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Tier macht Sachen bei Olympia„Im ersten Moment dachte ich, es wäre ein Wolf, und ich halluziniere“

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Tena Hadzic ließ sich vom überraschenden Verfolger nicht aus dem Konzept bringen.

Tena Hadzic ließ sich vom überraschenden Verfolger nicht aus dem Konzept bringen.

Ein Hund sorgt bei den Winterspielen für Wirbel. Das Tier schafft es bis ins Ziel. Nicht alle Sportlerinnen finden das lustig.

Er stand nicht auf der Startliste: Ein Hund hat im olympischen Langlaufstadion für kuriose Bilder gesorgt. Während der Qualifikation im Team Sprint tauchte das Tier plötzlich auf der Zielgeraden in Tesero auf. Der Hund verfolgte die Griechin Konstantina Charalampidou und die Kroatin Tena Hadzic bis hinter die Ziellinie.

„Ich bin jetzt berühmt wegen eines Hundes, der über die Ziellinie gelaufen ist, und jetzt wollen alle mich interviewen. Es ist das erste Mal, dass ich überhaupt Interviews gebe“, sagte Charalampidou, für die der ungewöhnliche Mitstreiter aber kein Problem darstellte. „Er hat die Kamera verfolgt, die an der Ziellinie auf- und abfährt. Er war süß und nicht aggressiv, also war alles in Ordnung.“

„Im ersten Moment dachte ich, es wäre ein Wolf“

„Im ersten Moment dachte ich, es wäre ein Wolf, und ich halluziniere aufgrund des anstrengenden Rennens“, sagte derweil die 21-jährige kroatische Skifahrerin Hadzic, die dem Hund auf der Zielgeraden begegnete und nicht ganz so unbesorgt blieb wie ihre griechische Kollegin. „Er war extrem groß, und als ich vorbeilief, hatte ich Angst, dass er mich vielleicht beißt“, wurde sie von Medien zitiert.

Der Hund wurde beim Überqueren der Linie auch für ein Zielfoto von der offiziellen Kamera erfasst. Im Ziel stoppte er und beschnupperte die argentinische Sportlerin Nahiara Díaz Gonzalez. Die besten Athletinnen aus der ersten Startgruppe waren zu diesem Zeitpunkt bereits im Ziel. Darunter auch die Oberstdorferin Laura Gimmler, die im Finale mit Coletta Rydzek Bronze gewann.

Hund beschnuppert nach Zieleinlauf Argentinierin

„Er war superglücklich, als er die Ziellinie überquerte. Ich war so darauf konzentriert, das Rennen zu beenden, dass ich nicht auf den Hund geschaut habe“, äußerte Díaz Gonzalez und fügte an: „Es war einfach eine lustige Erfahrung. Das ist nicht normal. Ich weiß nicht, was er hier gemacht hat.“

Ein Hund in der Loipe beim Langlauf-Teamsprint am Lago di Tesero.

Ein Hund in der Loipe beim Langlauf-Teamsprint am Lago di Tesero.

Der Hund stammt Medienberichten zufolge aus der direkten Umgebung des Langlaufstadions. Das zweijährige Tier trage den Namen „Nazgul“, hieß es weiter. Der tschechische Wolfshund sei erfolgreich eingefangen und schließlich unverletzt in sein Zuhause in einem nahegelegenen Bed & Breakfast zurückgebracht worden. 

„Er hat heute Morgen mehr geweint als sonst, weil er uns weggehen sah – und ich glaube, er wollte uns einfach folgen“, sagte der Besitzer des Hundes, der aufgrund der intensiven Medienberichterstattung anonym bleiben will, gegenüber dem Sender „National Public Radio“. Der Hund suche „immer nach Menschen“ und sei „störrisch, aber sehr lieb“, erklärte der Besitzer weiter. (das/dpa)