Während Haiti in Gewalt versinkt, schenkt die WM-Teilnahme der Nationalelf dem Land einen seltenen Moment der Freude.
Trotz Chaos und GewaltHaitis Team will bei der WM für Hoffnung im Krisenstaat sorgen

Bereit für die WM: Die Nationalmannschaft Haitis vor dem Testspiel gegen Peru. (Archivbild)
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Während Haiti von Bandenkriminalität und politischer Instabilität erschüttert wird, bietet die WM-Teilnahme der Nationalelf einen seltenen Anlass für Nationalstolz und Hoffnung.
Die Zustände in Haiti sind dramatisch. Ein Großteil der Hauptstadt Port-au-Prince steht unter der Kontrolle bewaffneter Banden. Das Nationalstadion ist seit Monaten unzugänglich. Internationale Fluggesellschaften meiden das Land. „Es ist unmöglich und zu gefährlich, nach Haiti zu reisen“, erklärt Nationaltrainer Sébastien Migné, der sein Team aus der Ferne betreut und selbst noch nie im Land war.
Qualifikation im Exil
Unter diesen widrigen Umständen gleicht die WM-Qualifikation einer Sensation. Die „Heimspiele“ fanden auf neutralem Boden in der Karibik statt, oft vor fast leeren Rängen. Dennoch bewies die Mannschaft enormen Willen. „Als wir uns qualifiziert haben, hat das dem Land für ein, zwei Tage Freude geschenkt“, berichtet Mittelfeldspieler Jean-Ricner Bellegarde. „Vielleicht können wir das wiederholen. Das ist unsere größte Motivation.“

Trainer Sebastien Migné führte Haiti zur WM. (Archivbild)
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Die Gesichter der Mannschaft
Das Team besteht aus einer Mischung von in Haiti geborenen Spielern und Mitgliedern der Diaspora, wie der in Frankreich aufgewachsene Bellegarde von den Wolverhampton Wanderers. Als unbestrittener Star gilt Stürmer Duckens Nazon. Mit seiner beeindruckenden Torquote ist er auf dem besten Weg, die nationale Legende Emmanuel Sanon einzuholen, den Helden der WM 1974.
Die unglaubliche Flucht eines Stars
Nazon's Anreise zur WM war von Dramatik geprägt. Während er im Iran für den FC Esteghlal spielte, geriet er in einen ausbrechenden Konflikt. Sein Flug wurde annulliert, woraufhin er über den Landweg fliehen musste. „Ich war 20 Stunden im Auto, um die Grenze zu erreichen. Man ist im Überlebensmodus“, erzählt er. Diese Erfahrung hat ihn bestärkt: „Wir haben vor niemandem Angst. Wir sind stolz, Haitianer zu sein.“

Vergangener Jubel: 2019 besiegte Haiti Kanada im Viertelfinale des Gold Cups. (Archivbild)
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Ein Ziel jenseits des Sports
In einer Gruppe mit Brasilien, Schottland und Marokko geht Haiti als klarer Außenseiter ins Turnier. Doch die Ergebnisse sind zweitrangig. „Wir wollen eine neue Geschichte schreiben“, sagt Trainer Migné. Für die Menschen in Haiti ist jedes Spiel und jedes Tor ein kleiner Sieg gegen die Hoffnungslosigkeit – ein Zeichen, dass die Moral des Landes ungebrochen ist. (dpa/red)
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