SchulprojektStärker als Mobbing

Mutig und selbstbewusst zeigten die Förderschüler ihre Spielszenen auf der kleinen Theaterbühne.
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Köln – Berichte über Mobbing und aggressives Verhalten unter Schülern sind an der Tagesordnung. Die Kolkrabenschule in Vogelsang ist da keine Ausnahme. Eine Projektwoche mit dem Titel „Zusammen stark“ zeigte Wünsche und Wege auf, wie die Schüler Streitereien besser regeln und selbstbewusster auf Anfeindungen reagieren können – denn darunter leiden Förderschüler häufig.Der Verein Veedelsmanagement Ehrenfeld brachte mehrere Künstler zusammen, die eine Woche lang mit den Schülern arbeiteten. Außerdem kümmerte sich Veedelsmanagerin Karin Piesch um finanzielle Unterstützung. Auch „wir helfen“ beteiligte sich.
Mit viel Kreativität und unterstützt von Theaterprofis, einer Malerin sowie Tanz- und Rap-Experten brachten die Schülerinnen und Schüler dieser Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen das Thema auf die Bühne. Theaterszenen, Tanz und Rapmusik der Fünft- bis Achtklässler drehten sich um Streit, Mobbing und vor allem darum, was man besser machen könnte. Unterm Strich war die Erfahrung, vor anderen Schülern auf der Bühne zu stehen und sie in ihren Bann zu ziehen, vielleicht die wichtigste Erfahrung.
Unterstützt werden mit der neuen Aktion „wir helfen – weil Lernen jedem Kind eine Chance gibt“ Initiativen, Projekte und Vereine, die von der frühkindlichen Förderung im Kleinkindalter bis zu Hilfen beim Übergang von der Schule in den Beruf bei Jugendlichen unterstützend wirken. Bislang sind 809 884,66 Euro eingegangen.
Die Spendenkonten:Kreissparkasse Köln Konto-Nr. 162155Bankleitzahl 37050299
Sparkasse Köln-BonnKonto-Nr. 22252225Bankleitzahl 37050198
Wenn Sie nicht in der Spenderliste erwähnt werden wollen, schreiben Sie bitte auf dem Überweisungsträger am Anfang des Verwendungszwecks +A+, wünschen Sie eine Spendenbescheinigung, vermerken Sie bitte +S+ und Ihre vollständige Adresse, legen Sie auf beides Wert, +AS+. Vielen Dank!
Kontakt: „wir helfen“, Amsterdamer Straße 192, 50735 Köln, Telefon 02 21/2 24-28 40 (Spenden/ 9–12.30 Uhr), -2241 (Förderung) und -2462 (Redaktion).
wirhelfen@mds.de
Vier Tage mit vielen Gesprächen und Proben reichten aus, um den Schülern die anfängliche Scheu vor dem Auftritt zu nehmen. Ganz alltägliche Erfahrungen kamen zur Sprache und wurden bühnentauglich verarbeitet. „Das ist unsere Bank, verpisst euch!“ Ganz schnell verwandelte sich die harmonische Szene, in der ein Junge und ein Mädchen auf einer Bank sitzen, in eine bedrohliche Situation. Vier Gleichaltrige kamen hinzu und schüchterten die beiden ein. In einer zweiten Szene zeigten die Schüler, wie es besser hätte laufen können. Etwa mit Fragen wie „Wie heißt du? Auf welche Schule gehst du?“, die die Störenfriede nicht erwarten, statt der direkten Konfrontation, die dann meistens eskaliert.
Die Szenen wurden mit Hilfe von Ruth zum Kley und Katja Menz vom Kölner Künstler Theater erarbeitet. Viel Wert wurde auf eine klare und verständliche Aussprache gelegt. „Das haben die Schüler sehr schnell umgesetzt. Sogar den sehr kurzfristigen Ausfall einer Schülerin hat die Gruppe gut kompensiert“, lobte Ruth zum Kley.
Angetan vom schnell wachsenden Selbstbewusstsein war auch Musikpädagogin Dajana Eisermann, die eine Rap-Werkstatt leitete. „Nach einigen Spielereien mit Gedichten, Reimen und Worten brach schnell der Damm“, berichtete Dajana Eisermann. Der 14-jährige Antonio steuerte sogar Rhythmusvorlagen für zwei der Vorträge bei und verblüffte damit eine Lehrerin: „Der ist doch sonst so schüchtern, jetzt gibt er hier den Takt vor.“
Die Präsentation wurde komplettiert mit Tanzvorführungen – einstudiert mit Choreograph Michael Hess – und den Arbeiten aus der Kreativwerkstatt mit Isabel Östreich. Die gemeinsam produzierten Bilder werden dauerhaft im Schulgebäude ausgestellt.
