ProjektHilfe für sozial erschöpfte Familien

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für junge Familien in Bocklemünd (von links): Ingmar Roth („Leuchtfeuer“), Iris Engels („wir für pänz e.V.“), Hedwig Neven DuMont („wir helfen“), Lou Vossen (Bezirksjugendamt), Markus Ottersbach (TH Köln), Bezirksjugendpflegerin Janett Gelhaar, Philipp Krumme („wir helfen“-Pate, DuMont)

Familie im Zentrum, kurz: F.i.Z. – treffender kann man eine solche Einrichtung an einem solchen Ort kaum nennen: Im Herzen von Mengenich gelegen, umgeben von Hochhaus-Reihen der Erich-Ollenhauer-Siedlung, befindet sich seit zwei Jahren ein Familienhaus, das so sympathisch ist, wie es klingt .

Seine Mission: Hilfebedürftige Eltern und ihre Kinder mit möglichst früh einsetzenden Beratungs- und Gruppenangeboten dabei zu unterstützten, ihre Alltagsprobleme zu lösen. Arbeitslos, ausgewandert, alleinerziehend, von Gewalt betroffen oder psychisch krank – der Anteil der Eltern, die ihr Leben nur schwer bewältigen können, ist in der Bevölkerung vor Ort verhältnismäßig groß. Was sich nicht selten negativ auf die Entwicklung ihrer Kinder auswirkt – und auf deren gesellschaftliche Teilhabe.

Überforderte Eltern entlasten

„Unser erklärtes Ziel ist es, diese sozial erschöpften Familien, wie der Soziologe Ronald Lutz sozial benachteiligte und dadurch oft überforderte Eltern nennt, zu entlasten. Indem wir ihnen lebenspraktische und schnelle Hilfen bieten und dadurch auch die Lebenssituation ihrer Kinder verbessern“, betonte Bezirksjugendamtsleiterin Lou Vossen im Rahmen einer kleinen Feierstunde anlässlich des zweijährigen Bestehens des F.i.Z . Im Mai 2017 öffnete das, von Beginn an von „wir helfen“ geförderte, Gemeinschaftsprojekt der Stadt, der „Stiftung Leuchtfeuer“ und des „wir für pänz e.V.“ seine Türen. Und wird seitdem stark nachgefragt, was eine Studie des Kölner Soziologieprofessors Markus Ottersbach und die lange Wartelisten für das Kursangebot beweisen.

In ihrer Würde gestärkt und gewertschätzt

Zu den Gratulanten zählte auch Ehrenfelds Bürgermeister Josef Wirges, der das Engagement aller Beteiligten für die Familien der Erich-Ollenhauer-Siedlung lobte, „von denen sich viele abgehängt und deklassiert fühlen, sich abschotten und dringend Hilfe brauchen.“ Das F.i.Z. biete ihnen eine zweite Heimat, einen Ort, an dem sie in ihrer Würde gestärkt und gewertschätzt werden, sich austauschen und unterstützen können. Hilfe zur Selbsthilfe in Reinform.

Auf der F.i.Z-Agenda stehen passgenaue Angebote wie Sprechstunden bei einer Kinderkrankenschwester, Babytreffs, Eltern-Kind-Gruppen, Motopädie oder Schuldnerberatung. So lautet das Fazit der Studie: „K.i.Z. ist ein unerlässliches Angebot, da die Bewohner auf Hilfe vor Ort angewiesen sind“, sagt Ottersbach, „der Status Quo wäre das mindeste, was der Stadtteil braucht.“ Besser jedoch wäre eine Ausweitung des Angebots und eine gesicherte, langfristige Finanzierung – damit noch mehr erschöpfte Eltern und Kinder wieder auftanken können.

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