino Pérez erhob schwere Vorwürfe gegen den FC Barcelona. (Archivbild)
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Gegen Florentino Pérez, den Präsidenten von Real Madrid, hat der amtierende spanische Meister FC Barcelona juristische Maßnahmen ergriffen. Von den Katalanen wurde ein in Spanien obligatorisches Gesuch für ein Schlichtungsverfahren eingereicht. Falls dabei keine Übereinkunft erzielt wird, hat der Verein eine Strafanzeige aufgrund von Verleumdung in Aussicht gestellt.
Anlass dafür sind Kommentare von Pérez zur Negreira-Affäre, die er bei einem Pressetermin am 12. Mai und in einem Gespräch am darauffolgenden Tag machte. Im Zentrum der Causa Negreira stehen Geldflüsse des FC Barcelona in einer Gesamthöhe von circa 8,4 Millionen Euro. Diese Summe floss zwischen den Jahren 2001 und 2018 an Unternehmen von José María Enríquez Negreira, dem zu jener Zeit amtierenden Vize-Vorsitzenden des spanischen Schiedsrichter-Gremiums. Seit 2023 sind diese Transaktionen Gegenstand juristischer Untersuchungen. Die Ermittlungen wurden Anfang 2026 um weitere sechs Monate, also mindestens bis September 2026, ausgedehnt.
Laut einer Mitteilung des FC Barcelona werden dem Präsidenten von Real Madrid bewusst unwahre Behauptungen zur Last gelegt, welche die Reputation des Klubs beschädigt hätten. Barça beabsichtigt mit dem Antrag zu erwirken, dass Pérez die entsprechenden Äußerungen widerruft.
Pérez spricht von historischem Korruptionsfall
Von Pérez wurde die Affäre als „größter Korruptionsfall in der Geschichte des Fußballs“ tituliert. Der Klub aus Barcelona habe über zwei Dekaden hinweg für die Dienste Negreiras gezahlt, so eine der Aussagen von Pérez. Der Erzrivale habe infolgedessen wiederholt Vorteile durch die Entscheidungen von Unparteiischen erhalten, wodurch der sportliche Wettstreit beeinflusst worden sei. Auf diese Weise seien Real Madrid etliche Meistertitel „gestohlen“ worden.
Katalanischer Verein dementiert die Anschuldigungen
Joan Laporta, der Präsident des FC Barcelona, hatte bereits im April 2023 sämtliche Anschuldigungen einer potenziellen „Sportkorruption“ dementiert und sprach in diesem Zusammenhang von einer „öffentlichen und medialen Hetzjagd“. Sein Verein habe, ähnlich wie andere Klubs, die „professionelle Beratung“ einer Person genutzt, die über „Erfahrung im Schiedsgerichtswesen“ verfügte. Es sei für Beratungsleistungen und Analysen im Schiedsrichterbereich bezahlt worden.
Bis zum heutigen Zeitpunkt liegt kein Beweis für Spielmanipulationen oder eine unmittelbare Bestechung von Unparteiischen vor. Ebenso äußerte LaLiga-Präsident Javier Tebas Anfang 2026 in einem Gespräch, dass „Barcelona keine Schiedsrichter bestochen hat, wie es in der Berichterstattung den Anschein hat“. (dpa/red)
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