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Ausstellung in KölnNach Trostlosigkeit wächst Freude

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Fatima und die Geschwister Sara, Nour und Marya (v.l.)

Köln – Es sind Bilder des Krieges und Bilder der Hoffnung: Menschen in Blutlachen, Erschießungskommandos, Panzer und zerstörte Häuser auf der einen Seite. Ein Haus der Träume, in das eine Tür zur Zukunft führt, auf der anderen. Eine Zukunft, in der es Arbeit, Liebe und Freundschaft gibt.

Seit Anfang des Jahres leben die syrisch-palästinensischen Schwestern Sara, Marya und Nour sowie ihre syrische Freundin Fatima in einem Flüchtlingsheim in Poll. Was sie in dem Jahr seit ihrer Flucht aus Damaskus und Aleppo erlebten, haben die Mädchen in selbst gemalten Bildern festgehalten, die jetzt in einer Ausstellung im Rodenkirchener Bezirksrathaus zu sehen sind. Sie zeigen, wie aus Trostlosigkeit und Trauer seit der Ankunft in Köln Hoffnung und Freude gewachsen sind.

In Damaskus wohnte die zwölfjährige Sara mit ihrer Familie, den Großeltern und einem Onkel in einem eigenen Haus. Die Mutter arbeitete als Lehrerin, der Vater als Dekorateur. Ein intaktes Leben, bis der Krieg ausbrach. „Einmal haben wir auf dem Balkon gespielt, als plötzlich Hubschrauber auftauchten und Bomben abwarfen. Ich hatte solche Angst.“ In einem Bild – ein Gesicht mit Hubschraubern als Augen und Fassbomben als Tränen, hat sie das Erlebnis verarbeitet.

Ideengeberin für die Bilder ist oft ihre Schwester Marya. „Ich möchte, dass die Kinder in Deutschland das sehen“, so die Zehnjährige. Noch ist das Deutsch der Mädchen gebrochen, doch sie lernen jeden Tag dazu. „Sie haben immer ein Lexikon dabei und sind unglaublich motiviert“, sagt Erica Koch-Mehrin. Die frühere Lehrerin betreut seit Jahresbeginn Flüchtlingsfamilien aus Syrien und hat die Ausstellung initiiert. Sie sucht dringend nach Wohnungen für die Familien. Denn noch immer leben Sara, Marya, Nour und Fatima im Heim. „Wir hoffen, dass die Mühe und die Arbeit nicht umsonst sind“, hat Sara in ihr Haus der Träume geschrieben. Sie hat ein Ziel: Sie will Ärztin werden.

Die Bilder sind bis 28. November im Bezirksrathaus Rodenkirchen, Hauptstraße 85, zu sehen; Montag, Mittwoch und Freitag bis 12 Uhr, Dienstag bis 18 und Donnerstag bis 16 Uhr. Eintritt frei.