Der Höhenberger Drittligist beendet am Montag sein Trainingslager in der Türkei. Coach Marian Wilhelm zieht ein positives Fazit.
Viktoria Köln im TrainingslagerDrei Tore, viel Arbeit und zwei Darts-Champions

Die Torschützen David Otto (links) und Leonhard Münst bei Viktoria Kölns Testspiel gegen Siegen
Copyright: Viktoria Köln
Im türkischen Belek ging es beim Fußball-Drittligisten FC Viktoria Köln nicht nur auf dem Trainingsplatz zur Sache. Coach Marian Wilhelm berichtete von einem „packenden Finale voller Stimmung“, in dem gerade Benjamin Zank besonders treffsicher gewesen sei. „In unserem kleinen Ally Pally“, sagte der Trainer mit einem Grinsen. Zank hatte gemeinsam mit Leander Popp auf dem Teamabend das mannschaftsinterne Darts-Turnier gewonnen. „Wir aus dem Trainerteam waren unter ferner liefen. Nur unser Athletiktrainer Florian Braband hat es bis ins Halbfinale geschafft und die Fahne hochgehalten“, so Wilhelm.
Mit Ausnahme des eigenen Abschneidens an der Darts-Scheibe war Viktorias Coach sehr zufrieden mit dem einwöchigen Trainingslager an der türkischen Mittelmeerküste, das am Montag zu Ende geht. „Es war eine intensive Woche, wir konnten jeden Tag in die Vollen gehen, genau wie wir es uns gewünscht haben. Wir hatten tolle Bedingungen, uns hat es an nichts gefehlt“, berichtete Wilhelm. Kernthema des Trainingslagers war es, die Offensive nach dem Abgang von Toptorjäger Tyger Lobinger zum Liga-Rivalen MSV Duisburg neu aufzustellen. Geplant ist, dass David Otto in die vorderste Reihe rückt und die frei gewordene Rolle des hängenden Stürmers oder Spielmachers neu vergeben wird. „Die Jungs haben gespürt, dass man sich zeigen kann und dass jeder eine Chance bekommt“, so Wilhelm. „Mein erster Eindruck ist, dass die Jungs es auch ohne Tyger sehr gut gemacht haben.“
3:0-Sieg im Test gegen die SF Siegen
Am Sonntagmorgen absolvierten die Kölner ihren einzigen Test des Winters und damit auch die Generalprobe für den Rückrunden-Auftakt am kommenden Sonntag beim Tabellenschlusslicht Schweinfurt 05 (16.30 Uhr). Gegen den West-Regionalligisten Sportfreunde Siegen gewannen die Höhenberger 3:0. Otto, Leonhard Münst und Raphael Ott erzielten die Tore für die Viktoria. „Mit einem richtigen Fazit nach so einem Test tue ich mich schwer, aber wir haben schöne Tore herausgespielt und hatten auch noch mehr Chancen“, sagte Wilhelm, der Simon Handle, Florian Engelhardt, Yannick Tonye und Soichiro Kozuki schonte, sonst aber allen Spielern Einsatzzeiten gab. „In der zweiten Halbzeit hatten wir zwei leichtfertige Ballverluste und am Ende Glück, dass wir zu Null spielen.“ Insgesamt habe er jedoch viel davon gesehen, woran in der Türkei gearbeitet wurde: Intensität, Umschaltverhalten. „Nach den harten Einheiten haben vielleicht ein paar Körner gefehlt, aber das war uns vorher bewusst.“
Nach der Abschlusseinheit am Montag fliegt der Viktoria-Tross zurück nach Köln, Dienstag und Mittwoch ist trainingsfrei. „Die Beine sind jetzt schwer, da müssen wir etwas Frische wiederbekommen“, so Wilhelm. Ab Donnerstag liegt dann der komplette Fokus auf Schweinfurt. Mit einem Sieg könnte sich die Viktoria noch deutlicher von den unteren Rängen distanzieren. Pünktlich zur Rückkehr ist für das Rheinland auch fußballfreundlicheres Wetter prognostiziert. „Wir hätten den Zeitpunkt des Trainingslagers nicht besser legen können“, freute sich Wilhelm.
Passiert noch etwas auf dem Transfermarkt?
Für die nächste Woche hofft der Coach auf die Rückkehr von Christoph Greger und Dudu. Der Kapitän und die Nummer eins hatten das Trainingslager verletzungsbedingt verpasst und absolvierten währenddessen ein individuelles Programm. Allerdings ist es fraglich, ob die beiden Führungsspieler für die Schweinfurt-Partie zur Verfügung stehen. Dudu werde nur spielen, wenn er schmerzfrei ist, hatte Torwarttrainer Kevin Rauhut zuletzt betont. Doch steht der Viktoria in Arne Schulz ein herausragender Ersatz zur Verfügung – die Nummer zwei hat in ihren bisher drei Saison-Einsätzen noch kein Tor erzielt. Offen ist zudem, ob die Höhenberger noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden. „Das besprechen wir, wenn wir zurück in Köln sind“, stellte Wilhelm klar. Man sei nicht gezwungen, etwas zu machen. „Und wenn, dann muss es menschlich passen und uns sportlich weiterbringen.“

