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Mercedes fürchtet EskalationWolff will Streit wie bei Rosberg und Hamilton verhindern

5 min
George Russell und Kimi Antonelli

Wie viel Zoffpotenzial steckt in diesem Duo? (Archivbild)

Bei Mercedes droht eine teaminterne Rivalität. Die Konstellation zwischen George Russell und Kimi Antonelli erinnert an das explosive Duell von Hamilton und Rosberg.

Nico Rosbergs Wettstreit mit seinem ehemaligen Mercedes-Stallgefährten Lewis Hamilton wirkt sich auch heute noch auf sein Privatleben aus. Der einstige Jugendfreund aus England, der im intensiven Kampf um den Titel zu einem erbitterten Gegner wurde, genießt bei den Töchtern des deutschen Formel-1-Champions von 2016 hohe Beliebtheit.

Wie die Nachrichtenagentur dpa meldet, sind die beiden Mädchen, Alaïa und Naila, Anhängerinnen des siebenfachen Titelträgers, der aktuell für Ferrari in der Königsklasse des Motorsports antritt. Der 41-jährige Hamilton versäumt es nicht, ihnen zu Weihnachten regelmäßig Barbies zukommen zu lassen. Rosberg (40) berichtete dazu einst mit einem Lächeln: «Wir hatten so eine Feindschaft. Immer an Weihnachten haben beide Kinder vor der Tür ein Geschenkepaket von ihm. Das ist ein schöner Ansatz von ihm».

Ein Teamduell, das Schlagzeilen machte

Ob der heutige Unternehmer, der seine Karriere nach dem Titelgewinn 2016 auf dem Höhepunkt beendete, die Geschenke wirklich amüsant findet, bleibt offen. Die Auseinandersetzung zwischen Hamilton und Rosberg war eine derart toxische teaminterne Konfrontation in der Formel 1, dass sie für Furore sorgte. Eine zentrale Figur in diesem Konflikt war Teamchef Toto Wolff.

Der aus Österreich stammende Teamchef hatte die Aufgabe, eine andauernde Auseinandersetzung zu schlichten, die stets zu eskalieren drohte. Im Jahr 2016 in Spanien kam es bereits während der Auftaktrunde zu einer Kollision, bei der sich Hamilton und Rosberg gegenseitig aus dem Rennen beförderten. Lediglich vier Grand Prix darauf in Österreich gerieten die beiden Kontrahenten kurz vor Schluss erneut aneinander, konnten den Wettbewerb jedoch fortsetzen.

Toto Wolff

Toto Wolff (M) musste bei diesem Fahrerduo viel schlichten. (Archivbild)

Wie sieht die Lage aktuell aus? Mercedes befindet sich in einer Situation, die erneut zu einem internen Konflikt führen könnte. Da ist zum einen der 19 Jahre alte Italiener Kimi Antonelli, der als neues Ausnahmetalent der Formel 1 gilt und nach drei Rennen die Fahrerwertung anführt. Ihm gegenüber steht der 28-jährige Brite George Russell, ehemals als Nachfolger Hamiltons gehandelt und die aktuelle Nummer zwei der Gesamtwertung. Das Konfliktpotenzial ergibt sich bereits aus der Tatsache, dass zwei mögliche Weltmeister für dasselbe Team fahren.

Fahrer betonen professionelles Verhältnis

Hat sich ihre Beziehung gewandelt, nun da es in ihrer zweiten Saison zusammen den Anschein hat, dass einer der beiden Mercedes-Piloten den Titel anstrebt? «Überhaupt nicht, um ehrlich zu sein. Ich glaube, wir sind beide Profis. Wir haben nach wie vor ein sehr gutes Verhältnis und ehrlich gesagt reden wir nicht einmal darüber. Innerhalb des Teams wird das Thema auch gar nicht erst angesprochen», erklärte Russell.

Antonelli bestätigt ebenfalls eine weiterhin intakte Beziehung. «Unsere Beziehung ist sehr stark und das ändert sich nicht. Zwischen uns herrscht großer Respekt für den jeweils anderen», versicherte Antonelli. «Ich glaube, dass unsere Beziehung stark ist und auch den Rest des Jahres stark bleiben wird.»

