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Kölner LeichtathletMohamed Abdilaahis Rekord- und Medaillenjagd geht weiter

3 min
Track and Field: The TEN Mohamed Abdilaahi GER, right, and Ky Robinson AUS place first and second in the 10,000m in national records 26:56.58 and 26:57.07 during The TEN track meet at JSerra Catholic High School, Saturday, March 28, 2026, in San Juan Capistrano, Calif. San Juan Capistrano California Untied States EDITORIAL USE ONLY Copyright: xImagexofxSportx ImagexofxSportx iosphotos402985

Mohamed Abdilaahi (rechts) beim Meeting „The Ten“

Jüngst knackte der Läufer der Cologne Athletics den 10.000-Meter-Rekord von Dieter Baumann, weitere Bestmarken und Titel sollen folgen.

Mohamed Abdilaahi (27) breitete beide Arme aus, streckte den rechten Zeigefinger empor und überquerte die Ziellinie mit einem strahlenden Lächeln. Der Ausnahmeläufer hatte beim Meeting „The Ten“ im kalifornischen San Juan Capistrano soeben den nächsten Rekord von Dieter Baumann geknackt. Als erster Deutscher bewältigte der Athlet der Cologne Athletics die zehn Kilometer in unter 27 Minuten (26:56,58) – und war damit fast 25 Sekunden schneller als der Olympiasieger vor fast 29 Jahren. Bereits im vergangenen Sommer war Baumanns 5000-Meter-Uraltmarke (1997/12:54,70) gefallen, als Abdilaahi beim Diamond-League-Meeting in Monaco auf Rang vier stürmte (12:53,63).

Eine deutsche EM-Medaille über die 5000 oder 10.000 Meter?

Der entthronte Rekordhalter meldete sich prompt zu Wort und sprach von „geschichtsträchtigen Marken. Jetzt wünsche ich Mohamed, dass er diese Zeiten auch bei internationalen Meisterschaften abrufen kann. Denn: Rekorde sind vergänglich, Titel bleiben.“ CA-Vereinschef Claus Dethloff glaubt fest an den nächsten Meilenstein und sagt mit Blick auf die im August stattfindenden Europameisterschaften in Birmingham: „Egal ob über fünf oder zehn Kilometer: Ich traue ihm dort eine Medaille zu.“ Theoretisch könnte Abdallahi auf der Insel auch über 1500 Meter starten. Eine Entscheidung ist offensichtlich noch nicht gefallen, denn der Athlet betont: „Mein Papa (und Trainer, Anm. d. Red.) Ahmed sagt, dass ich der geborene 10.000-Meter-Läufer sei. Ich selbst tendiere eher zu den kürzeren Distanzen.“

Aus dem letztjährigen WM-Vorrunden-Aus über 5000 Meter habe der gebürtige Mönchengladbacher seine Lehren gezogen, betont Dethloff: „In Tokio hat sich Mohamed zu sehr an der Konkurrenz orientiert und sich permanent nach ihr umgeschaut. Diesmal wird er das Rennen aktiver gestalten und nicht nur reagieren.“ Der frühere Weltklasse-Hammerwerfer bringt es wohl auf den Punkt, wenn er sagt: „Dass Mohamed schnelle Zeiten laufen kann, dürfte niemand mehr bezweifeln. Jetzt muss und wird er zeigen, dass er auch taktische Rennen meistern kann.“

Mohamed Abdilaahi kratzt am Europarekord

Der Athlet selbst sieht das offenbar ähnlich. Denn nach dem Rekordlauf in Kalifornien zeigte er sich „mega happy. Zumal mein letztes Zehn-Kilometer-Rennen auf der Bahn vier Jahre zurücklag. Langsam, aber sicher komme ich in meine Prime.“ Die Zeit habe sich angesichts seines bereits im Januar aufgestellten nationalen Straßen-Rekords (27:22) „ein bisschen angekündigt. Denn mir war klar, dass ich auf der Bahn deutlich schneller sein werde. Ich bin nämlich nicht unbedingt der beste Straßenläufer.“

Dass er sogar am Europarekord des vierfachen Olympiasiegers Mo Farah (26:46,57) kratzte, wertete er als „Zeichen, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Mo ist in sportlicher Hinsicht mein großes Vorbild. Seine internationale Titelsammlung ist einfach unglaublich, ich wäre schon froh über eine einzige Goldmedaille.“ Dabei lässt er sich keineswegs unter Druck setzen, denn: „Für einen Langstreckenläufer bin ich noch ziemlich jung. Meine besten Jahre liegen noch vor mir.“

2026 könnte ein wegweisendes sein. Bislang hat sich der Inhaber sämtlicher nationaler 5000-Meter-Rekorde (Halle, Straße, Bahn) voll und ganz auf die Freiluftsaison konzentriert. Nicht ganz freiwillig, wohlgemerkt. Denn erst nachdem ihn der hohe Schnee in der Sierra Nevada (Spanien) ausgebremst hatte, sagte er die Hallen-Saison vorsichtshalber ab. Es folgte ein Höhentrainingslager in Flagstaff (Arizona) zur Vorbereitung auf das Rennen „The Ten“ und die anstehenden Diamond-League-Meetings in China (16./23. Mai). Der Saisonhöhepunkt folgt im August, wenn aus Abdilaahis Rekord- wieder eine Medaillenjagd wird.