Abo

Regionalliga-Reform vor DurchbruchSo soll der Meister-Aufstieg für alle kommen

3 min
Aufstiegsreform der Regionalliga

Die aktuelle Diskussion wurde von der «Aufstiegsreform 2025» angeregt. (Archivbild)

Ein Gremium des DFB diskutiert eine grundlegende Neuerung. Ein Vorschlag verspricht allen Staffelsiegern den direkten Sprung in die höhere Liga.

Eine richtungsweisende Entscheidung zur Neugestaltung der Regionalliga könnte eine Arbeitsgruppe des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt fällen. Zur vorerst letzten geplanten Sitzung versammeln sich dort Funktionäre sowie Vertreter von Verbänden und Vereinen, wie die dpa meldet, um eine Lösung für den langjährigen Konflikt um die Aufstiegsmodalitäten zu finden. Ein Scheitern der Verhandlungen würde bedeuten, dass der Status quo beibehalten wird.

Im Zentrum der Auseinandersetzung steht das Postulat „Meister müssen aufsteigen“. Gegenwärtig besitzen lediglich die Gewinner der West- und Südwest-Staffeln das Privileg des direkten Aufstiegs in die 3. Liga. Die Erstplatzierten der Ligen Nord, Nordost und Bayern bekommen durch ein Rotationsprinzip lediglich alle drei Jahre einen garantierten Aufstiegsplatz. Die übrigen zwei Meister konkurrieren in Aufstiegsspielen um den vierten und finalen freien Platz.

Vorteil für die Regionalliga West könnte entfallen

Eine Neuregelung würde für die Clubs der West-Staffel den Verlust eines Privilegs nach sich ziehen. „Wir sind gerade so weit gekommen wie noch nie in den Bestrebungen, diese eigentliche Selbstverständlichkeit 'Meister müssen aufsteigen' wahr werden zu lassen für alle Regionalligen“, sagte Marcus Uhlig, Vorstandsvorsitzender von Rot-Weiß Oberhausen, der „Neuen Ruhr Zeitung“.

KI-gestütztes „Kompassmodell“ als bevorzugter Vorschlag

Informationen der dpa zufolge kristallisiert sich das sogenannte Kompassmodell als bevorzugte Option heraus. Dieses Konzept beinhaltet die Verringerung der Regionalligen von fünf auf vier. Die Einteilung der vier Staffeln (Nord, Ost, Süd, West), die jeweils 20 Teams umfassen, soll vor jeder Spielzeit mithilfe von Künstlicher Intelligenz neu bestimmt werden, um kürzere Anfahrtswege und reduzierte Ausgaben zu gewährleisten.

Des Weiteren ist die Einführung von standardisierten Zulassungsbedingungen geplant, welche bislang von den einzelnen Staffeln selbstständig festgelegt werden. Berichten des MDR zufolge ist die Umsetzung der neuen Gliederung für die Spielzeit 2027/28 vorgesehen.

Bedenken wegen Reisekosten und Ligaeinteilung

Allerdings ist der Vorschlag nicht ohne Kontroverse. Manche Clubs in geografischer Randlage, beispielsweise Weiche Flensburg, sorgen sich wegen der Staffelreduktion um letztlich steigende Reisekosten. Andere Mannschaften wiederum könnten durch eine Neugliederung interessante Kontrahenten einbüßen. So würden die Kickers Offenbach oder Hessen Kassel aus der Regionalliga Südwest voraussichtlich in die West-Staffel wechseln.

Die standardisierten Zulassungsbedingungen beunruhigen ebenfalls einige Vereine, weil das ökonomische Gefälle zwischen den Ligen schon heute erheblich ist. Franz Gerber, Geschäftsführer von Rot-Weiß Erfurt, sagte dem „Kicker“ dazu: „Das Kompass-Modell wäre zu 95 Prozent gerecht. Eine Lösung, die alle zu 100 Prozent zufriedenstellt, wird es nie geben.“

Alternative Konzepte finden kaum Zuspruch

Andere Ansätze, etwa eine Erweiterung oder Teilung der 3. Liga, sind schon ausgeschieden oder werden vom DFB abgelehnt. Ein Konzept mit fünf Absteigern aus der 3. Liga wird ebenfalls skeptisch bewertet, da der DFB in diesem Fall eine Gefährdung der Planbarkeit und des kommerziellen Werts der Liga befürchtet.

Michael Vesper, ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes, leitet das Gremium. Er äußerte sich im Vorfeld zuversichtlich. „Was mich ermutigt, ist, dass alle – ich betone alle – Landes- und Regionalverbandspräsidenten diese Gruppe eingerichtet haben“, sagte Vesper dem MDR. Zusätzlich zu ihm nehmen Sprecher der Verbände und Vereine aus allen fünf Regionalligen sowie Repräsentanten von DFB und DFL an den Beratungen teil. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.