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Champions-League-ÄrgerDiese Handspielregel wünscht sich Schiri-Experte Feuerherdt

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Schiedsrichter Slavko Vincic entscheidet auf Handelfmeter für Manchester City.

Immer wieder führt die Handspielregel im Fußball zu Ärger. Schiedsrichter-Experte Alex Feuerherdt präsentiert beim KStA-Besuch seine Lösung.

Am Dienstagabend (14. März 2023) war es mal wieder so weit: Beim Achtelfinal-Rückspiel in der Champions-League zwischen Manchester City und RB Leipzig gab es den nächsten großen Handspiel-Aufreger.

Was ist passiert? Der Leipziger Benjamin Henrichs bekommt im Luftzweikampf den Ball von hinten an den etwas abstehenden Arm geköpft. Der Ball touchiert den Arm nur ganz leicht. Der Video-Schiedsrichter greift ein, Hauptschiedsrichter Slavko Vincic (Slowenien) entscheidet auf Strafstoß. Erling Haaland verwandelt zum 1:0, der Grundstein beim 7:0-Erfolg.

Publizist und Schiedsrichter-Lehrwart Alex Feuerherdt, der durch seinen Podcast „Collinas Erben“ und Auftritte während der Sky-Bundesligakonferenz Bekanntheit erlangt hat, besucht am Tag danach  die KStA-Redaktion.

Seine klare Einschätzung: „Das Handspiel von Henrichs war für mich ganz klar nicht strafbar. Der Arm ist zwar etwas abgespreizt, aber der Spieler springt ganz normal zum Kopfball, wird von hinten angeköpft, hat keine Orientierung zum Ball und berührt ihn auch nur minimal. Von einer unnatürlichen Körperflächenvergrößerung kann man hier nicht sprechen. Deswegen war das kein strafbares Handspiel.“

Mats Hummels kritisiert Handspielregel

Auch Ex-Nationalspieler Mats Hummels, der erst in der vergangenen Woche mit Borussia Dortmund in der Champions League beim FC Chelsea (0:2) auch von einer zweifelhaften Handelfmeter-Entscheidung betroffen war, ist erbost. „Wir brauchen eine Änderung bei den Handelfmeter-Entscheidungen. Es geht in die falsche Richtung“, schrieb er bei Twitter.

Doch wie kann das aussehen? „Das Problem ist, dass es für viel zu kleine Vergehen eine zu harte Strafe in Form eines Elfmeters gibt“, sagt Feuerherdt und hat ganz klare Vorstellungen einer neuen Regel: „Wir sollten bei der Spielfortsetzung anfangen. Heißt: Grundsätzlich bestrafen wir jedes Handspiel mit einem indirekten Freistoß - egal, wo es stattfindet.“

Dabei würde Feuerherdt allerdings gerne drei Ausnahmen einführen. Nummer eins: „Wenn der Ball danach unmittelbar direkt ins Tor gegangen wäre, gibt es ein technisches Tor. Das gibt es im Eishockey, im Fußball noch nicht, kann man aber schaffen.“

Nummer zwei: „Durch das Handspiel wird eine offensichtliche Torchance verhindert, dann gibt es Strafstoß, um diese Torchance wiederherzustellen.“ Nummer drei: „Wenn ein Spieler die Hand des Gegners absichtlich anschießt, um einen Freistoß zu ziehen, lässt der Schiedsrichter weiterspielen.“ Feuerherdt betont: „Dann gibt es zwar immer noch Graubereiche, aber deutlich weniger, als wir sie heute haben.“