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Pogacars Mission Mailand-SanremoRad-Ikone Merckx gibt Ratschlag für den Sieg

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Tadej Pogacar

Kann Tadej Pogacar dieses Mal seinen Rivalen Mathieu van der Poel distanzieren? (Archivbild)

Tadej Pogacar will den Klassiker Mailand-Sanremo endlich für sich entscheiden. Sein großer Rivale van der Poel ist jedoch in Topform. Ein Tipp von Eddy Merckx könnte den Ausschlag geben.

Die wiederholten Misserfolge von Weltmeister Tadej Pogacar bei dem anspruchsvollen Frühjahrsklassiker Mailand-Sanremo sind sogar ein Thema für die Radsport-Ikone Eddy Merckx. Der als „Kannibale“ bekannte siebenfache Gewinner des Rennens hat seinem potenziellen Nachfolger Ratschläge für den idealen Moment einer Attacke erteilt. Es bleibt offen, ob das slowenische Ausnahmetalent diese am Samstag beherzigen wird.

Von seinem Wohnsitz in Monaco unternahm Pogacar im Training zuletzt häufig Fahrten nach Italien. Die Schlussetappe des Rennens kennt er daher bis ins Detail. Berichten zufolge hat der Slowene die Cipressa, den vorletzten Anstieg mit einer Länge von 5,6 Kilometern und einer durchschnittlichen Steigung von 4,2 Prozent, im Training in nur 8:51 Minuten absolviert. Diese Zeit unterbietet seine Leistung aus dem Vorjahresrennen um sechs Sekunden.

Zwei bedeutende Klassiker stehen noch aus

Der Sieg soll am Samstag endlich gelingen. Das Rennen Mailand-Sanremo, das sich über beinahe 300 Kilometer erstreckt, gehört zu den wenigen Wettbewerben, die in der beeindruckenden Siegessammlung von Pogacar noch fehlen. Gleiches gilt für das strapaziöse Kopfsteinpflasterrennen Paris-Roubaix, welches das zweite Hauptziel des 27-jährigen Sportlers in der aktuellen Saison darstellt.

Für einen Erfolg bei diesen beiden Monumenten des Radsports würde Pogacar nach eigener Aussage sogar auf einen möglichen fünften Sieg bei der Tour de France verzichten. „Ich habe die Tour schon viermal gewonnen, und ob ich sie ein fünftes Mal gewinne... Ich denke, es ist ein größerer Unterschied zwischen null und eins als zwischen vier und fünf“, erklärte Pogacar. Er fügte hinzu: „Mailand-Sanremo und Paris-Roubaix zu gewinnen, wäre ein Highlight in meiner Karriere. Sollte ich diese Rennen jemals gewinnen, würde ich denken, dass man nicht viel mehr in seiner Karriere erreichen könnte.“

Van der Poel als stärkster Konkurrent

Mit den Platzierungen fünf, vier und zweimal drei in den letzten vier Austragungen kann sich Pogacar nur bedingt zufriedengeben. Obwohl er beteuert, nicht von dem Gedanken besessen zu sein, jeden Wettbewerb zu gewinnen, hat Mailand-Sanremo eine besondere Bedeutung. Häufig war es der Klassiker-Spezialist Mathieu van der Poel, der seine Pläne durchkreuzte. Der Niederländer triumphierte 2023 selbst und verhalf 2024 seinem sprintstarken Teamkollegen Jasper Philipsen zum Sieg.

Mathieu van der Poel

2025 gewann Mathieu van der Poel zum zweiten Mal den Frühjahrsklassiker Mailand-Sanremo. (Archivbild)

Zudem befindet sich van der Poel erneut in herausragender Verfassung. Kürzlich sicherte er sich zwei Etappensiege bei Tirreno-Adriatico und gewann den Klassiker Omloop Nieuwsblad. Sein achter Weltmeistertitel im Cross, ein Rekord, war eine Selbstverständlichkeit. „Es gibt nicht mehr viel zu tun“, kommentierte van der Poel vor dem bevorstehenden Duell. Dennoch macht er Pogacar Hoffnung auf ein baldiges Ende seiner Pechsträhne: „Letztes Jahr war er schon nah dran. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er das Rennen gewinnt.“

Merckx empfiehlt Attacke am Poggio

Im vergangenen Jahr konnte Pogacar an der Cipressa einen kleinen Vorsprung herausfahren, aber van der Poel schloss die Lücke wieder. Im Zielsprint gilt der Weltmeister von 2023 als äußerst stark. Merckx empfiehlt daher, den entscheidenden Angriff erst am finalen Anstieg, dem Poggio, zu starten. „Auch wenn er zu langen Ausreißversuchen fähig ist, ist in Sanremo die Wahrscheinlichkeit, eingeholt zu werden, deutlich höher“, äußerte Merckx laut der Nachrichtenagentur dpa gegenüber der „Gazzetta dello Sport“.

Die Strategie ist eindeutig. Das UAE-Team plant, mit extrem hoher Geschwindigkeit in den Anstieg zu gehen, um Pogacar eine finale, entscheidende Attacke zu ermöglichen. Da der wichtige Helfer Tim Wellens aufgrund eines Schlüsselbeinbruchs nicht teilnehmen kann, wird seine Rolle von Isaac del Toro, dem Zweitplatzierten des Giro, übernommen. „Ich fahre Mailand–Sanremo nur für Tadej“, bekräftigt der Mexikaner, der auch bei der Tour de France als zentraler Unterstützer für Pogacar vorgesehen ist.

Isaac del Toro

Isaac del Toro soll Pogacar zum Sieg verhelfen. (Archivbild)

Bis del Toro die Nachfolge antritt, könnte es jedoch noch dauern. Laut Teamchef Mauro Gianetti ist Pogacar „stärker als je zuvor“. Diese Einschätzung äußerte er nach dem Sieg des Slowenen beim Schotterrennen Strade Bianche vor rund zwei Wochen. Diese Formstärke soll sich in der Frühjahrssaison bezahlt machen.

Pogacar plant ebenfalls, bei den anderen bedeutenden Klassikern wie der Flandern-Rundfahrt und Lüttich-Bastogne-Lüttich anzutreten und zu siegen. Dies erinnert an Merckx, der bereits früher anmerkte: „Er ist mein Erbe. Er ist auch ein Killer auf dem Rad.“(red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.