Der Kapitän wird seit Monaten von Rückenproblemen ausgebremst. Doch ein Ende der Leidenszeit ist in Sicht.
Viktoria KölnChristoph Greger hofft auf baldiges Comeback

Christoph Greger bei seinem bislang letzten Einsatz für die Viktoria, dem 1:4 gegen Verl
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Hinter Christoph Greger liegen einige schwierige Monate. Der Kapitän des FC Viktoria Köln ist seit Ende November zum Zuschauen gezwungen. Anhaltende Rückenprobleme haben den 29 Jahre alten Abwehrchef des Drittligisten ausgebremst. Und sein bislang letzter Einsatz ist mit keinen guten Erinnerungen verknüpft. Am 15. Spieltag wurde er im Heimspiel gegen den SC Verl (1:5) nach 24 Minuten gelb-rot-gefährdet ausgewechselt. Seitdem müssen die Höhenberger ohne ihren Anführer auskommen.
„Grundsätzlich geht es mir besser. Die Ausfallzeit war ursprünglich nicht so lange angedacht, alles hat sich leider etwas verzögert“, berichtet Greger im Gespräch mit dieser Zeitung. Inzwischen sei er jedoch auf einem guten Weg, „wir belasten aktuell wieder und müssen jetzt schauen, wie der Körper reagiert. Wenn alles gut läuft, stoße ich im Laufe des Februars zurück zur Mannschaft.“
Nur zwei Siege in den letzten acht Spielen
Ohne Greger holte die Viktoria nur zwei Siege aus acht Partien. „Wir haben uns schon den einen oder anderen Punkt mehr aus den ersten Spielen des Jahres erhofft“, sagt der Innenverteidiger. Die Erfahrung und die Mentalität des Routiniers fehlen den Kölnern – auch wenn Co-Kapitän Lars Dietz nach Kräften versucht, die Lücke zu schließen. „Aber wenn aus dem ursprünglichen Mannschaftsrat gleich vier Spieler fehlen, ist das für kein Team leicht“, meint Greger mit Blick auf das 0:0 bei Jahn Regensburg. Dort musste Dietz eine Gelbsperre absitzen. Mit Dudu und Tyger Lobinger wurden zwei frühere Mitglieder des Mannschaftsrats im Winter verkauft, sodass lediglich Simon Handle und David Otto aus der im Sommer angedachten Führungsachse übrigblieben. „Dafür fand ich das Spiel sehr, sehr ordentlich. Wenn wir eine unserer Chancen aus der ersten Halbzeit nutzen, wird es für Regensburg schwer zurückzukommen.“
Der Kapitän will das Thema der ausgedünnten Führungsriege jedoch nicht zu sehr beanspruchen. „Wir haben es die letzten Jahre immer wieder geschafft, die Abgänge von erfahrenen und gestandenen Leistungsträger zu kompensieren. Von daher habe ich maximales Vertrauen in die Entscheidungen der Verantwortlichen und insgesamt in die Qualität des Teams.“ Mit Blick auf die Tabelle warnt er aber: „Uns ist bewusst, dass wir noch mindestens fünf Siege für unser Minimalziel, den Klassenerhalt, brauchen. Wir sind auf der Hut.“
Viel Lob für Arne Schulz
In die vermeintliche Führungslücke müssen nun junge Spieler hereinwachsen. Arne Schulz, Viktorias neuer Nummer eins, sei dies in beeindruckender Manier gelungen, lobt Greger. „Er liefert auf und neben dem Platz eine super Arbeit ab. Der Wechsel von Dudu zu ihm war wie aus dem Bilderbuch. Was mir zudem gefällt ist, dass er sich nicht zu schade ist, seinen Mund aufzumachen, wenn ihm etwas auffällt.“ Auch Leonhard Münst im zentralen Mittelfeld sieht der Kapitän inzwischen in einer gewachsenen Führungsrolle. Über allem stehe jedoch das Kollektiv. „Wir haben viele Spieler mit unglaublich viel Power, darüber müssen wir uns definieren. Diese Kraft müssen wir auf den Platz bringen, dann sind wir ekelig zu bespielen und können jeden Gegner in der Liga schlagen“, sagt Greger.
Das Karnevals-Heimspiel am Freitag gegen Erzgebirge Aue (19 Uhr/Sportpark Höhenberg) wird der Kapitän erneut nur als Zuschauer verfolgen können. Vorstellungen, wie der Tabellensiebzehnte weiter distanziert werden kann, hat Greger natürlich trotzdem: „Grundsätzlich wollen wir auf die Leistung aus Regensburg aufbauen. Wir wollen wieder Energie, Emotion und Haltung auf den Platz bringen. Wenn wir dann noch effizienter sind, werden wir die drei Punkte bei uns behalten.“

