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Neven DuMont HausKantinen-Chef plant Rad-Tortur

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Kantinen-Chef Thomas Krechel will innerhalb von 15 Tagen jede Menge Alpenpässe bewältigen

Köln – Das Wort Fahrradtour trifft es in diesem Fall nicht so ganz, eher dürfte es zu einer Rad-Tortur werden. Was sich Thomas Krechel für den Sommer vorgenommen hat, klingt nach Abenteuer, nach einem Kampf gegen die Bequemlichkeit – vor allem aber nach müden Beinen. Der Betreiber des Restaurants im Neven DuMont Haus will innerhalb von 15 Tagen jede Menge Alpenpässe bewältigen; „Höhenmeter sammeln“, wie er es selber beschreibt. Das Besondere: Krechel verknüpft seine Reise auf zwei Rädern mit einer Spendenaktion für „wir helfen“. Er sucht Sponsoren, die für jeden gefahrenen Höhenmeter vorab einen bestimmten Cent-Betrag zusagen. Wie hoch die Spende ist, die sie am Ende überweisen werden, hängt von der Fitness Krechels ab. „20.000 Höhenmeter will ich auf jeden Fall schaffen“, sagt der Hobbysportler, um einmal einen Anhaltspunkt zu geben.

Starten wird er am Stephansdom in Wien. Das Ziel heißt Nizza. Die grobe Route hat er festgelegt. Welche Pässe er in Angriff nimmt, wird vom Wetter, der Tageszeit sowie seiner eigenen Verfassung abhängen. Gerne würde er das Großglockner-Hochtor befahren. Stilfser Joch, St. Gotthard, Furkapass wären weitere Herausforderungen. Später soll es vorbei am Mont Blanc Richtung Süden gehen. Als „Leckerbissen“ wartet zum Schluss die Cime de la Bonette, mit 2802 Metern über dem Meeresspiegel, „der höchste Punkt der Tour“, schwärmt der Gastronom voller Ehrfurcht vor der Vielzahl der Spitzkehren. Die Abfahrt zum 100 Kilometer entfernten Nizza, das auf Meereshöhe liegt, gönnt er sich dann als Belohnung vor der Heimreise.

Die Idee für den Spendenmarathon kam ihm vor einem Jahr während einer Alpentour von Garmisch an den Gardasee. „Ich bin kein besonders guter Fahrradfahrer, aber ich fahre gerne Berge hoch“, sagt der 105-Kilo-Mann. Von einer Rundumversorgung, wie sie die Profis der Tour de France gewohnt sind, kann nicht einmal ansatzweise die Rede sein. Krechel ist nicht nur Fahrer, sondern auch sein eigener Mechaniker, Koch und Chronist. „6000 Kilokalorien täglich sind schon ein Wort. Um das Ziel zu erreichen, wird jeder Bäcker geplündert, der auf dem Weg liegt“, kündigt Krechel an. Abends, wenn das Übernachtungszelt aufgebaut ist, werde er auf einem Spirituskocher frisch kochen. Für den Fall, dass ihn fernab von einem Laden der Durst überfällt, hat er neben dem Fahrradwerkzeug einen Filter zur Aufbereitung von Trinkwasser in der Gepäcktasche.

Sein Tourenrad hat einen Nabendynamo, der nicht nur die Lampen versorgt, sondern auch Strom für seine Kamera und das GPS-Gerät liefert. Dank des Ortungssystems lässt sich die gesamte Tour auf der eigens dafür geschaffenen Homepage verfolgen. Über Twitter hält er die „wir helfen“-Spender auf dem Laufenden. Ob er denn nicht pfuschen könne, in dem er beispielsweise bestimmte Abschnitte mit der Bahn fahre? Krechel lächelt: „Da müssen Sie mir schon vertrauen.“ Tun wir.

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