Jahresabschluss des VereinsPositive Bilanz zum 20. Jubiläum von „Wir helfen“

Die Kita Villa Kunterbunt der Christlichen Sozialhilfe in Köln-Mülheim bekommt einen Bewegungs- und Therapieraum für Kinder mit und ohne Behinderung, der ohne Spende nicht finanzierbar wäre.
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Köln – Orhan will hoch hinaus. Sieben Meter, um genau zu sein. Der Junge aus Köln-Ostheim wohnt in einer Gegend mit schlechtem Ruf, aber auch viel Zusammenhalt: Die Gernsheimer Straße wirkt mit ihren Hochhausbauten nicht gerade einladend. Doch immer montags stehen die Kinder und Jugendlichen schon erwartungsvoll auf der Straße. Dann kommt die Kölner Spielewerkstatt, um mit dem dort ansässigen Veedel e. V. durch spielerische und sportliche Aktivitäten ein soziales Miteinander aufzubauen.
Heute stehen Kletterkisten mit Kletterprofi Dominik Heinz auf dem Programm. Immer einer darf seine Kraft und sein Gleichgewicht trainieren. Die anderen sehen zu und fiebern mit, lernen so Toleranz und Respekt, aber auch Vertrauen, wenn sie die Erwachsenen sichern. Für das nächste Jahr braucht sich der Verein keine Sorgen um die Finanzierung dieser Arbeit zu machen: „wir helfen“ wird das Projekt unterstützen - ebenso wie 119 weitere Projekte in Köln und der Region.
Förderung pädagogischer Einrichtungen
Wie den „Freakout“-Bus des Caritasverbandes. Das rollende Kinder- und Jugendzentrum kann weiter an die Stellen der Stadt geschickt werden, wo Kinder und Jugendliche besonders leicht abrutschen. Ausgebildete Pädagogen und Sozialarbeiter suchen über gemeinsames Fußballgucken oder Abende mit Stylisten im Bus oder Pavillon davor den Dialog.
Die 56 Kinder mit und ohne Behinderung in der Kita Villa Kunterbunt der Christlichen Sozialhilfe in Mülheim können sich ebenfalls freuen: Aus ihrem Mehrzweckraum wird eine Bewegungs- und Therapielandschaft, die aber auf Wunsch auch wieder verschwindet. Bald wird bei ihnen ein Indoor-Balkengerüst mit Schienen installiert, an dem Pferdeschaukeln, Flugtunnel oder Hängesäcke eingehakt werden können, die Körperwahrnehmung und Motorik verbessern.
Von „wir helfen“ und dem Klettergarten K1 unterstützt wurde ein Sommercamp der Rheinflanke gGmbH sowie der Sporthochschule für Förder- und Hauptschüler aus verschiedenen Brennpunkten, das heute noch nachwirkt. Streetworker Stephan Hülsmann: „Viele Großstadtkinder haben hier in Overath das erste Mal in ihrem Leben eine Kuh gesehen. Das Leben und Klettern in der Gemeinschaft hat sie aber auch ruhiger gemacht. Sie gehen jetzt anders mit Konflikten und Stress um.“
Auch in der Region kann nun vieles umgesetzt werden wie etwa die pädagogische Betreuung auf dem Bauspielplatz in Leverkusen-Rheindorf durch die Katholische Jugendagentur.
Viele Spenden für „Urlauber helfen“
Exakt 1 462 881,86 Euro haben Leserinnen und Leser des „Kölner Stadt-Anzeiger“ der Aktion für Kinder und Jugendliche in der Region anvertraut. Darunter waren allein 331 700,50 Euro, die aus der Aktion „Urlauber helfen“ zusammengekommen sind. Hierbei verzichten Leser, wenn sie während ihrer Ferien ihr Abonnement unterbrechen, auf die Erstattung der zu viel gezahlten Gebühren.
Ehrengarde spendete 100.000 Euro
Die größte Einzelspende aller Zeiten kam im Jubiläumsjahr, in dem der Verein zum Spenden zu allerlei Themen aus seiner 20-jährigen Geschichte aufgerufen hatte, jedoch aus dem Karneval: Die Ehrengarde der Stadt Köln hatte mit dem Verkauf der Friedensarmee - aus Kölner Stadtwald-Holz geschnitzte, lebensgroße Doppelgänger der grün-roten Gardisten - runde 100.000 Euro übergeben. So viel, wie noch nie ein einzelner Spender übergeben hat - lässt man die Erbschaften zugunsten des Vereins außer Acht.
Das Jubiläumsjahr „wir helfen - damit jedes Kind dazu gehört“ ist nun zu Ende. Und die Kölner Region diesem Ziel wieder einen Schritt näher gekommen.
