Beim WM-Spiel der USA gab es eine umstrittene VAR-Szene. Schiri-Experte Patrick Ittrich nennt den Vorgang „komplett schlecht“.
Wirbel bei Spiel der USAExperte Ittrich über WM-Szene: „Absoluter Prozessfehler“

Patrick Ittrich neben Moderatorin Laura Hofmann im „Breakfast Club“ von MagentaTV zur WM 2026.
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Die USA sind mit einem 4:1-Erfolg gegen Paraguay in die Weltmeisterschaft 2026 gestartet. Doch das Spiel in New York wurde von einer umstrittenen Szene in der 50. Minute überschattet, die für intensive Diskussionen sorgte. Im Mittelpunkt stand ein Zweikampf zwischen dem US-Verteidiger Tim Ream und Paraguays Miguel Almirón an der Grundlinie.
Nachdem Almirón zu Boden gegangen war, entschied Schiedsrichter Danny Makkelie zunächst auf Freistoß für Paraguay und zeigte Ream die Gelbe Karte. Nachdem der Freistoß jedoch bereits ausgeführt worden war, unterbrach der 43-jährige Unparteiische die Partie erneut. Vom Video-Assistenten hatte er den Hinweis erhalten, der auf eine „Spielerverwechslung“ („Mistaken Identity“) hindeutete, und sah sich die Situation am Monitor an.
Experte analysiert umstrittenen VAR-Eingriff
Die Überprüfung ergab, dass Almirón den Schiedsrichter mit einer Schwalbe getäuscht hatte. Daraufhin nahm Makkelie seine ursprüngliche Entscheidung zurück, annullierte die Verwarnung gegen Ream und verwarnte stattdessen Almirón. Das Spiel wurde mit einem indirekten Freistoß zugunsten der USA fortgesetzt.
Die Richtigkeit dieses Vorgehens wurde nach dem Spiel im „Breakfast Club“ von MagentaTV hinterfragt. Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich (47) zeigte sich zunächst unsicher: „Ich bin mir nicht sicher. Ich werde euch versuchen, zu erklären, was hier passiert.“
Ittrich verwies auf eine Protokolländerung des International Football Association Board (IFAB) vom 28. Februar. Demnach beziehe sich der Begriff „Mistaken Identity“ nicht mehr nur auf einen einzelnen Spieler, sondern könne auch das Team betreffen. „Und jetzt ist die Frage: Bezieht sich diese Änderung auf die Person oder auch die Aktion?“, erläuterte der Hamburger in der Runde mit Micky Beisenherz und Tobias Schweinsteiger.
Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter kam zu einem klaren Urteil: „Für mich liegt hier ein absoluter Prozessfehler vor! Weil eine Überprüfung immer vor der Spielfortsetzung stattfindet. Immer!“ Der Video-Assistent habe zwar korrekt eine Schwalbe erkannt, doch der Eingriff erfolgte erst, nachdem das Spiel bereits wieder lief.
Laut Ittrich sei es zweifelhaft, ob die Erweiterung der „Mistaken Identity“-Regel auf die „Fehlbarkeit der Aktion“ anwendbar sei. Eine echte Spielerverwechslung hätte vorgelegen, wenn Almirón Ream gefoult hätte, der Schiedsrichter die Aktion aber umgekehrt bewertet hätte. „Das ist hier ja gar nicht gegeben“, so Ittrich.
Zudem sei ein Eingriff des VAR nach einer Spielfortsetzung laut Protokoll normalerweise nicht mehr möglich. Auch wenn die Kommunikation zwischen Schiedsrichter und Video-Assistent noch im Gange gewesen sein könnte, stehe für ihn fest: „Der Prozess war komplett schlecht.“ Ittrich nahm die Unparteiischen aber auch in Schutz und wies auf die hohen Anforderungen hin. Die Verwirrung sei Makkelie deutlich anzusehen gewesen: „Der weiß selber gar nicht, was los ist.“
Abschließend wies Ittrich auf eine weitere interessante Regel-Frage hin. Da der Schiedsrichter das Spiel aufgrund eines eigenen Fehlers unterbrochen habe, hätte die Partie eigentlich mit einem Schiedsrichterball fortgesetzt werden müssen. Stattdessen entschied er auf indirekten Freistoß wegen der Schwalbe, was zwar die korrekte Spielfortsetzung für dieses Vergehen ist, aber nicht für die Spielunterbrechung durch den Referee. (red)
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