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Modellprojekt ResiErfolg durch intensive Betreuung

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Die Jugendlichen, die aus der Haft entlassen wurden, erhalten im Projekt Resi eine Perspektive.

Köln – Mehr als 1500 Jugendliche sitzen derzeit in nordrhein-westfälischen Gefängnissen, und ihre Resozialisierung ist eine schwierige Aufgabe für die Gesellschaft: Laut einer vom Bundesjustizministerium herausgegebenen Studie werden zwischen 62 und 69 Prozent der Jugendlichen, die einmal in einer Jugendvollzugsanstalt (JVA) saßen, später erneut kriminell.

Aktuell unterstützt "wir helfen" Projekte, die die körperliche, seelische und geistige Gesundheit von Kindern und Jugendlichen fördern. Bislang sind 1 216 040,73 Euro - einschließlich der aus der Aktion "Urlauber helfen" gewonnenen Mittel - eingegangen.

Die Spendenkonten: Kreissparkasse Köln, Konto-Nr. 162155, Bankleitzahl 37050299 oder Sparkasse Köln-Bonn, Konto-Nr. 22252225, Bankleitzahl 37050198

Wenn Sie nicht in der Spenderliste erwähnt werden wollen, schreiben Sie bitte auf dem Überweisungsträger am Anfang des Verwendungszwecks +A+, wünschen Sie eine Spendenbescheinigung, vermerken Sie bitte +S+ und Ihre vollständige Adresse, legen Sie auf beides Wert, +AS+. Danke!

Kontakt: "wir helfen", Amsterdamer Straße 192, 50735 Köln, Ruf 0221/224-2840 (Spenden/ 9-12.30 Uhr), -2241 (Förderung) und -2462 (Redaktion).

wirhelfen@mds.de

Das Kölner Netzwerk Rehabilitation und Soziale Integration (Resi) will sie vor einem Rückfall bewahren - und setzt in einem Modellprojekt auf eine besonders intensive Betreuung der Jugendlichen. Resi kontrolliert die jungen Männer und Frauen strenger als es ein Bewährungshelfer tun könnte. Hat Letzterer durchschnittlich 70 Klienten, kümmert sich bei Resi jeder Mitarbeiter um höchstens vier Jugendliche.

Jeder Jugendliche - derzeit werden 25 junge Frauen und Männer betreut - erhält einen Fallmanager, der alle Probleme der Jugendlichen im Blick hat. Die sind mitunter zahlreich: Manchen Jugendlichen fehlt ein Dach über dem Kopf, andere kämpfen um ihr Aufenthaltsrecht. Ihnen droht, abgeschoben zu werden. Viele besitzen keinen Schulabschluss und haben kaum Chancen auf Ausbildung und Job. "Sie sind hochmotiviert, ihr Leben zu ändern, bringen aber oft desolate Voraussetzungen mit", sagt Projektkoordinatorin Monica Wunsch.

Die Arbeit des Netzwerks, das momentan von "wir helfen" unterstützt wird, wird von der Universität Lüneburg wissenschaftlich begleitet. Ersten Ergebnissen zufolge bescheinigt Professor Hans-Joachim Plewig den Resi-Fallmanagern eine gute Arbeit. "Was in Köln passiert, ist einmalig in Deutschland." Bislang seien lediglich zwei der betreuten Jugendlichen wieder straffällig geworden. Das Ergebnis sei gut für die Jugendlichen, aber auch gut für die Gesellschaft. Denn jeder Jugendliche, der in einer JVA einsitzt, koste den Steuerzahler 3300 Euro pro Monat, so der Sprecher des Landesjustizministeriums, Peter Marcheski. "Wir sparen viel Geld, und es gibt keine Opfer und Schäden mehr."

Wie es mit Resi weitergeht, ist derzeit noch unklar. Damit das Projekt fortgesetzt werden kann, benötigt das Team um Projektleiterin Monica Wunsch ungefähr 100 000 Euro für das laufende Jahr und 200 000 Euro für 2013. Ein Förderantrag beim Land Nordrhein-Westfalen wurde bereits gestellt. Nun liegt der Ball bei der neuen rot-grünen Landesregierung in Düsseldorf.