Der junge Fahrer aus Bologna benannte gleichzeitig den entscheidenden Punkt bei jedem internen Wettstreit. «Natürlich denke ich, dass ich ein Herausforderer sein kann. Dafür bin ich hier», äußerte er. «Ich fahre um zu gewinnen. Ich will Rennen gewinnen und Meisterschaften. Das ist mein Ziel.»

Wolff will Eskalation wie bei Hamilton und Rosberg verhindern

Wenn die Situation sich zuspitzt, kommt es mitunter zu Kollisionen zwischen Fahrern desselben Teams. Dies war in der Vergangenheit bei Ayrton Senna gegen Alain Prost der Fall und entwickelte sich später über drei Jahre im Duell Hamilton gegen Rosberg, bevor die Lage im vierten gemeinsamen Jahr bei Mercedes eskalierte. Auch bei Lando Norris und Oscar Piastri gab es im Vorjahr Spannungen, als der Titel für das McLaren-Duo in greifbare Nähe kam.

Toto Wolff

Toto Wolff hat bei Mercedes das große Ganze im Blick. (Archivbild)

Wie lässt sich also vermeiden, dass aus Kooperation Konfrontation wird? Kaum jemand verfügt hier über mehr Erfahrung als Wolff. «Ihr müsst sie alle da draußen schlagen. Und ich kann nicht erwarten, dass ihr außerhalb des Autos wie ein Welpe und im Auto wie ein Löwe seid. Das ist völlig klar», zeigte Wolff in «The Athletic» Verständnis für die Ansprüche an seine Piloten und zog eine unmissverständliche Linie: «Wir akzeptieren, dass ihr da draußen fahrt und gegeneinander antretet – solange ihr unsere Werte respektiert und nicht ineinander kracht.»

Die Auseinandersetzung zwischen Hamilton und Rosberg brachte Wolff an seine Grenzen. Dies gipfelte darin, dass er die beiden Fahrer mitten in der Saison 2016 symbolisch entließ. «Es war ihre persönliche Rivalität, die die Oberhand gewann. Aus einem gesunden Wettbewerb wurde eine Rivalität, die schließlich in Feindseligkeit umschlug. Das ist etwas, das ich nicht zulassen würde», blickte Wolff zurück.

Der Teamchef ist verpflichtet, das Gesamtbild im Auge zu behalten. «Was denken die Leute, die ihre Hypotheken abbezahlen müssen und in den Mercedes-Fabriken arbeiten? Dass ihr beide ineinander kracht, weil ihr euch nicht mögt? Und das wirkt sich direkt auf das Leben von zweieinhalbtausend Menschen aus. Was glaubt ihr, wer ihr seid? Das ist eine wichtige Einsicht, die man mit seinen Fahrern teilen muss», so Wolff.

Mercedes hofft auf fairen Zweikampf

Für das Jahr 2026 hegen die Silberpfeile den Wunsch nach einem fesselnden und gleichzeitig fairen Wettstreit zwischen Russell und Antonelli. Eine Voraussetzung dafür, dass der Zweikampf spannend wird, ist ein konkurrenzfähiges Mercedes-Fahrzeug. Die Hoffnung des Teams ist, dass auch die kurzfristig für den bevorstehenden Grand Prix in Miami in etwa zwei Wochen beschlossenen Regeländerungen daran nichts ändern werden.

Russell gegen Antonelli: ein Titelkampf bis zum Schluss? Der Brite erwartet jedenfalls eine gerechte Behandlung durch Mercedes. «Sie werden uns beiden zu 100 Prozent die gleichen Chancen geben, das war schon immer so. Bei Mercedes ist das schon seit den Tagen von Lewis Hamilton und Nico Rosberg so», sagte Russell. Er hegt die Hoffnung, dass der WM-Kampf nur zwischen ihm und Antonelli ausgetragen wird. «Aber ich möchte nicht voreilig sein.» (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.