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WM-Spiel zu schlechtExperte verweigert Taktik-Analyse und spricht lieber über Mehl

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Ghana-Fans auf der Tribüne.

Ein ghanischer Fan wurde zum Hauptdarsteller der Halbzeit-Analyse bei MagentaTV.

Ein WM-Spiel war so schwach, dass ein Experte auf die Taktik-Analyse verzichtete und lieber ein Fan-Ritual erklärte.

Ein WM-Spiel war derart schwach, dass der Taktik-Fachmann bei MagentaTV die Analyse aussetzte und stattdessen über die Kultur der Fans referierte.

Die Fußballbegegnung zwischen Ghana und Panama bot in der Nacht zum Donnerstag ein so geringes spielerisches Niveau, dass es bei der Übertragung auf MagentaTV zu einem ungewöhnlichen Vorfall kam. Der für die Taktik-Bewertung zuständige Jan Henkel unterließ in der Halbzeitpause eine komplette sportliche Einschätzung der Partie.

Zuvor hatte sich Christian Streich als ZDF-Experte am späten Mittwochabend noch positiv überrascht über das allgemeine Niveau der WM-Partien geäußert. „Ich finde, die Spiele sind besser, als ich erwartet habe. Die vermeintlich kleinen Mannschaften spielen gut“, lautete die Einschätzung der Trainer-Ikone. Das Duell zwischen Ghana und Panama schien diese Feststellung, jedenfalls in der ersten Spielhälfte, jedoch nicht zu untermauern.

Experte erklärt Fan-Ritual statt Taktik

Bundesliga-Profi Jonas Hofmann fand bei MagentaTV deutliche Worte für die Leistung beider Mannschaften. „Ich hoffe, dass die zweite Halbzeit ein bisschen besser wird. Schlechter, das muss ich leider so sagen, geht fast nicht. Wir haben ganz wenig Torschüsse, wir haben ganz wenig Aktionen“, so der Profi aus Leverkusen, der die ersten 45 Minuten als „sehr, sehr mau“ bilanzierte.

Die schwache sportliche Leistung war der Auslöser dafür, dass Taktik-Spezialist Jan Henkel auf seine gewohnte Analyse verzichtete. Moderator Sascha Bandermann schien dies bereits zu vermuten, als er zu seinem Kollegen übergab: „Ihr könnt nicht wirklich was gefunden haben, Jan, was fußballerisch, inhaltlich dramatisch relevant ist. Oder belehrst du uns jetzt eines Besseren?“

Henkel widerlegte die Befürchtung nicht, bot aber trotzdem eine kleine Lektion. „Also ich habe was gelernt in den ersten 45 Minuten“, leitete er seinen außergewöhnlichen Beitrag ein und erklärte: „Aber ich habe auf die Tribüne geguckt.“ Anstelle einer Spielanalyse stellte er die Ergebnisse seiner „Internet-Recherche“ über ein Ritual der ghanaischen Anhänger vor. „Wir können das mal abfahren, was ich dort gesehen habe. Das ist jetzt gar nicht lustig gemeint, sondern das ist ghanaische Kultur.“

Auf dem Monitor hinter ihm war ein Anhänger zu sehen, der weißes Pulver aus seinen Händen in die Luft blies. „In der ghanaischen Kultur ist das Werfen oder Pusten von weißem Mehl, oft Maismehl oder Talkumpulver, ein tief verwurzeltes, traditionelles Symbol für Sieg, Freude, Reinheit und das Überstehen einer großen Gefahr“, las Henkel von seinem Mobiltelefon vor. „Ein sportlicher Sieg der Nationalmannschaft wird auch so gefeiert“, fügte er hinzu.

Jan Henkel beschäftigte sich in seiner Halbzeit-Analyse bei MagentaTV diesmal überhaupt nicht mit Taktik.

Der Fußballexperte räumte ein, die Partie selbst nur noch beiläufig mitverfolgt zu haben. „Ich habe original ein bisschen mehr auf die Fans irgendwann geschaut“, gestand Henkel. Schließlich wurde das Spiel im zweiten Durchgang merklich besser und fand mit einem Treffer des Ghanaers Caleb Yirenkyi in der Nachspielzeit (90.+5) doch noch einen Gewinner.

„Es hat Glück gebracht, der Fan wird sich bestätigt fühlen“, konstatierte Henkel, der somit schlussendlich doch noch Analyse-Material erhielt: das Siegtor Ghanas. (red) Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.