Eine Expansion der NBA um zwei Mannschaften steht im Raum. Dies schafft neue Stellen, birgt jedoch auch erhebliche finanzielle und sportliche Herausforderungen.
Zwei neue NBA-TeamsDennis Schröder begrüßt Pläne für Las Vegas und Seattle

Las Vegas war bislang Austragungsort für das Finale um den NBA Cup. (Archivbild)
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Für Dennis Schröder, den Kapitän des deutschen Basketball-Nationalteams, bedeutet die Perspektive auf zwei weitere Mannschaften in der nordamerikanischen Liga NBA primär zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten. „Das heißt, es sind wahrscheinlich noch mal 60 Plätze frei“, äußerte sich Schröder zu den sich verdichtenden Vorhaben. Die Liga prüft die Einrichtung von Spielstätten in Las Vegas sowie Seattle. Diese Entwicklung beurteilt Schröder als vorteilhaft: „Las Vegas hat auch ein NFL-Team, deswegen ist das schon gut. Und Seattle war ja schon mal da und die hatten eine gute Fanbase. Das ist richtig so.“
Zwar ist noch keine endgültige Entscheidung getroffen, die Tendenz ist jedoch eindeutig. Laut dpa wurde NBA-Commissioner Adam Silver letzte Woche mit den Worten zitiert: „Die heutige Abstimmung spiegelt das Interesse unseres Vorstands wider, eine mögliche Expansion nach Las Vegas und Seattle zu prüfen“. Ein Beschluss wird bis zum Jahresende erwartet. Fachleute gehen davon aus, dass eine Aufstockung der Liga von aktuell 30 auf dann 32 Mannschaften ab der Spielzeit 2028/2029 erfolgen könnte.
Kosten für neue Teams gehen in die Milliarden
Neue NBA-Mannschaften entstehen nicht durch sportlichen Erfolg wie im europäischen System mit Auf- und Abstiegen, sondern werden durch den Erwerb einer Startlizenz gegründet. Es werden Beträge von wenigstens sechs Milliarden US-Dollar prognostiziert; sogar zehn Milliarden US-Dollar für eine neue Franchise erscheinen realistisch. Im Anschluss erfolgt die Zusammenstellung der Kader quasi von Grund auf.
LeBron James, der Superstar der Los Angeles Lakers, hatte früher zwar Interesse an der Übernahme eines Teams signalisiert, widersprach aber kürzlich öffentlich Spekulationen, eine Mannschaft in Las Vegas gründen zu wollen. Unterdessen hat sich die Metropole in Nevada zu einer zentralen Anlaufstelle für die NBA entwickelt. Sie richtet bereits die Summer League und das Final Four des NBA Cups aus.

LeBron James will nun offenbar doch nicht mehr NBA-Besitzer werden. (Archivbild)
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NBA-Chef Silver erwartet ein intensives Bieterverfahren, welches die finanziellen Aufwendungen zusätzlich steigern dürfte. Die beträchtlichen Beträge sind erforderlich, um die aktuellen Franchise-Eigentümer zu kompensieren. Ihr Anteil an den Ligagesamteinnahmen würde durch die Expansion von 3,33 auf 3,13 Prozent zurückgehen. Betrachtet man nur die TV-Verträge, die der Liga über einen Zeitraum von elf Jahren 76 Milliarden US-Dollar sichern, entgingen den bestehenden Eigentümern bei einer Verteilung auf 32 statt 30 Mannschaften allein hierdurch etwa 152 Millionen US-Dollar.
Expansion Draft: Wie die neuen Teams Spieler erhalten
Ein zusätzlicher Aspekt betrifft die Zusammenstellung der Kader. Die bestehenden Franchises müssen wahrscheinlich Spieler abgeben, damit die neuen Mannschaften rasch wettbewerbsfähig werden, was für die Attraktivität der Liga von Bedeutung ist. Der genaue Ablauf dieses Verfahrens, bekannt als Expansion Draft, wird in zukünftigen Gesprächen verhandelt. Vor 22 Jahren gab es die letzte derartige Erweiterung, als die Charlotte Bobcats (inzwischen Hornets) hinzukamen.
Charlotte hatte seinerzeit das Recht, bis zu 29 Akteure von anderen Mannschaften zu wählen, und nahm letztlich 19 unter Vertrag. Zentrale Punkte, die es zu klären gilt, betreffen die Anzahl der Spieler, die von den existierenden Teams vor einem Transfer geschützt werden können, sowie die Obergrenze für abzuwerbende Profis pro Franchise.
Geografische Neuordnung und Seattles Hoffnung
Zudem wäre eine Anpassung der geografischen Ligastruktur notwendig. Weil sowohl Las Vegas als auch Seattle im Westen der Vereinigten Staaten angesiedelt sind, müsste ein bestehendes Team aus der Western Conference in die Eastern Conference umziehen, um die Balance zu erhalten. Die Minnesota Timberwolves, die New Orleans Pelicans sowie die Memphis Grizzlies werden als potenzielle Kandidaten für diesen Wechsel gehandelt.
Insbesondere in Seattle ist die Erwartung auf ein Comeback des NBA-Basketballs immens. In der Ära des deutschen NBA-Vorreiters Detlef Schrempf gehörten die SuperSonics zu den Hauptattraktionen der Liga. Im Jahr 1996 gelangten sie bis ins Playoff-Finale, wo sie den Chicago Bulls mit Michael Jordan unterlagen. (red)
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