Eine neue Regel sorgt für Diskussionen: Bei der WM sieht ein Spieler Rot, weil er beim Sprechen seinen Mund mit der Hand verdeckt.
Hand vor dem MundErste Rote Karte bei WM nach neuer Regel

Miguel Almiron musste gegen die Türkei wegen einer neuen Regel vom Platz.
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Eine strenge neue Regel ist bei der Weltmeisterschaft erstmals zum Einsatz gekommen. Ein Spieler aus Paraguay erhielt einen Platzverweis, der für Diskussionen sorgt.
Der bislang ungewöhnlichste Platzverweis der laufenden Weltmeisterschaft ereignete sich in der Nacht zu Samstag in der Partie zwischen Paraguay und der Türkei. Miguel Angel Almiron sah in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs die Rote Karte. Ein Foulspiel war dieser Entscheidung nicht vorausgegangen.
Grund für den Ausschluss war stattdessen eine neue Regel, die auf einen Skandal in der Champions League zurückgeht. Der Benfica-Spieler Gianluca Prestianni hatte im Februar Vinicius Junior von Real Madrid beleidigt. Nach Aussage des Brasilianers handelte es sich um eine rassistische Äußerung. Prestianni erhielt schließlich eine Sperre wegen einer homophoben Aussage.
Mund verdeckt: Gegenspieler protestiert sofort
Als Folge dieses Vorfalls wurde die besagte neue Regel eingeführt, die nun im Rahmen der Weltmeisterschaft erstmals zur Anwendung kam. Sie besagt, dass ein Feldverweis ausgesprochen werden soll, wenn Akteure während eines Wortgefechts auf dem Spielfeld ihren Mund verdecken, wie es Prestianni tat.
Almiron wurde bei einer exakt solchen Handlung ertappt. Zuerst bemerkte es Gegenspieler Mert Müldür, der umgehend mit ausladenden Gesten protestierte. Der VAR meldete sich ebenfalls, der Unparteiische entschied schließlich auf Rot. „Er wurde ein bisschen verpetzt“, kommentierte Sascha Bandermann, Moderator bei MagentaTV.
Paraguay musste die Begegnung beim Spielstand von 1:0 mit einem Mann weniger fortsetzen. Der genaue Wortlaut von Almiron, der über den Feldverweis sichtlich geschockt war, spielte für die Entscheidung keine Rolle.
In den sozialen Netzwerken entfachte der Vorfall Diskussionen. „Er hat Rot bekommen, weil er seinen Mund beim Sprechen bedeckt hat? Das ist alles? Leute, ist das euer Ernst?“, wollte ein Nutzer auf der Plattform X wissen.
Ein anderer User kommentierte: „Es ist wirklich streng, aber das ist die neue Regel. Die Fifa hat das zum Start des Turniers sehr deutlich gemacht.“ Er fügte an: „Ich verstehe die Logik dahinter, aber ich finde, eine Gelbe Karte wäre besser.“
Durch die neu eingeführte Regel soll diskriminierendes Verhalten verhindert werden. Indem sie den Mund verdecken, wollen Spieler häufig verhindern, dass erkannt werden kann, was sie sagen. Es gehe dabei um konfrontative Situationen, hatte Pierluigi Collina, Vorsitzender der Fifa-Schiedsrichterkommission, vor dem Turnier betont. „Wenn sie es wissen – wenn es für alle eindeutig ist –, dann erwarten wir von den Spielern, dass sie so etwas nicht tun.“ (red)
