Die beiden Angreifer haben die von Tyger Lobinger hinterlassene Lücke geschlossen. Am Dienstag geht es zu Spitzenreiter Osnabrück.
Benjamin Zank und Jakob SachseZwei Riesen in Viktoria Kölns Sturm

Torjubel bei Jakob Sachse (hinten) und Benjamin Zank
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Zu Jahresbeginn drehte sich beim FC Viktoria Köln viel um die eine Frage: Ist der Abschied von Tyger Lobinger wirklich zu kompensieren? Nach neun Hinrundentreffern hatte der Höhenberger Drittligist seinen Toptorjäger an den MSV Duisburg verkauft – und zunächst auf einen Ersatz verzichtet. Die ursprüngliche Idee war, David Otto in die vorderste Reihe zu versetzen. Anstatt eines körperlich robusten Neuners wollte die Viktoria ihr Glück mit einem fußballerisch starken Angreifer versuchen. Allerdings scheiterte der Plan beim ersten Versuch, ausgerechnet gegen den vermeintlich leichtesten Gegner der Liga: Köln verlor 0:2 gegen den designierten Absteiger Schweinfurt.
Benjamin Zank hat sich einen Stammplatz erkämpft
Trainer Marian Wilhelm reagierte umgehend und nahm die Umstellung zurück: Otto durfte wieder als hängende Spitze seine spielerische Klasse einbringen. Benjamin Zank rückte von der Ersatzbank ins Zentrum des Höhenberger Angriffs. Eine Woche nach dem Schweinfurt-Debakel feierte der 21-Jährige gegen Saarbrücken sein Startelf-Debüt, wieder eine Woche später gelang Zank gegen Mannheim sein erstes Tor des Jahres – seitdem ist der 1,95-Meter-Stürmer aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken. Die Kölner haben mit dem inzwischen so gut wie sicheren Klassenerhalt die Frage nach dem womöglich nicht zu kompensierenden Abschied Lobingers eindeutig beantwortet.
Im Sommer hatte Viktoria Zank vom Regionalligisten Carl Zeiss Jena verpflichtet. Ziel war, den Nachwuchsspieler im Fahrwasser von Lobinger zum möglichen Nachfolger aufzubauen – denn über den Sommer 2026, das Vertragsende, hätte man Lobinger ohnehin nicht halten können. Zank kam zu vielen Kurzeinsätzen und zwei Joker-Toren. Von Beginn an durfte er jedoch nur gegen unterklassige Gegner im Verbandspokal auflaufen. Erst als sich der Viktoria im Winter die Chance bot, für Lobinger noch eine Ablöse zu kassieren, statt ihn im Sommer ablösefrei zu verlieren, eröffneten sich neue Möglichkeiten für Zank. Und der Deutsch-Nigerianer nutzte die Gelegenheit.
Jakob Sachse mit drei Scorerpunkten in 43 Minuten
In den vergangenen Wochen entwickelte sich der Angreifer erstaunlich. Ob als Wandstürmer und Ballverteiler oder als Zielspieler im Strafraum: Mit seiner Dynamik und seinem Torriecher ist Zank der Schritt aus Lobingers Schatten längst gelungen. Seit Jahresbeginn erzielte er drei Tore und bereitete ein weiteres vor. Fast immer steht er 90 Minuten auf dem Platz. „Benjamin hat sich im letzten halben Jahr sehr gut entwickelt, da ist unser Plan mit ihm schon übererfüllt. Er ist technisch sauberer geworden und ruhiger am Ball. Auch im Spiel gegen den Ball hat er einen wichtigen Schritt gemacht. Aber er ist noch nicht am Ende seiner Entwicklung“, sagt Valentin Schäfer, Viktorias Sportlicher Leiter.
Dazu hat er einen passenden Sturmpartner gefunden. Kurz vor Ende der Transferfrist hatte die Viktoria auf Leihbasis Jakob Sachse von Schalke 04 verpflichtet. Ebenfalls ein junger, großer Angreifer (19 Jahre, 1,90 Meter) ohne Drittliga-Erfahrung. Sachse ist in der Stürmer-Rochade in Zanks alte Rolle des Herausforderers gerückt – und hat sie ausgefüllt: drei Kurzeinsätze, 43 Minuten auf dem Rasen, zwei Tore, eine Vorlage. Dazu harmonieren die beiden Sturmkanten gut. Gegen Hoffenheim bediente Sachse Zank mit einem perfekten Pass in die Schnittstelle. Und gegen Stuttgart legte Zank Sachse den Ball optimal per Kopf vor. „Jakob hat von Tag eins an viel Energie und eine hohe Eigenmotivation mitgebracht und das auch direkt in seine Einwechslungen übertragen. Er hat ein Gefühl für torgefährliche Räume und eine hohe Abschlussqualität“, sagt Schäfer. Sachses Leihe war zunächst bis zum Saisonende vereinbart, verlängert sich nach Viktorias Klassenerhalt aber um ein Jahr.
Nach Kölns perfekter englischer Woche mit zwei Ligasiegen und einem Pokalerfolg geht es bereits am Dienstagabend (19 Uhr) beim neuen Tabellenführer VfL Osnabrück weiter – mit Zank im Sturmzentrum und Sachse in der Hinterhand.

