Die WM-Teilnahme der DR Kongo wird von der Ebola-Epidemie überschattet. Das Team will dem Land dennoch Freude bereiten.
WM-Teilnahme trotz EbolaKongos Team musste vor dem Auftakt in 21-tägige Quarantäne

Die WM ist für die Demokratische Republik Kongo eine enorme Herausforderung. (Archivbild)
Copyright: Omar Havana/AP/dpa
Große Hinweistafeln am internationalen Airport von Houston verdeutlichen die besonderen Umstände, unter denen die Demokratische Republik Kongo bei dieser Fußball-Weltmeisterschaft antritt. Aufgrund der Ebola-Epidemie in dem afrikanischen Staat sind strenge Einreiseregeln in Kraft. Für Anhänger aus der Heimat besteht daher so gut wie keine Chance, das Eröffnungsspiel gegen Portugal am Mittwoch (19.00 Uhr MESZ) vor Ort im Stadion mitzuerleben.
Die deutliche Zunahme der nachgewiesenen Ebola-Infektionen im nordöstlichen Kongo hat auf verschiedenen Ebenen Auswirkungen auf das Turnier. Die Nationalelf des Kongo war aufgrund von US-Auflagen gezwungen, vor der Anreise in die Vereinigten Staaten eine 21 Tage dauernde Isolation außerhalb des Landes zu verbringen. Freundschaftsspiele wurden storniert. Diese Regelung dient laut der Heimatschutzbehörde der USA „zum Schutz der Sicherheit der amerikanischen Bevölkerung“ und findet auf alle Personen Anwendung, die aus der Ebola-Region einreisen.
Einreisehürden und die Rolle der US-Fans
Bereits vor der aktuellen Ebola-Epidemie gestaltete sich die Einreise in die Vereinigten Staaten für kongolesische Bürger wegen Visabestimmungen und finanzieller Herausforderungen schwierig. Die Mannschaft des französischen Coaches Sébastien Desabre ist nun umso mehr auf die Unterstützung von Anhängern angewiesen, die schon in den USA ansässig sind. Laut Videoberichten beobachteten Dutzende Anhänger die ersten für die Öffentlichkeit zugänglichen Trainingseinheiten in Houston, zeitgleich wird aus der Heimat eine steigende Zahl von Todesopfern berichtet.

Im Kongo werden weiterhin neue bestätigte Ebola-Fälle gemeldet. (Archivbild)
Copyright: -/XinHua/dpa
Das Risiko durch das Ebola-Virus
Bei Ebola-Fieber handelt es sich um eine potenziell tödliche Erkrankung. Die Weitergabe des Virus erfolgt über direkten Körperkontakt sowie den Austausch von Körperflüssigkeiten. Die gegenwärtige Epidemie in Afrika ist besonders schwierig unter Kontrolle zu bringen, weil für den Bundibugyo-Typ des Ebola-Erregers bisher keine Impfung und keine spezifische Behandlungsmethode existiert. Es kann nach einer Infektion bis zu 21 Tage in Anspruch nehmen, bevor sich erste Anzeichen zeigen, die anfänglich einer Grippe gleichen.
Am Montag gaben die Gesundheitsbehörden des Kongo eine Zunahme der nachgewiesenen Infektionen im nordöstlichen Landesteil um 72 auf eine Gesamtzahl von 782 bekannt. Im selben Zeitraum erhöhte sich die Anzahl der registrierten Todesopfer um 32 auf 181. Weil diese offiziellen Daten vom 13. Juni stammen, ist davon auszugehen, dass die realen Werte mittlerweile angestiegen sind. Laut den vorliegenden Informationen beläuft sich die Mortalitätsrate auf 23,1 Prozent.
Laut Angaben von US-Behörden vom 14. Juni wurden in den Vereinigten Staaten bisher keine Ebola-Infektionen registriert, die mit der Epidemie in Verbindung stehen. Wie die Zeitung „Houston Chronicle“ meldete, besitzen die Kliniken der Stadt „volles Vertrauen in ihre bestehenden Verfahren zur Überwachung von Infektionskrankheiten“. Repräsentanten der Stadt in Texas hatten im Vorfeld unterstrichen, dass die Nationalelf des Kongo herzlich begrüßt werde.
Umgang der Mannschaft mit der Situation
„Ich hoffe, dass die Mannschaft allen Menschen in der Demokratischen Republik Kongo Freude bereitet“, äußerte Trainer Desabre in einem Gespräch mit dem staatlichen Sender RTNC. „Sie lieben uns, sie unterstützen uns, und wir werden alles versuchen, um sie nicht zu enttäuschen.“ Er fügte hinzu, seine Spieler befänden sich in ausgezeichneter Verfassung und seien gewillt, jeden Gegner zu besiegen. Im Anschluss an die Partie gegen Portugal und dessen Star Cristiano Ronaldo warten Kolumbien und Usbekistan als nächste WM-Kontrahenten.

Trainer Sébastien Desabre bereitet seine Mannschaft in Houston vor. (Archivbild)
Copyright: Bruno Fahy/Belga/dpa
Die Nationalelf nimmt zum ersten Mal nach 52 Jahren wieder an einer Weltmeisterschaft teil, weshalb die Zeit in Amerika als historisch bewertet wird. Stephen Bisaso, ein Anhänger der Mannschaft, erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in der kongolesischen Provinz Süd-Kivu: „Wir haben nicht viele Dinge, die uns vereinen oder glücklich machen. Aber Fußball vereint uns.“
Die Bevölkerung im Kongo lebe die meiste Zeit „in Trauer“, fügte der Lehrer einer weiterführenden Schule hinzu – aufgrund von Kriegen, Naturereignissen, Schiffsunglücken und bedrohlichen Erkrankungen wie Ebola. „Deshalb ist es eine Erleichterung, dass es unsere Mannschaft so weit geschafft hat“, äußerte Bisaso. „Und wir verfolgen ihren Weg im Fernsehen. Die meisten von uns Kongolesen sind geeint, glücklich und bereit, die Erfolge unserer Mannschaft zu feiern.“ (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.