Triathlon-Profi und Mutter von drei Kindern: Daniela Bleymehl will in Roth eine neue Bestzeit aufstellen.
Profi-Sport mit drei KindernTriathletin Bleymehl startet nach dritter Babypause durch

Roth soll noch mal ein besonderes Rennen für Daniela Bleymehl werden.
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Mit 37 Jahren und drei Kindern gehört Daniela Bleymehl zur Triathlon-Weltspitze. Vor der WM auf Hawaii will sie in Roth eine neue Bestzeit aufstellen und zeigen, wie sich große Ziele und Familie vereinen lassen.
Daniela Bleymehls Tag beginnt um fünf Uhr, zumeist mit einer Schwimmeinheit. Wenn die 37-jährige Profi-Triathletin vom Training zurückkehrt, schlafen ihre zwei jüngsten Kinder häufig noch. Die Weltklasse-Athletin managt ihren Alltag als Sportlerin nun mit drei Kindern, was ein hohes Maß an Flexibilität erfordert. So kommt es vor, dass sie Video-Interviews gibt, während ihre jüngste, weniger als ein Jahr alte Tochter auf ihrem Schoß sitzt.
Die Athletin, die mit ihrer Familie in Darmstadt wohnt, berichtet von den Herausforderungen: «Am Rennwochenende habe ich natürlich schon ganz gerne eine gewisse Ordnung, aber dann stehen manche Sachen auf einmal da und 20 Sekunden später schon wieder woanders», erzählt Bleymehl. Trotzdem laufe am Ende alles irgendwie rund.
Neue Bestzeit in Roth als Ziel
In diesem Jahr hat Bleymehl erneut große Ambitionen. Zuerst steht die Challenge Roth auf dem Plan, bevor es nach Hawaii geht, wofür die Qualifikation und eine Unterkunft bereits gesichert sind. Acht Jahre nach ihrem letzten Triumph an gleicher Stelle möchte sie eine neue persönliche Bestleistung aufstellen. «Sportlich träume ich davon, mich selbst noch mal zu übertreffen und in Roth mein volles Potenzial abzurufen», äußert sie. «Meine Voraussetzungen sind heute andere als früher, aber genau deshalb möchte ich meinen Kindern zeigen, dass Leidenschaft, harte Arbeit und große Ziele ihren Wert nie verlieren.»
Seit Jahren gehört Bleymehl zur Weltspitze im Langstrecken-Triathlon, was sie teilweise auch ihren Kindern zuschreibt. «Die Schwangerschaften geben einem auch eine Pause für den Kopf», erläutert die Sportlerin. Eine Unterbrechung vom ständigen Ringen um die letzten Kraftreserven in den drei Disziplinen könne ebenfalls förderlich sein. «Permanent an dieser Maximalgrenze zu sein, kann einen auch ausbrennen lassen. Ich glaube, dann hätte meine Karriere nicht ganz so lange gedauert», unterstreicht Bleymehl.
Erfolgreiche Rückkehr nach jeder Geburt
Ein Kennzeichen ihrer Laufbahn ist, dass Bleymehl (geborene Sämmler) im Anschluss an die Geburten ihrer Kinder immer rasch wieder siegreich war. Ihr erster Sohn kam 2011 zur Welt. Bereits im Folgejahr konnte Bleymehl ihren Erfolg beim Triathlon in Buschhütten über die olympische Distanz wiederholen, wo sie bereits 2010 gewonnen hatte. Ein weiterer großer Sieg gelang ihr 2015 beim Ironman auf Mallorca, der die Distanzen 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen umfasst.
Die Geburt ihres zweiten Kindes folgte 2021 – und erneut schaffte sie im darauffolgenden Jahr nach der Pause ein beeindruckendes Comeback. Siege beim Ironman in Südafrika sowie in Frankfurt konnte Bleymehl für sich verbuchen. Ihre Saison im Vorjahr beendete sie vorzeitig, da ihr drittes Kind unterwegs war.
Auch die dritte Unterbrechung aufgrund einer Schwangerschaft konnte die 37-Jährige nicht stoppen: Ihre Rückkehr in diesem Jahr krönte sie mit einem Platz auf dem Podium in Südafrika, wodurch sie sich für die WM im Oktober auf Hawaii qualifizierte. «Sich selbst zu motivieren, aufzustehen nach Rückschlägen und Niederlagen, einfach immer weiterzumachen – das möchte ich auch vorleben und den Kindern mitgeben», so Bleymehl. «Die Momente, die man dadurch erleben kann, nimmt einem niemand mehr weg.»
Ein derart zeit- und kostenintensiver Sport stellt in Verbindung mit dem Familienleben als Mutter von drei Kindern eine große Aufgabe dar. Um für etwas mehr finanzielle Absicherung zu sorgen, gewährt die Professional Triathletes Organisation (PTO) ihren zugehörigen Athletinnen einen bezahlten Mutterschaftsurlaub von 15 Monaten.
Sponsoren und die Bedeutung von Präsenz
Es ist jedoch auch eine Tatsache, dass für Einzelsportler die öffentliche Präsenz von höchster Bedeutung im Hinblick auf Sponsoren ist. Pausen von Wettkämpfen sind in dieser Hinsicht nicht gerade vorteilhaft. Bleymehl hebt hervor, dass dies jedoch genau die Phase sei, «in der man die Unterstützung eigentlich am meisten braucht».
Ihre Pausen nach den Geburten sind jedoch nicht aus diesem Grund so kurz. Die Athletin liebt ihren Sport und ist darauf angewiesen, obwohl ihr bewusst ist, dass ihre Laufbahn nicht mehr ewig andauern wird. Aus diesem Grund möchte sie ihren neuerlichen Auftritt in Roth besonders auskosten. Im Jahr 2018 konnte sie den fränkischen Langstrecken-Klassiker, den weltgrößten Triathlon, in einem dramatischen Finale für sich entscheiden. Ihr Vorsprung auf die spätere Ironman-Weltmeisterin Lucy Charles-Barclay betrug lediglich neun Sekunden.
Felix Walchshöfer, der Rennleiter in Roth, äußerte sich lobend: «Daniela inspiriert Menschen weit über ihre sportlichen Erfolge hinaus und ist ein absolutes Vorbild». Er fügte hinzu: «Ihr Weg zurück nach Roth zeigt beeindruckend, wie gut sie als Mutter von drei Kindern Leistungssport, Familie und große Ziele verbindet.» (dpa/red)
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